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Mittwoch, 18. Oktober 2017

etymologie| kummer am bund.

Ich liebe indisches Essen. Geben Sie mir ein höllisch scharfes Curry und Sie sehen mich glücklich. Das Ganze können Sie problemlos steigern, wenn Sie dazu noch dieses unvergleichliche aufgeblähte Brot reichen. Mein Frohlocken wird Sie umhauen! 

Foto: pixabay
Dieses Brot heißt Bhatura und will gebacken werden. Es sollte nämlich Chicken Vindaloo geben. Mit indischem Brot, das wunderprächtig wie ein Kissen oder Ballon daherkommen sollte. Damit es sich in heißem Ghee vorbildlich und von selbst aufbläht, bedarf es authentischer Vorbereitung, die in Form eines YouTube-Videos in mein Leben trat. 

Ein Sikh mit lächelnden Augen war der Überbringer des glückseligkeitbringenden Bhaturas, allerdings sprach er in fremden Zungen – bis auf die Worte Baking powder und Baking soda verstand ich nichts. 

Harpal Singh spricht nämlich Hindi und ich nicht. (Wer sich selbst überzeugen möchte, mag sich die Zubereitung von Bhatura selbst zu Gemüte führen.) Glücklicherweise wurde das Rezept in englischer Sprache eingeblendet, sodass es Curry Chicken Vindaloo mit Bhatura gab! (Rollen Sie es unbedingt sehr dünn aus, dann plustert es sich wie gewünscht auf!)   

Mittwoch, 6. September 2017

schlicht falsch | kontaminiertes zumindestens.

Foto: pixabay
In den letzten Jahren höre und, schlimmer noch, lese ich vermehrt das Wort zumindestens. Überall. Es ist eine Seuche.

Hielt ich es anfangs noch für einen Versprecher, Unwissen oder Ignoranz, sieht es mittlerweile so aus, als wäre die Verwendung völlig üblich und in der Umgangssprache angekommen – schön is dat nich, weil es das Wort zumindestens nicht gibt. Auf zur Spurensuche! 

Dienstag, 20. Juni 2017

schlicht falsch | typo-fehler: halten sie abstand!

Es gibt Fehler und Fehler. Ich korrigiere sie alle. Aber besonders gerne Typografie-Fehler, die gerne übersehen werden. Grafiker und Mediengestalter lieben oder hassen mich deswegen. Damit kann ich leben.

Duden empfiehlt die Schreibweise Typografie, erlaubt mir aber alternativ auch meine bevorzugte, nämlich Typographie. Die Abkürzung Typo steht für die Gestaltung von Druckerzeugnissen und digitalen Medien mittels Schrift, Fotos/Bildern, Linien und Flächen. Natürlich könnte ich noch mehr über Mikrotypografie und Makrotypografie erzählen, aber es geht um Typo-Fehler und dabei heute um fehlende Abstände bei Abkürzungen.

Foto: http://unsplash.com/photos/zFz3jThypsA by Mr Cup/Fabien Barral

Die folgenden Fehler tauchen mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit in jedem PDF auf, das ich zur Bearbeitung bekomme. Also, fangen wir an:

Dienstag, 15. April 2014

aus dem alltag einer deutschschweizerisch-deutschen beziehung: vif.

Manchmal bin ich mir nicht ganz sicher, ob mir mein Mann ein Kompliment macht, mich doch beleidigt oder ich einen Fauxpas begangen habe. Das liegt an seiner Sprache, er kennt nämlich Wörter, deren Bedeutung mir auf den ersten Blick fremd ist.

Ich bin vif, sagt er. Ja, denke ich, assoziiere mit dem Französischen, nicke zustimmend und verstehe, es ist Leben in mir, schließlich lebe ich nachweislich.

Er meint es wortwörtlich, denn was für mich ungewohnt, französisch und auswärts klingt, gehört in der Schweiz in den alltäglichen Sprachgebrauch. Er meint das, was mein Papa Hummeln inne Fott, meine Mutter lebhaft und Kunden erfrischend nennen. Ich bin also, wie man im Ruhrgebiet sagt, eine ganz Vife.


Der Duden kennt, im Gegensatz zu mir, vif auch:

http://www.duden.de/rechtschreibung/vif

Was ich vielleicht besser nicht sage: Das Wort vif ist in der Schweiz gebräuchlich und gilt als landschaftlich. Das bedeutet, vif ist eine sprachliche Eigentümlichkeit der Schweizer, betrifft die Sprechweise der Bewohner bestimmter Gebiete, gehört halt zur Schweizer Sprache, ist aber sonst im Gebrauch veraltet. Denn dann bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich lobe, provoziere oder kritisiere. Bleibt also besser unter uns!

Mittwoch, 24. April 2013

nicht-wonnige werbung: mcdonalds's.


Dieses Plakat stach mir in Altenbochum in die Augen. Wortwörtlich. Und die Frage nach dem Sinn der Sache:

Ein verunglücktes Wortspiel aus stillos und ohne Stiel? Soll das witzig sein? Muss ich mir dabei was denken? Kein Stiel und auch kein Stil, aber guter Geschmack? Ein Beispiel mangelhafter Grammatik- und Interpunktionskenntnisse? Ist das Kunst oder kann das weg?

Kann weg, meine ich, ganz weit weg.

Montag, 18. Februar 2013

ruhrdeutsch + die bochumer polizei = rollanden

An sich, also ganz grundsätzlich, und bis auf Ausnahmen, schätze ich die Polizei und sehe sie als meinen Freund & Helfer. In Bochum habe ich bisher immer nur sehr freundliche, nette und sympathische Ordnungshüter und -hüterinnen angetroffen, die hilfreich sind. Ausnahmen mögen die Regel bestätigen. Gepaart mit dem Wissenswert, meiner Neugier und dem Folgen des Polizeitickers der Polizei Bochum bei Facebook ergibt das meist vergnügliche Kurzweil.

Klingt vielleicht ein wenig merkwürdig, schließlich geht es doch immer um Verbrechen, Gewalt, Diebe, Einbrecher und viele andere Dinge, die man nicht erleben möchte und die mich auch nicht anziehen. Aber die verwendete Sprache ist oftmals eine wahre Wonne: Da tauchen Ganoven auf, die brachial und dreist vorgehen. Hach, wunderschöne Worte, die Seltenheitswert haben und mich erfreuen. 

Letztes Wochenende ging es in Bochum übrigens fast so zu wie in einer richtigen Stadt; sagt jedenfalls die Meldung. Schaut man genauer hin, liest man dies:


Na und, wird der geneigte Leser sagen, ein Tippfehler halt. Aber nein, sage ich, lasst mir die Freude! Denn die guten alten Rinderrouladen heißen umgangssprachlich in ruhrgebietlichen Gefilden schon mal Rollanden. 


Wer mehr lesen und informiert sein mag, hier der Link zum Presseportal der Polizei Bochum und hier der Link zum Facebook-Polizeiticker der Polizei Bochum.

Dienstag, 5. Februar 2013

abgenutzte worte: ganzheitlich.

Ich habe ein Problem. Mit einem Wort, das immer, dauernd und überall in jedem erdenklichen und unmöglichen Zusammenhang auftaucht: ganzheitlich. Grundsätzlich ist es ein harmloses Adjektiv mit der Aussage, dass alles in seiner Ganzheit betrachtet, fächerübergreifend und in einem größeren Zusammenhang dargestellt wird. 

Scheint nicht selbstverständlich zu sein, denn es gibt ganzheitliche Medizin, wobei ich immer hoffe, ein Mediziner betrachtet meine gesamte Ganzheit und nicht nur einzelne Bereiche. Ganzheitliche Psychologie und Pädagogik gibt es ebenso wie ganzheitliches Tantra, Ayurveda, Tao und sonstiges esoterisches Brimborium. Begebe ich mich auf die Suche, finde ich ganzheitliches Leben, Lernen, Denken, Handeln, Arbeiten, Tun, Lassen und heute habe ich auch noch ganzheitliches Texten gefunden. 

Was will man mir damit sagen oder verkaufen? Ich texte über alle Barrieren? Hinfort mit Regeln und Inhalten? Ich begebe mich in den Lotossitz und warte auf die Eingebung, die mich fächerübergreifend ergreift und den größeren Zusammenhang zwischen Grammatik und Orthografie über mich kommen lässt? Ich kenne den Unterschied zwischen Verben und Adjektiven?

Ich neige zu Unsinn, Kreativität und Abwechslung, also habe ich beschlossen, dass ich nun einen ganz neuen Trend erschaffe: Ich texte nämlich ab sofort holistisch. Ich konzipiere holistisch und bin seit heute die Erfinderin der holistischen Kommunikation und the next big thing ist außerdem holistisches Social Media-Gedöns.

Ist eigentlich nichts anderes als ganzheitlich, klingt aber reichlich exotisch und vielversprechend auch noch. Im Gegensatz zu ganzheitlich ist holistisch eine ganz und gar neue Masche, beschert mir sicherlich traumhafte Umsätze, ist nicht wegen zu häufiger Verwendung völlig abgenutzt und mein alleiniges Alleinstellungsmerkmal par excellence. 

Außerdem weiß doch kaum jemand, was Holismus ist und niemand kommt auf die Idee, dass ich vielleicht genau das Gegenteil machen könnte - nämlich reduktionistisch texten. Oder doch ganzheitlich? Man weiß es nicht ganz genau, will man auch nicht, ist doch auch egal: Es lebe das holistische Texten. Nennt mich bitte textende Holistin. Oder so.

Montag, 11. Juni 2012

fehlerfund & rechtschreibung: auch die waz spart.

Leider ist es Alltag geworden - Tageszeitungen und Zeitschriften sparen sich Lektoren, Korrektoren und wohl auch die fähigen Mitarbeiter. 

Was dabei rauskommt, sieht man diesem Beispiel, das ich in der WAZ gefunden habe. Unschöne Sache.


Wem es nicht auffällt: Soviel ist falsch, so viel wäre richtig gewesen.

Mittwoch, 7. September 2011

rechtschreibung: herzlich willkommen, die drölfte.

Auch Penny kann es nicht. Die korrekte Rechtschreibung von herzlich willkommen:


wortfeilchen

Freitag, 2. September 2011

umgangssprache: aus daffke.

Warum ich blogge? Eigentlich aus Daffke. Es gibt so viele Dinge, die mir täglich begegnen und in der Sinn kommen, die lesens- und erwähnenswert sind. Aus Spass anner Freude und einfach so trifft es genau so wie weil ich es kann - eben aus Daffke. Dieses aus Daffke kennt sicherlich nicht jeder von Euch da draußen. Macht nichts, hier kommt die Erklärung:

Aus Daffke ist eine umgangssprachliche Wendung, die hauptsächlich im norddeutschen und Berliner Raum verwendet wird. Es gibt das Wort Daffke in der deutschen Sprache nur in dieser Verbindung, nicht als alleinstehendes Verb, Adjektiv oder sonstiges. 

Macht jemand etwas aus Daffke, so man er oder sie es aus Spaß, nur so, ohne ersichtlichen Grund oder aus/zum Trotz, nun gerade sowie aus Eigensinn.

Die Etymologie von aus Daffke führt uns, wie so oft im Deutschen, über das Jiddische ins Hebräische:

Hebräisch dawqa/daṿḳā bedeutet nur so (und nicht anders), während jiddisch daffke/dafke(s)/davke(s) nun erst recht, nun gerade aussagt.

wortfeilchen

Donnerstag, 1. September 2011

fundstück: nach chefkock-art.



Da kommt wohl davon, wenn man unkonzentriert arbeitet - ein amüsanter Tippfehler. Die Rechtschreibfehler, die in der Speisekarte zu finden sind, habe ich großzügig übersehen. 

wortfeilchen

Dienstag, 23. August 2011

fundstück: fodern statt fordern.


Sicherlich nur ein Tippfehler oder eine Nachlässigkeit, den die Welt in ihrer Online-Ausgabe übersehen hat. Andererseits bedeutet schwedisch foder so viel wie füttern, nähren und weiden ...

wortfeilchen

Donnerstag, 4. August 2011

fundstück: tippfehler oder dialekt?

Quelle: http://www.welt.de/politik/deutschland/article13525808/Arbeitslose-und-Migranten-kriegen-die-meisten-Kinder.html

Hat sich da jemand vertan? Mangelnde Rechtschreibkenntnisse oder zu wenig Zeit? Soll es ein Wortspiel sein oder schlicht vertippt? Klingt für mich gewöhnungsbedürftig, vielleicht hessisch - oder ist mir etwas entgangen?

wortfeilchen

PS. Der ganze Artikel hier.

Donnerstag, 21. Juli 2011

rechtschreibung: die sache mit dem knowhow.

Spricht man von Erfahrung, Wissen und Kenntnissen, kann man diese in einem Wort zusammenfassen, nämlich Knowhow. Nimmt man es ganz genau, so versteht man unter Know-how auf Forschung und Erfahrung beruhendes Wissen, wie man eine Sache praktisch umsetzt oder anwendet.

Der Inhalt ist schon mal geklärt, bleibt der Ursprung und die Schreibweise.

Die Herkunft ist einfach zu klären: Knowhow ist ein waschechter Anglizismus, den man mit Wissen, wie etwas zu tun ist übersetzen kann.

Knowhow ist ein Substantiv, weshalb man es natürlich großschreibt. Es bekommt den Artikel das vor die Nase gesetzt, weil es sächlich ist. Üblicherweise wird es in der Einzahl verwendet, also das Knowhow.

Die deutsche Rechtschreibung bietet zwei korrekte Schreibweisen an, nämlich Knowhow und Know-how. Know How ist ebenso falsch wie Know-How oder knowhow, ergo geht es so nicht:


Knowhow wird gerne kombiniert: Knowhowtransfer bzw. Know-how-Transfer, die Übermittlung oder Weitergabe von Wissen ist so ein Beispiel. Auch die vertragliche Vereinbarung, durch die der Lizenzgeber dem Lizenznehmer sein Know-how zur Verfügung stellt, also juristisches Zeug ist eine solche Mischung und ergibt kurz die Knowhowvereinbarung bzw. Know-how-Vereinbarung.

wortfeilchen

PS. Ich könnte Julian von Heyl, den Großmeister von korrekturen.de fragen; denn er weiß bestimmt ganz genau, seit wann sich Knowhow so schreibt und ob es sich jemals anders schrieb.

Sonntag, 17. Juli 2011

fundstück: spiritousen.


In einer gutbürgerlichen Gaststätte, die seit mehr als 60 Jahren eine Institution in Bochum ist, traf ich auf diese Schreibweise des Wortes Spirituosen - lediglich ein Buchstabendreher, hoffe ich zumindest.

Unter Spirituosen versteht man alkoholische, geistige und starke Getränke, Alkohol und Alkoholika. Umgangssprachlich nennt man Spirituosen harte Sachen, scharfe Sachen, Stoff oder Sprit.

Das Wort Spirituosen ist ein Fremdwort, dass im 18. Jahrhundert in unseren Sprachgebrauch kam und anfangs Spirituosa lautete. Es geht auf das lateinische Substantiv Spiritus zurück, was so viel wie Hauch, Lufthauch, Atem, Leben, Seele oder Geist bedeutet. Von dort gelangte es in das Französische, wurde relatinisiert und erreichte deutschsprachige Gefilde.

wortfeilchen

PS. Esprit, Aspirant, Inspiration und Spiritismus sind mit den Spirituosen verwandt.

PPS. Eine anderes Thema ist die Frage, warum sich Uerdinger Wacholder mit Dehnungs-e schreibt, aber ü ausspricht.

Dienstag, 28. Juni 2011

ein wort mit fünf vokalen: desavouieren.

Vielleicht liegt es an meinem Beruf. Vielleicht auch daran, dass ich täglich mehrfach den Duden konsultiere, sehr viel lese und schreibe. Da fällt mir manchmal das ein oder andere Wort ins Auge - und bleibt daran hängen.  

Solch ein Wunderding, das sage und schreibe fünf Vokale in sich birgt, ist das Wort desavouieren. Zugegeben, ein Wort, das ich eher selten bis gar nicht verwende, und dazu nicht einmal um seine Bedeutung wusste.

Desavouieren bedeutet so viel wie im Stich lassen, bloßstellen, nicht anerkennen, herabwürdigen, verleugnen und in Abrede stellen, blamieren, bloßstellen, kompromittieren, zum Gespött machen oder auch vorführen. Es ist - wie man sicherlich bereits hören kann - lateinisch-französischen Ursprungs.

Erwähnte ich es schon? In dem Wort desavouieren kommen fünf Vokale vor. Und an einer Stelle gleich vier hintereinander! Wow, oder?

wortfeilchen

PS. Nun muss ich nur noch eine Möglichkeit finden, um desavouieren in einem Text unterzubringen oder in einem Gespräch völlig nonchalant fallenzulassen.

Dienstag, 7. Juni 2011

schweizfund: deppenapostrof.


Der falsche Genitiv, das fehlgeleitete Auslassungszeichen, das irrtümliche Häkchen, mit dem man den Ausfall eines Lautes oder einer Silbe kennzeichnet, kurz dat Deppenapostrof findet man auch in der Deutschschweiz, genauer gesagt in Zürich. Und zwar massenhaft. 

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PS. Erstaunlich auch der unermüdliche Eifer, mit dem man in der Schweiz Angliszismen und Denglisch verwendet. An sich habe ich nichts gegen die ein oder andere Einstreuung, aber man kann es auch übertreiben.

Mittwoch, 1. Juni 2011

fehlerfreie texte - mehr als korrekte rechtschreibung.

Die deutsche Sprache hat es schwer: neue Rechtschreibung, Facebook, Twitter, Tageszeitungen, generell die sogenannten Medien und auch das Internet nutzen eine scheinbar willkürliche Rechtschreibung, gewöhnungsbedürftige Grammatik und Orthografie. Es ist nicht einfach, den Durchblick zu behalten und die Verständlichkeit der Texte bleibt leider auch viel zu oft auf der Strecke. Das wirkt sich wiederum auf die Glaubwürdigkeit aus und lässt auf mangelnde Sorgfalt, Unzuverlässigkeit, unzureichende Qualität oder ein niedriges Bildungsniveau schließen.

Gerade für Unternehmen kann dies zu einen negativem Image führen, denn eigene Aussagen und Texte stellen die Visitenkarte des Unternehmens dar - sie präsentieren ein Bild des Unternehmens, das maßgeblich von den Texten abhängt. 

Die Themen Suchmaschinenoptimierung, Content-Provider und Schreiben kann doch jeder übergehe ich dezent, sie würden den Rahmen dieses Artikels sprengen. Sicherlich gibt es Praktikanten, Mitarbeiter und Familienangehörige, die Texte verfassen können, aber werden diese Texte auch gelesen, sind sie verständlich abgefasst, sinnvoll aufgebaut und entsprechen dabei auch noch den Anforderungen der Kunden und sind zusätzlich korrekt in ihrer Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung? 

Nicht ganz einfach, aber nach Aussage des folgenden Videos ist das alles kein Problem:


Grundsätzlich stimme ich der Aussage des Videos zu, aber eben nicht ganz, denn es entsteht der Eindruck, dass eine Software die Lösung aller Sorgen und Probleme ist. Aber mehr als eine Hilfe, eine Orientierung bietet sie nicht: Einer Software ist es nicht möglich jeden Rechtschreibfehler, jeden Grammatikpatzer und jedes falsche Satzzeichen zu erkennen. Grobe, formale Fehler, die sich in Form von Algorithmen programmieren lassen, findet sie möglicherweise, aber wie sieht es mit der Betonung aus? Wie mit einer inhaltlichen Prüfung? Und was ist mit stilistischen Patzern, die keine Software jemals erkennen wird.

Was das Video nämlich verschweigt, ist die Tatsache, dass sich immer mehr Verlage, Agenturen und Unternehmen das Korrektorat und Lektorat schenken und eben auf solche Programme verlassen. Dabei gilt aber auch immer die Regel: Ein Programm ist nur so gut wie sein Anwender. Denkt mal drüber nach!

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PS. Es gibt nicht nur den Duden, er ist nicht der Heilige Gral der deutschen Sprache.

PPS. Herzlichen Dank an den wunderbaren @tiniaden. 

Montag, 18. April 2011

manche dinge müssen mal gesagt werden.


Facebooknutzer wissen ganz genau, was ich meine.

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PS. Das hübsche Dingen ist nicht von mir, sondern von ihm hier. Und hier als Download für Mac- und Windowszeugs.

PPS. Nein, die Rechtschreibfehler korrigiere ich nicht, ich verbuche sie in diesem Fall ausnahmsweise unter künstlerischer Freiheit.

PPPS. Samstag hat er geheiratet, heute Geburtstag - Glückwünsche und Küsschen, lieber Ralf!

Freitag, 25. Februar 2011

hobo & wir sind helden.

Nein, üblicherweise springe ich nicht auf Züge, schließlich bin ich kein Hobo. Heute bekam ich aber ein dermaßen schöne Vorlage, dass ich nicht widerstehen kann:



Die Geschichte dazu ist schnell erzählt: Die Hamburger Agentur Jung von Matt hat sich überlegt, die Band Wir sind Helden für eine Kampagne der Bild-Zeitung zu gewinnen, die Sängerin der Band, Judith Holofernes, äußert sich - wie ich finde - sehr treffend und angemessen -zu diesem recht perfiden Anliegen.

Inhaltlich erzähle ich den meisten Lesern keine großen Neuigkeiten, aber rein erbsenzählerisch möglicherweise schon: Im Brief von Judith Holofernes findet sich ein großer Patzer, sie schreibt nämlich Es hackt - und das ist falsch. Ja, ich weiß, es ändert nicht viel an dem Mut und der Aussagekraft des Statements, aber mir fällt so ein Fehler halt auf und vielleicht kann ich Euch vor einem solchen bewahren.

Korrekt muss es Es hakt lauten, denn der Ausdruck stammt von dem Substantiv Haken. Ein Haken ist nämlich nicht nur ein Schlag, sondern eben auch ein Aber, ein kritischer Punkt, ein Pferdefuß oder auch ein Problem, eine Problematik, eine Schwierigkeit und strittiger Punkt sowie eine Krux. Hacken dagegen kennen wir eher als Plural der Fußferse oder vom Holzhacken.

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