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Sonntag, 18. Juni 2017

die mär vom friseur und seinen genderspezifischen preisen.

Ich gehe gar nicht gerne zum Friseur. Lieber gehe ich zum Zahnarzt. Ab und an muss ich, ich habe sehr kurze Haare, aber wollen will ich nicht. Es sind viele Kleinigkeiten, die sich rotten und ein geballtes Hindernis ergeben:

Ich mag nicht drei oder sechs Monate im Voraus einen festen Termin vereinbaren, ich mag nicht so weit in die Zukunft planen, das schränkt mich ein, also gehe ich zu einem Friseur, den ich relativ spontan aufsuchen darf. 

Ich mag auch nicht warten. Die meisten Salons sind laut und riechen penetrant nach Parfüm, also warte ich draußen und hätte gerne eine maximale Wartezeit von 5 bis 10 Minuten. In der Realität hocke ich 30 bis 45 Minuten sinnlos herum, bekomme einen Platz zugewiesen, warte wieder, bekomme die Haare gewaschen, warte wieder, bekomme die Haare geschnitten und gehe zur Kasse, wo ich wieder warte. Ein Vorgang, der innerhalb von 15 bis 20 Minuten erledigt sein könnte, zieht sich hin und am Ende fehlen mir zwei Stunden.

Freitag, 2. Juni 2017

mensch- und umweltverträgliches waschmittel schlicht und simpel selber machen.

Ich gehöre zu den Menschen, die nicht alles hinnehmen, nach dem Warum fragen, nachdenken und dann eine Lösung suchen. Das gilt generell, allgemein und auch für Waschpulver. Davon verbraucht ein durchschnittlicher Mensch eine große Menge. Die muss hergestellt, transportiert, bezahlt und nach Hause geschleppt, um verbraucht zu werden und in der Mülltonne zu landen. Unterwegs gelangt es in die Wäsche, auf die Müllkippe (wo die Verpackung meist verbrannt wird), ins Wasser, in die Kläranlage und wieder zurück zu uns, auf den Acker, in die Wiesen, Seen und Flüsse. Ist halt alles ein Kreislauf. 

Verpackung & Kosten 

Mehr oder weniger sinnvoll ist die Verpackung von Waschmitteln: Üblicherweise handelt es sich um Plastikflaschen, Pappkartons oder Plastiktüten in verschiedenen Größen. Diese werden aus Rohstoffen hergestellt, wobei Energie verbraucht wird, um danach (mit Kraftstoffverbrauch und CO2) in die Geschäfte gebracht zu werden, wo wir sie dann kaufen, um sie ins Auto zu laden, zu Hause verbrauchen und, wenn leer, in den Müll werfen. 

Nachfüllbar? Ich kenne keine Möglichkeit und kein Angebot. Ich möchte aber auch nicht so viel mit dem Auto fahren, die Straßen und Parkplätze sind sowieso schon so voll und die Abgase, nee, lass mal. Und mal ehrlich, wer von Euch geht zu Fuß zum nächsten Supermarkt, zur Drogerie oder fährt mit dem Fahrrad? 

Waschpulver wiegt auch was, das passt in einen Rucksack, aber ins Handtäschchen nun nicht gerade. Günstig ist so ein Waschmittel auch nicht. Das geht ins Geld. Bio-Waschmittel sind sogar noch teurer. Ob die Preise gerechtfertigt sind? Möglich, schließlich hängt da ganz viel dran und das global. Waschmittel werden weltweit hergestellt, international rumgefahren und was da alles drin ist ... 

Handelsübliches, ganz gewöhnliches Waschmittel 

Die meisten Waschmittel enthalten ungemein viele Zusatzstoffe, die Wäsche, Maschine und Mensch gar nicht brauchen. Sogenannte waschaktive Substanzen, verschiedene Tenside, Alkalien, Bleichmittel, optische Aufheller, Schaumregulatoren, Proteasen, Inhibitoren, Stabilisatoren und Enzyme. Dazu kommen Duftstoffe und Parfüme, die uns das Waschen einfacher und schöner machen (sollen) und die Wäsche sauberer, weicher, duftender, fluffiger, strahlender usw. Egal ob flüssig, als Pulver oder Gel – Waschmittel enthält eine Menge chemischer Stoffe, die alle wieder zu uns zurückkommen. 

Einige, eigentlich sogar recht viele dieser Inhaltsstoffe sind biologisch sehr schwer abbaubar und lagern sich in der Umwelt, in unserer Luft, unserem Wasser, den Böden, Lebensmitteln und in uns ab. Das Klärwerk schafft es nicht, beispielsweise optische Aufheller, Phosphate oder Vergrauuungsinhibitoren abzubauen. Das gilt auch für viele Duftstoffe, z. B. einige ätherische Öle, die sich nachweislich in Fischen wiederfinden. 

Ganz übel sind übrigens Flüssigwaschmittel und sonstige Waschmittel (Bleiche, Weichspüler etc.), die in Plastikflaschen angeboten werden. Allein die Verpackung produziert ungemein viel unnötigen Müll und die Inhaltsstoffe belasten das Abwasser sogar noch stärker, als es Waschpulver inklusive Bleichmittel und sonstigen Zusatzstoffen hinkriegt. Dabei reicht stets eine kleine Menge, um die Wäsche sauber zu machen, und die Temperatur hilft auch. 

Bio-Waschmittel 

Ja, dann kaufen wir halt Biowaschmittel. Schließlich gibt es die mittlerweile fast überall als Waschpulver, Kompaktwaschmittel, Flüssigwaschmittel, Tabs oder Gel. Pustekuchen, denn der Zusatz Bio bedeutet nicht automatisch umweltfreundlich. Es gibt keine festen Regeln, Vorschriften und Gesetze, die vorgeben, was Ökowaschmittel und Biowaschmittel beinhalten sollen, können oder dürfen. Steht Bio drauf, sagt das lediglich etwas über die Herkunft der Inhalts- und Rohstoffe aus. Aber nichts über die Produktionsbedingungen, Sozialverträglichkeit, Verpackung und schon gar nicht über den Transport. 

Grundsätzlich enthalten Bio-Waschmittel meist weniger Duftstoffe, weniger Farbstoffe, weniger Aufheller, dafür aber nachwachsende Rohstoffe. Da ist es aber wie bei den Waschnüssen (siehe nächster Absatz): Es kommt darauf an, unter welchen Bedingungen die Rohstoffe hergestellt werden. Vor ein paar Jahren gab es zum Beispiel einen Boom mit Orangenschalenöl, das unter hohem Wasserverbrauch und mit Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln hergestellt wurde – und giftig für einige Wasserorganismen ist. Die Abbaubarkeit von Öl, das aus Orangenschalen hergestellt wird, ist einfach nicht gegeben. 

Also, gilt auch für Bio- und Ökowaschmittel: Die Dosis macht das Gift. Schließlich muss auch das hergestellt, verpackt, transportiert und aus dem Abwasser entfernt werden. Daher auch damit sparsam umgehen und vernünftig dosieren. 

Waschnüsse & Konsorten 

Waschnüsse sind Nüsse; sie werden daher geknackt, in einen Beutel gesteckt und in die Waschtrommel gegeben. Die Schalen sind waschaktiv, entfernen Flecken aber nicht unbedingt so gut. Die Nussschalen werden blass, wenn sie verbraucht sind und können auf den Kompost; so einer vorhanden ist. Klingt gut, denken viele, und kaufen Waschnüsse. Nicht ganz, denn die Waschnuss wird in erster Linie in Asien angebaut und durch die erhöhte Nachfrage werden Waschnüsse übertrieben viel angebaut, um auch ein Stück vom Kuchen zu bekommen und die eigene Existenz zu sichern. Das ist nicht verwerflich, aber es entstehen Monokulturen, Überbewirtschaftung unter Einsatz von Düngemitteln, Pestiziden etc. und ganze Gebiete werden gerodet. In Europa angebaute Waschnüsse gibt es auch, sie sind allerdings teurer und in kleineren Mengen erhältlich. Also, auch keine Lösung. 

Alternativen mit mehr oder weniger guter Erhältlichkeit, lokaler Herkunft, akzeptabler Preisgestaltung und ausreichender Waschwirkung sind Kastanien oder Rosskastanien, Seifenkraut, Ringelblumen, Efeu, Primeln, Ahorn, Seifenbohnenbäume oder auch Rüben. 

Das Baukastensystem ist eine gute Idee, mir aber mit zu viel Aufwand verbunden. Ich mag nicht jedes Mal entscheiden und dosieren, wie viel Waschpulver, Bleiche, Fleckensalz und Wasserenthärter ich verwenden will, muss und kann. 

Mittwoch, 24. Februar 2016

zögern, zaudern, socken stricken.

In der Grundschule lernte ich, wie alle Mädchen damals, sticken, stricken, häkeln. Also, ich sollte das lernen, von wollen war nie die Rede, gefragt wurde auch niemand, das macht man halt so. So lautete der Plan, bzw. der meiner Grundschullehrerin, humorvoller Haudegen der alten Garde. 

Die Sache mit dem Sticken, Häkeln und Stricken stand nun also an. Im Handarbeitsunterricht. Frohen Mutes ging es los – und schief. Das Problem, dessen ich mir in keinster Weise bewusst war? Ich war und bin Linkshänderin. Die einzige Linkshänderin weit und breit und vor allem in der Klasse. Gefühlt im kompletten Universum, denn was ich zustande brachte war alles, aber nicht schön und schon gar nicht das, was die anderen hinbekamen oder die Lehrerin wollte. Ich versuchte es. Das Ergebnis? Knoten, viel zu lockere Maschen, unglaublich stramme Maschen, trapezförmige Topflappen, schief umstrickte Kleiderbügel und traurig anmutende Teddybären. 

Meine Lehrerin versuchte es mit stoischem Druck und gnadenloser Härte. Das muss so und das geht so. Mit rechts. Punkt. Es ging nicht. Ich verstand einfach nicht, was mir da vermittelt werden sollte, ich konnte es nicht umsetzen und sie es mir nicht zeigen. Andere hatten Mütter, Tanten, Omas, die es ihnen zeigten konnten, ich war ziemlich allein auf weiter Flur und tanzte aus der Reihe. Ich verstand nichts und irgendwann wollte ich auch nicht mehr. Also, stricken und häkeln. 

Meine Tanten und Omas zuckten mit den Schultern, aber meine Mutter, reichlich brutal umtrainierte Ex-Linkshänderin, war tapfer: Sie, die mit rechts häkeln, sticken und stricken konnte, übte jeden Abend, wie die Abläufe mit der linken Hand zu bewerkstelligen sein könnten. Erst allein, dann mit mir. Und siehe da, ich biss mich durch, ich strickte (halbwegs entzückende) Teddybären, häkelte (weiterhin ziemlich schiefe) Topflappen und bestickte Taschentücher. Mit links. Nicht sonderlich schnell, von außen merkwürdig anzusehen und mit mäßigem Erfolg, aber ich tat es und die Ergebnisse musste sogar meine Grundschullehrerin zähneknirschend akzeptieren. Lob bekamen die anderen, gute Noten auch.

Diese Erfahrungen hingen mir in den Knochen. So sehr, dass ich die nächsten 35 Jahre keine Wolle mehr in die Hand nahm. Nähen, Nähmaschine – alles gut, aber einen Pullover häkeln oder Socken stricken? Niemals! Nicht einmal einen Schal! Schon bei dem Gedanken wurde mir schlecht und brach mir der Angstschweiß aus. 

Bis vor ein oder zwei Jahren. Da wollte ich Wollsocken. Nicht aus Polyester, Polyamid und sonstigen künstlichen Materialien. Ich wollte Wollsocken. Reine Naturwolle. Weich, warm und natürlich. Gibt es nicht, kriegen wir nicht, nehmen Sie doch was da ist, was Sie wollen, will keiner – kurz: Es gibt keine Wollsocken, die mir gefallen. Lediglich Mischgewebe, schreckliche Farben, merkwürdige Muster. 

Und nun? Socken stricken? Mit 5 Nadeln und dann noch Fersen stricken? Das schaffe ich nicht. Das kann ich nicht. Das Kindheitstrauma verfolgte mich. Ich war blockiert, fast schon ein bisschen verzweifelt. Das Vertrauen in meine Fähigkeiten war kaum bis gar nicht vorhanden. Aber ich wollte Wollsocken. Und ich gebe nicht auf. Niemals. Ich kann alles lernen. Oder zumindest versuchen. Das kann doch nicht so schwer sein! Hallo? Ich habe schon ganz andere Sachen gelernt und geschafft! 

Ich suchte, fragte und schaute mich um. Das Internet, eine Quell des Wissens, war mehr als hilfreich. Denn da war er plötzlich, der Weg, wie ich mit einer Rundstricknadel zwei Socken nicht nur gleichzeitig, sondern auch passend und inklusive Ferse stricken konnte. Aus reiner Wolle. 


Auch wenn es vielleicht nur Socken sind, die ich nun stricken kann, beweisen genau diese schlichten, einfachen Wollsocken eines: 

Mach doch einfach. Lauf nicht weg. Lauf drumherum. Nimm Umwege, aber gib nicht auf. Niemals. Such Dir Deinen Weg. Es gibt nämlich nie nur einen. Es gibt Möglichkeiten. Und wenn etwas für mich und zu mir nicht passt, heißt das noch lange nicht, ich bin unfähig oder blöd. Es bedeutet nur, da ist mehr. Und es gibt immer einen Weg. Und es muss nicht immer der sein, den alle nehmen.

Dienstag, 14. April 2015

kurze texte sind billiger.

Nein, ich möchte mich nicht beschweren, niemanden anprangern, sondern eher ein oder zwei Dinge klarstellen, die mir schon länger auf dem Herzen liegen. Es geht um Texte und die Menschen, die sie schreiben. Einzigartige Texte, individuelle Texte, Content-Texte, Marketing-Texte, Texte, die Suchmaschinen gefallen, Texte, die gut zu lesen und informativ sind. Texte für Blogbeiträge, Pressemitteilungen, Webseiten, Broschüren, Kundenzeitschriften - kurz: Fast alles, was wir lesen, hat jemand geschrieben, der damit ihr und sein Geld verdient und davon lebt. Manche besser, manche schlechter. Also, leben, obwohl das mit dem Schreiben ... nun ja. 

Immerhin, und das schreibe ich bewusst, ist den meisten Menschen klar, dass Texte einen Sinn haben. Über die Qualität von Texten und den Anspruch an Texte könnten wir streiten, da gibt es viele Meinungen, und nicht zuletzt geht es um dem Preis, den Menschen, Kunden und Auftraggeber zu zahlen bereit sind. Sie vertreten manchmal die Meinung, schreiben kann jeder, also ist es keine Kunst, kein Handwerk, kein Talent und auch keine Erfahrung oder Wissen - und dementsprechend günstig sind die Ergebnisse. Das Schreiben liegt uns wohl im Blut, im Land der Dichter und Denker. 

Und nun kommen doch wieder all die schreibenden Menschen ins Spiel: Es beginnt mit der Tatsache, dass Texter kein geschützter Beruf ist. Jeder, der irgendwann einmal irgendwo etwas veröffentlicht hat, kann sich Texter nennen. Das heißt, wenn Tante Klara meinen Aufsatz über Blumen und Bienen in der 8. Klasse so gelungen fand und ich mich berufen fühle, tja, dann bin ich halt Texter und schreibe munter los. Habe ich einen lustigen Kommentar für die Abi-Zeitung verfasst, agiere als Leserreporter des lokalen Käseblättchens, habe einen VHS-Kurs besucht, betreibe ein Blog oder habe ein Buch im Selbstverlag veröffentlicht - schwupps, gehöre ich zur schreibenden Zunft. Ganz schön einfach, nicht? 

Dementsprechend viele Texter und Texterinnen lassen sich finden. Einen Überblick zu bekommen, das ist für Laien recht schwer, schließlich werden wir von Texten dermaßen überschüttet, dass es schwierig erscheint, einen guten von einem schlechten Text zu unterscheiden. Doch, es geht schon: Massenware langweilt, informiert nicht, benutzt Phrasen und leere Floskeln, strotzt vor Fehlern und macht schlicht keinen Spaß. 

Und dann ist da noch der Preis: Ein guter Text ist nicht billig, vielleicht annähernd günstig, aber niemals billig. Und den Preis kann fast jeder beurteilen, indem er rechnet: Wie soll jemand von einem Stundensatz leben, der unter dem Mindestlohn liegt? Sehr schlecht, da bin ich mir sicher. Und warum sollte jemand motiviert, engagiert und kompetent für den Preis einer Tasse Kaffee schreiben? Warum sollte ich meine Fähigkeiten, meine Erfahrung und meine Zeit einsetzen, wenn es sich nicht wenigstens auch finanziell ein wenig lohnt? 

Die meisten Agenturen wissen das, verhandeln zwar gerne, wissen aber genau, wenn sie hochwertige Texte haben möchten, kostet das Geld und lohnt sich. Schließlich bringen die Texte ihren Kunden später Geld und darum geht es doch. Um so erstaunlicher sind Anfragen, die immer mal wieder bei mir eintreffen und zuweilen Empörung auslösen, weil ich eben nicht für 20 oder 30 Euro die Stunde zu haben bin, nicht für 100 Euro eine komplette Webseite betexte und auch keinen Fachbeitrag für 80 Euro schreiben möchte. Solche Anfragen kommen meist von kleineren oder mittleren Unternehmen, Einzelkämpfern oder Menschen, die es eigentlich besser wissen sollten. Sie arbeiten auch nicht unter ihrem Preis, möchten aber möglichst viel Gewinn einstreichen, weshalb der Text, das Design, das Layout oder das Foto so wenig wie möglich oder besser gar nichts kosten sollen. 

Neben der Entrüstung, die mir manchmal entgegenschlägt, wiederholen sich die Aussagen: Es ist doch nur ein kurzer Text, den tippen Sie schnell runter, der kann doch nicht mehr als eine Handvoll Euro kosten. Machen Sie mal eben, der Text könnte längst fertig sein! Vielleicht haben Sie noch einen Text rumliegen, der tut es für mich. Und ganz besonders schön: Wenn der Text toll ist, bekommen sie ganz viele Aufträge von mir/uns und dann lohnt sich das doch! 

Totschlagargumente, und etwas anderes sind solche Aussagen nicht, halte ich grundsätzlich für dumme Manipulationsversuche, hilflose Akte und vielleicht noch Machtgehabe, aber ernst nehme ich sie nicht. Ich erkläre nicht mehr, warum gerade Überschriften (und auch Headlines, Sublines etc.) und kurze Texte sehr viel Zeit, Arbeit und Können erfordern. Geiz ist geil ist vielleicht ein ziemlich blödes Beispiel, aber wenn es nicht gerade ein Zufallsprodukt war, haben diese drei kleinen Wörter eine Agentur und/oder einen Texter recht lange beschäftigt und (hoffentlich) auch ziemlich viel Geld eingebracht. Das Teil dudelte immerhin überall rauf und runter und hat dem Unternehmen bestimmt beneidenswerte Umsätze beschert. 

Ich könnte solche Anfragen getrost ignorieren, sie lakonisch löschen, wenn sie per Mail kommen, es ändert aber an der Sache nichts und sie kommen dennoch immer wieder. Wie also damit umgehen? 

Und es bleibt die Frage, warum Texterinnen und Texter auf solche Angebote eingehen und sich maßlos unter Wert verkaufen? Verzweiflung? Not? Anerkennung? Ihr Lieben, Ihr macht Euch den Markt selbst kaputt und lebt dazu noch von 20 Euro am Tag, denn mehr verdient Ihr nicht an dem Auftrag und werdet es auch in Zukunft nicht tun. 

Ich muss Euch nicht erklären, dass Eure Krankenkasse und Rente bezahlt werden möchten, die Miete und das Essen auch und von Arbeitsmitteln wie Telefonanschluss, PC, Laptop gar nicht zu reden. Wohnt Ihr alle im Keller Eurer Eltern oder habt Ihr einen Partner, der für Euch sorgt und schreibt Ihr nur zur Selbstverwirklichung? Und wie fühlt Ihr Euch so als Fließbandarbeiter? Entrüstet Ihr Euch auch ausreichend über böse Kunden, die Euch darben lassen? Tja, dann bekommen ein paar von Euch auch das, was sie verdienen. Nämlich, kurze Texe sind billiger. 


Freitag, 1. November 2013

fundstück: usb-zeug.


USB-Staubsauger - falls unterwegs mal Krümel anfallen? USB-Massageball - für die kleine Entspannung zwischendurch?

Nun ja, was soll ich sagen? Unnützes Zeug wäre eine Möglichkeit.

Dienstag, 8. Mai 2012

werbung: wenn wunsch und wirklichkeit aufeinanderprallen.

Die Werbung suggeriert uns eine schöne Welt: Blumen verblühen nie, Haare glänzen selbst im Sandsturm und das Essen sieht immer wie gemalt aus. Pustekuchen, denn das echte Leben sieht meist ganz anders aus.

Der Berliner Künstler Samuel Mueller findet, diese vorgegaukelten Illusionen gehören vorgeführt. Er ist losgegangen, hat in deutschen Supermärkten 110 Fertiggerichte gekauft, die Verpackungen mit den verführerischen und unendlich appetitlichen Darstellungen bzw. angeblichen Fotos ebenfalls fotografiert, dann die Gerichte nach Anleitung zubereitet und noch einmal abgelichtet. Die Ergebnisse sind meist alles andere als lecker und einladend - aber seht selbst:



Der Ansatz von Herrn Mueller?

mit diesem projekt sollen keine produkte und keine marken diskreditiert, verunglimpft oder schlecht gemacht werden. einziger zweck des projektes ist es, sich kritisch mit arten und mitteln von werbung in unserer zeit auseinander zu setzen. einige produkte ähneln ihren werbefotos sehr - andere weniger. eine qualitative bewertung von produkten findet nicht statt.

Ich kann laut tönen, ich esse kein Fastfood, aber was lernen wir daraus?

1. Werbung schummelt. Um mehr zu verkaufen und kräftig Geld zu verdienen. Das ist legitim, aber nicht verbraucherfreundlich, lecker und ehrlich sowieso nicht.

2. Kocht selbst! Sind wir doch mal ehrlich: Wer muss einen Fleischsalat kaufen? Kann man schnell in der heimischen Küche machen. Und so ein Marmorkuchen ist kein Zauberwerk, sondern ein einfacher Rührteig! Und Reis mit ein bisschen Gemüse? Geht extrem schnell und diese Fertigmatschpampe ist auch noch viel teurer.

Also, geht einkaufen, experimentiert und genießt!  

PS. Das Buch Werbung gegen Realität von Samuel Mueller kann man kaufen, z. B. hier bei amazon.

Sonntag, 25. September 2011

fundstück: a liter of light.

Während wir uns Gedanken machen, ob Energiesparlampen gut oder böse sind, Glühbirnen doch nicht so schlecht waren und wie viel Plastikmüll wir produzieren, ist man anderswo auf der Welt dankbar für ein bisschen Licht, das aus PET-Flaschen gewonnen wird:
 


wortfeilchen 

PS. Mehr Informationen und die Welt ein klein wenig heller machen: Hier spenden.

PPS. Via Susanne und Facebook.

Montag, 2. Mai 2011

für mehr lakonisches.

Unverhältnismäßig ausführliche Schwafeleien kann jeder. Kurz, knapp und voller Aussagekraft nicht. Besonders das oftmals viel zu ausführliche Geschwafel der Werbung gefällt mir gar nicht. Die hemmungslose Verschwendung von mehr oder weniger passenden Worten macht einfach keinen Spaß. Ellenlange Sätze, die mich seitenweise erschlagen, ermüden. Kommen Wörter dann noch übertrieben werbisch rüber, gefällt mir das noch viel weniger. 

Vielleicht ist das der Grund, warum ich twitter mag. 140 Zeichen stehen zur Verfügung. Kein Buchstabe mehr, um eine Aussage zu kreieren. Das schult und befreit von übermäßigen Worthülsen und Füllwörtern. 

Das ist lakonisch. Oder kurz, einfach, treffend und ohne Erläuterungen. Man kann es auch knackig und ohne Chichi nennen. Oder kurz und bündig. Und effizient. Werbetexte müssen nicht langweilig, unglaubwürdig und dazu erschöpfend langatmig sein.
 
Ich habe Lust auf viel mehr Lakonisches. Im Alltag. Im Beruf. Und überhaupt.

wortfeilchen

PS. Lakonie oder Lakonik ist übrigens das passende Substantiv zum Adjektiv.

PPS. Ja, ich möchte weniger schlechte Werbung lesen. 

Dienstag, 11. Januar 2011

update: ruhrgebietstramper holger steffens erreicht bochum-harpen.

Heute morgen, pünktlich um 9 Uhr machte er sich auf den Weg, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchs Ruhrgebiet zu trampen.

Der Gelegenheitsrebell Holger Steffens (an seiner Seite der Fotograf tobalo) ist mittlerweile in Bochum-Harpen angekommen. Dafür musste er aber auch kräftig was tun: Eine Apotheke ausfegen, Paletten bei Staples stapeln oder auch Getränke nachfüllen. Umsonst und schnell ist anders, aber er hat es nicht anders gewollt.

Dennoch: Da geht doch viel mehr! Dieser Mann braucht Euch:


wortfeilchen

Donnerstag, 23. Dezember 2010

wortfeiler, weihnachten & wünsche.

Foto: Pierino Cerliani

Liebe Kunden, Kollegen, Netzwerkpartner und Freunde!

Ich wünsche Ihnen, Euch und Dir angenehme und entspannte Feiertage, die ebenso individuell nach Wunsch verlaufen mögen wie das neue Jahr.

Ihnen, Euch und Dir möchte ich danken: für spannende Projekte, erfolgreiche Aufträge und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Machen wir was draus, aus 2011!

wortfeilchen

PS. Die Wortfeilerei ist übrigens bis zum 10.01.2011 geschlossen.

Samstag, 11. Dezember 2010

in eigener sache: kulinarische schnappschüsse der letzten woche.

Üblicherweise kochen mein Mann und ich so ganz für uns allein - und schwelgen in Genüssen. Manchmal twittern wir ein Foto der spontanen und reichlich schmackhaften Ergebnisse. Und heute zeige ich Euch, was wir in der letzten Woche u. a. gegessen haben:

Tarte Tatin mit improvisierter Vanille-Mascarpone

Hirsch mit Champignons, Steinpilzrisotto, Paprika in Orangensauce und Endivien im Speckmantel

Improvisierte Quiche

Rote Inge von der Seite

Rote Inge von oben

Selbstgemachter Vanillepudding & selbstgemachter Schokoladenpudding

Gewellte Spagetti Bolognese mit Pfiff

wortfeilchen

PS. Falls Ihr Rezepte haben möchtet, müssen wir Euch enttäuschen, die haben und nutzen wir nicht.

Donnerstag, 4. November 2010

reduktion der schweiz & heavy kekse.

Meins! Copyright: Barbara Piontek

Ich habe die Schweiz um ein paar Kilo erleichtert. 

Schließlich habe ich geschätzte 5 Kilo Kekse (und/oder so) nach Deutschland importiert und bereichere somit die arme Diaspora enorm.

Und für die 3 Kilo Übergepäck habe ich AirBerlin auch ganz rechtmäßig 30 Euro auf den Counter geblättert. 

Andererseits habe ich für den ganzen Kram bereits ordentlich Geld in den Schweizer Supermärkten gelassen. 

Tja, die Eidgenossen sind vielleicht behäbig (und latent unpraktisch, rassistisch, arrogant, besserwisserisch, übertrieben patriotisch etc.), aber sie wissen schon ganz genau, wie man Menschen ordnungsgemäß Geld aus der Tasche zieht. Der Austausch funktioniert. Noch.

wortfeilchen 

PS. Ich möchte mich aber gleich bei AirBerlin entschuldigen, weil ich der letzte Passagier war und gleichzeitig lobend erwähnen, dass das Personal der Fluggesellschaft immer so richtig klasse ist. 

PPS. Nee, is nich allet schlecht in der Schweiz und im Schweizer Kaff Zürich, aber durchaus verbesserungswürdig. 

Freitag, 1. Oktober 2010

man kann nie genug schuhe haben.

Wenn es mal schlecht oder eben nicht so optimal läuft bzw. die Rachegelüste überlaufen, sollte man immer die passenden Schuhe zur Hand haben:


wortfeilchen

PS: Danke an Angela für den Fund!

Montag, 23. August 2010

update sulkytramper holger steffens - in bildern.

Manchmal erwischt es auch mich, der Zeitdruck bricht über mich herein. Aus diesem Grund heute ein Update, das nur aus Fotos besteht:










wortfeilchen

Mittwoch, 4. August 2010

bleistiftanspitzkunst.

Wie spitzt man einen Bleistift an? Mit einem Bleistiftanspitzer. Es geht auch anders. Und die Ergebnisse sind kunstvoll, beeindruckend, fragil und erfordern sicherlich ganz viel Geduld und Geschick.




Quelle. (Dort sind noch mehr Beispiele zu sehen)

wortfeilchen

Dienstag, 6. Juli 2010

have a break. have a kitkat. break a vuvuzela.

Spätestens morgen geht es wieder los, das elende Getröte der Vuvuzelas. Nestlé und die Agentur JWT Brüssel springen vielleicht auf den Zug auf, aber es ist eine schöne Idee, oder nicht?


wortfeilchen

PS. Quelle.

Freitag, 25. Juni 2010

werbetexte: truth or dare.

Man kann von der Bild-Zeitung halten, was man mag, aber dort arbeiten findige Journalisten und Redakteure, die das Schreiben von ansprechenden Überschriften eindeutig beherrschen - wie sonst erklärt sich die atemberaubende Auflagenhöhe? Vielleicht gibt es Lücken in den Rechtschreibkenntnissen und auch die Sache mit dem Recherchieren funktioniert nicht immer, dennoch animieren mich die Beiträge immer zum Lachen und inspirieren mich sogar.

Wie jetzt?
 
Ganz einfach:

Bild kann mit Worten umgehen und holt ihre Leser zielgruppengerecht ab. Die Feder ist mächtiger als das Schwert passt hier wunderbar, denn allein durch die ausgeklügelte Wortwahl lockt die Bild-Zeitung massenweise Leser an - die Macht der Worte funktioniert einwandfrei.

Das Schreiben von Werbetexten läuft nicht viel anders: Ein ordentlicher Werbetext spricht die ausgewählte Kundenzielgruppe an. Der Werbetexter (und die Werbetexterin) fühlt sich ein, begibt sich auf Augenhöhe, trifft allein durch die Wortwahl den richtigen Nerv - und holt so den Kunden ab. Sicher, die Inhalte, Informationen und viele andere Kleinigkeiten sind absolut wichtig, dennoch ist die Wortwahl entscheidend für den Erfolg oder eben Nichterfolg eines Werbetextes.

Ein Beispiel?

Bitteschön, ein Video, das verdeutlicht, welche Wirkung Worte haben:


wortfeilchen

PS. Via AbidiBlog.

Donnerstag, 24. Juni 2010

youtube & vuvuzela.

Ich sage jetzt besser mal nichts. Eigentlich, denn uneigentlich habe ich ganz viel zu sagen. Mir ist Fußball völlig gleichgültig. Egal, ob es eine WM ist oder die Regionalliga - es interessiert mich nicht die Bohne.

Keine Ausnahme bin ich aber, wenn diese furchtbaren Tröten namens Vuvuzela erschallen. Ging ich bisher davon aus, im Internet bliebe ich von diesen Nilpferden, die sich gequält entleeren, verschont, so hat mich der Hoppe eines Besseren belehrt; denn youtube hat den Vuvuzela-Button in Form eines Fußballs eingeführt. So kann man nun, wenn man denn wirklich will, dieses spaßige Instrument ertönen lassen - und es bleibt weiterhin nervtötend. 


Und weil Ihr mir sicher nicht wirklich glaubt, hier der Link zu einem youtube-Video - klickt ruhig mal auf den Fußball. (Anmerkung: Funktioniert anscheinend nicht bei eingefügten Videos, sondern nur direkt bei youtube)


Ich übe mich in Schweigen. Zumindest bis die Weltmeisterschaft durch ist und hoffentlich jede einzelne Vuvuzela im Keller verstaubt.

wortfeilchen

Mittwoch, 23. Juni 2010

wohnen für kreative in bochum.

Wo möchten Kreative wohnen? 

Diese Frage stellt die Ruhr-Universität Bochum, genauer gesagt das Geographische Institut, das zu einer kleinen Umfrage bittet, in der die Wohnpräferenzen von Mitarbeitern der Kreativwirtschaft geklärt werden sollen. Auftraggeber ist die Stadt Bochum, die sich dafür interessiert, wo die kreativen Köpfe der Stadt leben wollen, um so die Situation auf dem Wohnungsmarkt zu verbessern.

Warum ausgerechnet Kreative? 

Scheinbar gibt es ein überdurchschnittliches Wachstum in der Bochumer Kreativwirtschaft. 

Inhalte der Umfrage sind zum Beispiel Branche, Arbeitszeiten, jetziger Wohnort, möglicher Umzug nach Bochum und den Wohnverhältnissen (Miete/Eigentum, Größe, WG oder Partnerschaft o. ä., Bauart des Hauses/der Wohnung usw.). 


Auch die Umgebung interessiert: Es folgen Fragen nach dem Weg zur Arbeit, der Infrastruktur, der Miethöhe, sogar nach dem Image des aktuellen Wohngebietes. Zudem möchte die Stadt wissen, ob man plant, bald umzuziehen, welche Gewichtung bestimmte Dinge dabei haben und welchen Wohnort man sich vorstellt.


Der Fragebogen besteht aus 32 Fragen, deren Beantwortung etwa 10 Minuten dauert und ist bis zum 1.7.2010 hier online.

jenny

Montag, 21. Juni 2010

wissen ist macht. und geld.


Eher nicht - Wissen macht arm, SEO reicher und Social Media bringt es so richtig. Den Eindruck könnte man zumindest gewinnen, wenn man sich diese Grafik anschaut.

Lustig oder traurig, weil eben doch sehr wahr?

jenny

PS. Gefunden bei B3ta.