Mittwoch, 24. November 2010

verlorene worte: schlendrian

Wo der Schlendrian herrscht, da wird geschlampt und ungenau gearbeitet - so die umgangssprachliche Bedeutung von Schlendrian. Aber woher kommt das Wort?

Aus dem Niederdeutschen des 17. Jahrhunderts, dort gab es das Verb slendern/slentern, was so viel wie gemächlich gehen bedeutet. Das Substantiv dazu, der Schlendrian, entstand im gleichen Zeitrahmen und bezeichnet eigentlich reichlich langsames Arbeiten. Im Ruhrgebiet sagt man zu jemanden, der sich dem Schlendrian ergibt, man könne ihm beim Laufen die Schuhe besohlen.

Interessant ist, dass der Schlendrian mit dem Schlingel verwandt ist, denn beide sind in ihrer Grundbedeutung schlicht Müßiggänger. Heute nennt man es wohl eher Prokrastination.

wortfeilchen

PS. Manchmal sollte man sich aber ruhig dem Schlendrian hingeben, es sich bequem machen und faulenzen.

Kommentare:

Francisco Kuhlmann hat gesagt…

Tachen! Mein Kommentar bezieht sich heute auf Dein Post Scriptum, das ich in aller Deutlichkeit nur unterstützen kann und möchte.

Grüße von einem Gelegenheitshochleistungschiller!

wortfeilchen | barbara piontek hat gesagt…

Das finde ich gut, aber sag mal, kommst Du durch eine hohle Gasse? ;-)))

Francisco Kuhlmann hat gesagt…

Durch eine hohle Gasse kommen? Ist das nicht Wilhelm Tell?
VBerstehe die Anspielung jetzt nicht so... :-)

wortfeilchen | barbara piontek hat gesagt…

Jo, es ist. Und wer schrub den Tell? Na? Na! ;-)))

Francisco Kuhlmann hat gesagt…

*Auf die Stirn schlag und in das Mousepad bei* Der alte Hochleistung-SCHILLER
Verzeih', das Alter hinterlässt leider bei mir Spuren - ich muss es mir leider langsam eingestehen!

wortfeilchen | barbara piontek hat gesagt…

So kann es kommen ;-))