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Freitag, 25. Juni 2010

werbetexte: truth or dare.

Man kann von der Bild-Zeitung halten, was man mag, aber dort arbeiten findige Journalisten und Redakteure, die das Schreiben von ansprechenden Überschriften eindeutig beherrschen - wie sonst erklärt sich die atemberaubende Auflagenhöhe? Vielleicht gibt es Lücken in den Rechtschreibkenntnissen und auch die Sache mit dem Recherchieren funktioniert nicht immer, dennoch animieren mich die Beiträge immer zum Lachen und inspirieren mich sogar.

Wie jetzt?
 
Ganz einfach:

Bild kann mit Worten umgehen und holt ihre Leser zielgruppengerecht ab. Die Feder ist mächtiger als das Schwert passt hier wunderbar, denn allein durch die ausgeklügelte Wortwahl lockt die Bild-Zeitung massenweise Leser an - die Macht der Worte funktioniert einwandfrei.

Das Schreiben von Werbetexten läuft nicht viel anders: Ein ordentlicher Werbetext spricht die ausgewählte Kundenzielgruppe an. Der Werbetexter (und die Werbetexterin) fühlt sich ein, begibt sich auf Augenhöhe, trifft allein durch die Wortwahl den richtigen Nerv - und holt so den Kunden ab. Sicher, die Inhalte, Informationen und viele andere Kleinigkeiten sind absolut wichtig, dennoch ist die Wortwahl entscheidend für den Erfolg oder eben Nichterfolg eines Werbetextes.

Ein Beispiel?

Bitteschön, ein Video, das verdeutlicht, welche Wirkung Worte haben:


wortfeilchen

PS. Via AbidiBlog.

Dienstag, 26. Mai 2009

Eine gesetzlich geregelte Telefonbeziehung ...

... oder himmlische Ruhe im Büro!
 
Mein liebster Telefon- und Internetanbieter in Magenta,
 
ja, ich weiß, Du und ich haben es nicht immer leicht miteinander. Ich bin mir auch ziemlich sicher, Du magst die relativ neuen Vorschriften nicht, denn nun darfst Du Deine Telefonnummer nicht mehr unterdrücken und sie erscheint in voller Pracht auf meinem Display. Deine anonymen Anrufe bei mir, die mir manchmal schon ein wenig lästig waren, nehme ich einfach nicht mehr an, was Dir sicher nicht gefällt.
 
Sind wir mal ehrlich, eigentlich darfst Du mich nach dem neuen Gesetz gar nicht mehr anrufen, denn ich habe in unserem Ehevertrag angegeben, dass ich mir weiteres Balzverhalten verbitte und bei Bedarf selbst anrufe. Sollte ich Dich darauf aufmerksam machen?  
 
wortfeilchen
 
PS: Deine E-Mails habe ich noch nicht abbestellt, weil sie mich einfach zu sehr erheitern - auch wenn das sicherlich keine gesunde Grundlage für eine Beziehung ist.

Freitag, 16. Januar 2009

Mein lieber Scholli!

Liebster Telefon- und Internetanbieter in Magenta!

Auch wenn es nicht immer leicht ist, und mich bei Nennung Deines Namens schon einmal hochgezogene Augenbrauen und fragende Blicke verfolgen, ich stehe zu Dir. Es ist auch nicht ganz so tragisch, dass Deine monatlichen Preisforderungen im Vergleich zu anderen Anbietern manchmal schon etwas happig sind, denn fast immer schenkst Du mir ungetrübt gute Übertragungsraten und einwandfreie Dienstleistungen. Bisher sind wir selten aneinandergeraten und wenn doch, konnte ich Dir immer eine Lösung anbieten, die Du akzeptiert hast. Ja, es ist leider so, dass Du anscheinend auch mit meinen Daten nicht immer richtig sorgfältig umgeht, aber ich bin nicht nachtragend. Du hast nicht die qualifiziertesten Mitarbeiter und so richtig schnell und freundlich sind sie auch nicht immer - und damit komme ich zum Kernproblem unserer Beziehung:

Es ist sicherlich durchaus nett von Dir gemeint, mir telefonisch Angebote zu machen, die Dir unwiderstehlich erscheinen, aber wie Du weißt, bin ich nicht ganz so inkompetent, wie vielleicht andere Deiner Lebenspartner. Ich verstehe, dass Du meine Fragen nicht immer ausführlich oder angemessen beantworten kannst, aber was mich so richtig stört, ist der Umgang Deiner vielen kleinen Helferlein mit mir.

Ich bin eine geduldige Frau, aber sie rufen regelmäßig an - wobei mir die Abstände viel zu kurz sind - unterdrücken ihre Telefonnummer, was ich als sehr unfreundlich empfinde und wenn ich nicht sofort begeistert Interesse zeige, legen sie auf. Ja, sie verabschieden sich nicht. Sie entschuldigen sich nicht. Sie legen einfach den Hörer auf - bis zum nächsten Anruf. Insgeheim - wenn ich gerade mal nicht so viel zu tun habe - freue ich mich manchmal auf die lieben Kleinen, denn sie stellen allzu oft eine psychologische Spielwiese dar: Es gibt die unfreundlichen und ungeduldigen Heinzelmännchen, die wortlos auflegen, wenn ich nicht sofort begeistert reagiere. Andere bemühen sich redlich und versuchen mich in ein viel zu langes - und unnötiges - Gespräch zu verwickeln, während der angenehmste Teil erfreulicherweise aus ruhigen, freundlichen und fähigen Anrufenden besteht.

Darum merke Dir bitte für die Zukunft ein paar Kleinigkeiten, denn dann werden wir über eine lange Zeit eine monogame und wunderbare Beziehung führen:
  • Respektier mich einfach und behandel mich entsprechend.
  • Ruf bitte nicht so oft an.
  • Mach mir keine Angebote, ohne vorher meine Daten und Wünsche zu beachten.
  • Unterdrücke Deine Telefonnummer nicht.
  • Wähle Deine dienstbaren Geister mit Bedacht aus und schule sie ordentlich. Ja, ich weiß, all diese Mitarbeiter gehören nicht zu Deiner näheren Familie, aber vergiss bitte nie, sie repräsentieren Dich - jedenfalls bei mir.
wortfeilchen

Donnerstag, 22. Februar 2007

Best-off Wortspielchen

Ich liebe Wortspielereien und Rhetorik über alles; also habe ich eine kleine Liste mit Wortkreationen zusammen gestellt, deren Auslegung mehr oder weniger eindeutig ist:

  • Der Klassiker: Danke fürs Gespräch! Synonym zu danke für nichts.
  • Gleich gibt es Randale: Robustes peacekeeping!
  • Empathische Dilettanten entspricht dem Begriff Eltern.
  • grobmotorisch veranlagt = tolpatschig ohne Ende.
  • bedarfsblond
  • Intelligenz-Verweigerer
  • So kanns kommen! Passt eigentlich immer und ist fies, weil auf den ersten Blick immer Verwirrung stiftend, während auf den zweiten das Aha-Erlebnis folgt!

wortfeilchen