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Montag, 20. November 2017

so geht das | wollsuche und maschen zum glück.

Wer mich kennt, weiß, ich bin umtriebig und holistisch. Oder andersrum: Ich bin vielseitig und nachhaltig. Das gilt beruflich und privat. Und für Kleidung, die nur an meinen Körper und in meinen Schrank kommt, wenn sie nicht aus Polyester, Mikrofaser und Plastik besteht. Also stricke ich; zum Beispiel Socken und Strümpfe. 

Foto: pixabay
Gerne würde ich einen Pullover für den weltwunderbesten Mann stricken. Natürlich aus reiner Wolle, von der ich weiß, woher sie kommt, wie sie gefärbt wird und wer sie verarbeitet. 

Wenn diese Hürden genommen sind – was durchaus nicht so einfach ist, wie es scheint – wird es nicht unbedingt leichter, schließlich stellt mein Mann berechtigte Wünsche an seinen Pulli: Die Wolle soll nicht mit Zusätzen versetzt, dick, kratzig und einfarbig schwarz oder anthrazit sein. 

Sonntag, 18. Juni 2017

die mär vom friseur und seinen genderspezifischen preisen.

Ich gehe gar nicht gerne zum Friseur. Lieber gehe ich zum Zahnarzt. Ab und an muss ich, ich habe sehr kurze Haare, aber wollen will ich nicht. Es sind viele Kleinigkeiten, die sich rotten und ein geballtes Hindernis ergeben:

Ich mag nicht drei oder sechs Monate im Voraus einen festen Termin vereinbaren, ich mag nicht so weit in die Zukunft planen, das schränkt mich ein, also gehe ich zu einem Friseur, den ich relativ spontan aufsuchen darf. 

Ich mag auch nicht warten. Die meisten Salons sind laut und riechen penetrant nach Parfüm, also warte ich draußen und hätte gerne eine maximale Wartezeit von 5 bis 10 Minuten. In der Realität hocke ich 30 bis 45 Minuten sinnlos herum, bekomme einen Platz zugewiesen, warte wieder, bekomme die Haare gewaschen, warte wieder, bekomme die Haare geschnitten und gehe zur Kasse, wo ich wieder warte. Ein Vorgang, der innerhalb von 15 bis 20 Minuten erledigt sein könnte, zieht sich hin und am Ende fehlen mir zwei Stunden.

Freitag, 2. Juni 2017

mensch- und umweltverträgliches waschmittel schlicht und simpel selber machen.

Ich gehöre zu den Menschen, die nicht alles hinnehmen, nach dem Warum fragen, nachdenken und dann eine Lösung suchen. Das gilt generell, allgemein und auch für Waschpulver. Davon verbraucht ein durchschnittlicher Mensch eine große Menge. Die muss hergestellt, transportiert, bezahlt und nach Hause geschleppt, um verbraucht zu werden und in der Mülltonne zu landen. Unterwegs gelangt es in die Wäsche, auf die Müllkippe (wo die Verpackung meist verbrannt wird), ins Wasser, in die Kläranlage und wieder zurück zu uns, auf den Acker, in die Wiesen, Seen und Flüsse. Ist halt alles ein Kreislauf. 

Verpackung & Kosten 

Mehr oder weniger sinnvoll ist die Verpackung von Waschmitteln: Üblicherweise handelt es sich um Plastikflaschen, Pappkartons oder Plastiktüten in verschiedenen Größen. Diese werden aus Rohstoffen hergestellt, wobei Energie verbraucht wird, um danach (mit Kraftstoffverbrauch und CO2) in die Geschäfte gebracht zu werden, wo wir sie dann kaufen, um sie ins Auto zu laden, zu Hause verbrauchen und, wenn leer, in den Müll werfen. 

Nachfüllbar? Ich kenne keine Möglichkeit und kein Angebot. Ich möchte aber auch nicht so viel mit dem Auto fahren, die Straßen und Parkplätze sind sowieso schon so voll und die Abgase, nee, lass mal. Und mal ehrlich, wer von Euch geht zu Fuß zum nächsten Supermarkt, zur Drogerie oder fährt mit dem Fahrrad? 

Waschpulver wiegt auch was, das passt in einen Rucksack, aber ins Handtäschchen nun nicht gerade. Günstig ist so ein Waschmittel auch nicht. Das geht ins Geld. Bio-Waschmittel sind sogar noch teurer. Ob die Preise gerechtfertigt sind? Möglich, schließlich hängt da ganz viel dran und das global. Waschmittel werden weltweit hergestellt, international rumgefahren und was da alles drin ist ... 

Handelsübliches, ganz gewöhnliches Waschmittel 

Die meisten Waschmittel enthalten ungemein viele Zusatzstoffe, die Wäsche, Maschine und Mensch gar nicht brauchen. Sogenannte waschaktive Substanzen, verschiedene Tenside, Alkalien, Bleichmittel, optische Aufheller, Schaumregulatoren, Proteasen, Inhibitoren, Stabilisatoren und Enzyme. Dazu kommen Duftstoffe und Parfüme, die uns das Waschen einfacher und schöner machen (sollen) und die Wäsche sauberer, weicher, duftender, fluffiger, strahlender usw. Egal ob flüssig, als Pulver oder Gel – Waschmittel enthält eine Menge chemischer Stoffe, die alle wieder zu uns zurückkommen. 

Einige, eigentlich sogar recht viele dieser Inhaltsstoffe sind biologisch sehr schwer abbaubar und lagern sich in der Umwelt, in unserer Luft, unserem Wasser, den Böden, Lebensmitteln und in uns ab. Das Klärwerk schafft es nicht, beispielsweise optische Aufheller, Phosphate oder Vergrauuungsinhibitoren abzubauen. Das gilt auch für viele Duftstoffe, z. B. einige ätherische Öle, die sich nachweislich in Fischen wiederfinden. 

Ganz übel sind übrigens Flüssigwaschmittel und sonstige Waschmittel (Bleiche, Weichspüler etc.), die in Plastikflaschen angeboten werden. Allein die Verpackung produziert ungemein viel unnötigen Müll und die Inhaltsstoffe belasten das Abwasser sogar noch stärker, als es Waschpulver inklusive Bleichmittel und sonstigen Zusatzstoffen hinkriegt. Dabei reicht stets eine kleine Menge, um die Wäsche sauber zu machen, und die Temperatur hilft auch. 

Bio-Waschmittel 

Ja, dann kaufen wir halt Biowaschmittel. Schließlich gibt es die mittlerweile fast überall als Waschpulver, Kompaktwaschmittel, Flüssigwaschmittel, Tabs oder Gel. Pustekuchen, denn der Zusatz Bio bedeutet nicht automatisch umweltfreundlich. Es gibt keine festen Regeln, Vorschriften und Gesetze, die vorgeben, was Ökowaschmittel und Biowaschmittel beinhalten sollen, können oder dürfen. Steht Bio drauf, sagt das lediglich etwas über die Herkunft der Inhalts- und Rohstoffe aus. Aber nichts über die Produktionsbedingungen, Sozialverträglichkeit, Verpackung und schon gar nicht über den Transport. 

Grundsätzlich enthalten Bio-Waschmittel meist weniger Duftstoffe, weniger Farbstoffe, weniger Aufheller, dafür aber nachwachsende Rohstoffe. Da ist es aber wie bei den Waschnüssen (siehe nächster Absatz): Es kommt darauf an, unter welchen Bedingungen die Rohstoffe hergestellt werden. Vor ein paar Jahren gab es zum Beispiel einen Boom mit Orangenschalenöl, das unter hohem Wasserverbrauch und mit Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln hergestellt wurde – und giftig für einige Wasserorganismen ist. Die Abbaubarkeit von Öl, das aus Orangenschalen hergestellt wird, ist einfach nicht gegeben. 

Also, gilt auch für Bio- und Ökowaschmittel: Die Dosis macht das Gift. Schließlich muss auch das hergestellt, verpackt, transportiert und aus dem Abwasser entfernt werden. Daher auch damit sparsam umgehen und vernünftig dosieren. 

Waschnüsse & Konsorten 

Waschnüsse sind Nüsse; sie werden daher geknackt, in einen Beutel gesteckt und in die Waschtrommel gegeben. Die Schalen sind waschaktiv, entfernen Flecken aber nicht unbedingt so gut. Die Nussschalen werden blass, wenn sie verbraucht sind und können auf den Kompost; so einer vorhanden ist. Klingt gut, denken viele, und kaufen Waschnüsse. Nicht ganz, denn die Waschnuss wird in erster Linie in Asien angebaut und durch die erhöhte Nachfrage werden Waschnüsse übertrieben viel angebaut, um auch ein Stück vom Kuchen zu bekommen und die eigene Existenz zu sichern. Das ist nicht verwerflich, aber es entstehen Monokulturen, Überbewirtschaftung unter Einsatz von Düngemitteln, Pestiziden etc. und ganze Gebiete werden gerodet. In Europa angebaute Waschnüsse gibt es auch, sie sind allerdings teurer und in kleineren Mengen erhältlich. Also, auch keine Lösung. 

Alternativen mit mehr oder weniger guter Erhältlichkeit, lokaler Herkunft, akzeptabler Preisgestaltung und ausreichender Waschwirkung sind Kastanien oder Rosskastanien, Seifenkraut, Ringelblumen, Efeu, Primeln, Ahorn, Seifenbohnenbäume oder auch Rüben. 

Das Baukastensystem ist eine gute Idee, mir aber mit zu viel Aufwand verbunden. Ich mag nicht jedes Mal entscheiden und dosieren, wie viel Waschpulver, Bleiche, Fleckensalz und Wasserenthärter ich verwenden will, muss und kann. 

Donnerstag, 7. April 2016

malbücher für erwachsene: linientreue affirmation.

Trends zu folgen ist mir fremd. Woran das liegt, dazu können Theorien bemüht und mir wilde Ideen um die Ohren gehauen werden. Was alle gerade und jetzt machen, oder demnächst machen wollen, sollen, werden und können, nun, das geht an mir vorbei. Daher ist es keine Überraschung, dass ich erst in den letzten Wochen auf ein Phänomen stieß, das mich weiterhin erstaunt: 

Verlage jubilieren, Schreibwarenhändler (so es sie noch gibt) wundern sich über leere Regale und Stifthersteller machen Überstunden - Malbücher für Erwachsene sind der Grund. Natürlich hat der Trend nicht einen so banalen Namen, Adult Coloring lautet die korrekte, trendige Bezeichnung des Hobbys für jedermann. Und es ist eine ernste Sache, die mit Hingabe, Vehemenz und Akribie betrieben wird. Schließlich werden weitreichende Entscheidungen getroffen! Welches Rot oder doch lieber Lila? Oh, wahrscheinlich ist das mein Kardinalfehler: Bestimmt geht es um Farben, die Mauve oder Schlamm heißen. Die Qual der Wahl aus dem eigenen Sortiment der 140 Buntstifte hat schließlich weitreichende Folgen. 

Stifte raus!

 

Theorie ist eine Sache, Praxis die andere. (Und nicht der klingonische Mond.) Also habe ich es getan. Die Buntstifte rausgekramt, Anspitzer und Radiergummi ebenfalls und frisch ans Werk. Vielleicht waren die Ausgangsvoraussetzungen ein wenig unfair, denn ein Malbuch habe ich nicht gekauft, lediglich einen Auszug aus einem ausgedruckt. Stifte habe ich auch nicht gekauft, sondern genommen, was da war, wobei das vielleicht den Eventcharakter schmälert. Möglicherweise habe ich mir nicht ausreichend Mühe gegeben und hätte Schattierungen und Verwischungen einbauen sollen und bestimmt habe ich nicht den notwendigen Ernst an den Tag gelegt. Aber, he, ich habe es getan! 

Und weil ich gelesen habe, dass eigene Werke präsentiert werden sollen, hier ist es: 


Das Erlebnis, nun, es ist eher unbefriedigend. Die Entspannung ließ trotz des Zeitaufwandes und der Gestaltung des passenden, reizarmen Umfeldes auf sich warten. Im Gegenteil, mein Nacken verspannte sich und eigentlich wollte ich die Vorlage dauernd verändern, ergänzen und ganz anders machen. Auch das Drama um die adäquate Auswahl der passenden Farbe blieb aus. Ich fühlte mich dauernd in Grenzen, bzw. Linien verwiesen, die ich einzuhalten habe. Begrenzungen und Einschränkungen, dabei soll ich mich doch entspannen, kreativ sein und mich beglückt wohlfühlen. Jetzt und sofort. 

Warum wirkt es bei mir nicht.

 

Es ist halt kein Zeichenkurs. Es ist kontrollierte Schmalspurkreativität, die für manche, (wie es aussieht) sogar viele Menschen funktioniert. Sie fühlen sich bestätigt, kreativ und das größte Risiko besteht im Übertreten der vorgegebenen Linien. Vorkenntnisse, Fähigkeiten, Übung, Talente - nichts ist erforderlich, es geht einfach los und funktioniert. Der schnelle Erfolg ist gegeben. Für jeden und alle. Es ist einfach, problemlos, bequem und man erschafft etwas mit den eigenen Händen. Der Mensch wird zum vermeintlichen Schöpfer. Nun, eher zur Light-Version des Schöpfers inklusive reduzierter Kreativität - und passt damit prima in die Wünsche und Bedürfnisse der Zeit.

Ja, mag der gewiefte Ausmaler nun sagen, Gestaltungstherapie und künstlerische Betätigung sind doch nachgewiesenermaßen erholsam für den Geist, entspannend für den Körper und machen glücklich. Ja, sage ich, aber Kunst machen und Kunst anschauen, so einfach ist es dann doch nicht, da sollte und müsste man differenzieren. Auch Vergleiche mit Mandalas und Buddhismus werden bemüht, hinken aber beträchtlich hinterher. Wobei ich dem Ausmalen eine gewisse psychologische (Aus-)Wirkung nicht einmal absprechen mag und will. Nur, bei mir funktioniert es nicht. 

Was bleibt.

 

Ein neues Malbuch steht gleichbedeutend mit neuen Motiven und neuen Stiften, praktischerweise gibt es Bücher und Stifte als Bündel - und die Händler frohlocken, denn genau das ist der Punkt des Hypes: Es lässt sich Geld verdienen. Eine Menge Geld. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

Ich für meinen Teil habe meine vielen Kohle-, Graphit- und Bleistifte in unterschiedlichen Härtegraden und Stärken gefunden. Und die werde ich nutzen. Ohne Vorgaben und Linien. Auf jungfräulich leerem Papier. Es hat doch etwas gebracht, das Experiment Malbücher für Erwachsene, nur nicht wie vorgesehen.

Mittwoch, 24. Februar 2016

zögern, zaudern, socken stricken.

In der Grundschule lernte ich, wie alle Mädchen damals, sticken, stricken, häkeln. Also, ich sollte das lernen, von wollen war nie die Rede, gefragt wurde auch niemand, das macht man halt so. So lautete der Plan, bzw. der meiner Grundschullehrerin, humorvoller Haudegen der alten Garde. 

Die Sache mit dem Sticken, Häkeln und Stricken stand nun also an. Im Handarbeitsunterricht. Frohen Mutes ging es los – und schief. Das Problem, dessen ich mir in keinster Weise bewusst war? Ich war und bin Linkshänderin. Die einzige Linkshänderin weit und breit und vor allem in der Klasse. Gefühlt im kompletten Universum, denn was ich zustande brachte war alles, aber nicht schön und schon gar nicht das, was die anderen hinbekamen oder die Lehrerin wollte. Ich versuchte es. Das Ergebnis? Knoten, viel zu lockere Maschen, unglaublich stramme Maschen, trapezförmige Topflappen, schief umstrickte Kleiderbügel und traurig anmutende Teddybären. 

Meine Lehrerin versuchte es mit stoischem Druck und gnadenloser Härte. Das muss so und das geht so. Mit rechts. Punkt. Es ging nicht. Ich verstand einfach nicht, was mir da vermittelt werden sollte, ich konnte es nicht umsetzen und sie es mir nicht zeigen. Andere hatten Mütter, Tanten, Omas, die es ihnen zeigten konnten, ich war ziemlich allein auf weiter Flur und tanzte aus der Reihe. Ich verstand nichts und irgendwann wollte ich auch nicht mehr. Also, stricken und häkeln. 

Meine Tanten und Omas zuckten mit den Schultern, aber meine Mutter, reichlich brutal umtrainierte Ex-Linkshänderin, war tapfer: Sie, die mit rechts häkeln, sticken und stricken konnte, übte jeden Abend, wie die Abläufe mit der linken Hand zu bewerkstelligen sein könnten. Erst allein, dann mit mir. Und siehe da, ich biss mich durch, ich strickte (halbwegs entzückende) Teddybären, häkelte (weiterhin ziemlich schiefe) Topflappen und bestickte Taschentücher. Mit links. Nicht sonderlich schnell, von außen merkwürdig anzusehen und mit mäßigem Erfolg, aber ich tat es und die Ergebnisse musste sogar meine Grundschullehrerin zähneknirschend akzeptieren. Lob bekamen die anderen, gute Noten auch.

Diese Erfahrungen hingen mir in den Knochen. So sehr, dass ich die nächsten 35 Jahre keine Wolle mehr in die Hand nahm. Nähen, Nähmaschine – alles gut, aber einen Pullover häkeln oder Socken stricken? Niemals! Nicht einmal einen Schal! Schon bei dem Gedanken wurde mir schlecht und brach mir der Angstschweiß aus. 

Bis vor ein oder zwei Jahren. Da wollte ich Wollsocken. Nicht aus Polyester, Polyamid und sonstigen künstlichen Materialien. Ich wollte Wollsocken. Reine Naturwolle. Weich, warm und natürlich. Gibt es nicht, kriegen wir nicht, nehmen Sie doch was da ist, was Sie wollen, will keiner – kurz: Es gibt keine Wollsocken, die mir gefallen. Lediglich Mischgewebe, schreckliche Farben, merkwürdige Muster. 

Und nun? Socken stricken? Mit 5 Nadeln und dann noch Fersen stricken? Das schaffe ich nicht. Das kann ich nicht. Das Kindheitstrauma verfolgte mich. Ich war blockiert, fast schon ein bisschen verzweifelt. Das Vertrauen in meine Fähigkeiten war kaum bis gar nicht vorhanden. Aber ich wollte Wollsocken. Und ich gebe nicht auf. Niemals. Ich kann alles lernen. Oder zumindest versuchen. Das kann doch nicht so schwer sein! Hallo? Ich habe schon ganz andere Sachen gelernt und geschafft! 

Ich suchte, fragte und schaute mich um. Das Internet, eine Quell des Wissens, war mehr als hilfreich. Denn da war er plötzlich, der Weg, wie ich mit einer Rundstricknadel zwei Socken nicht nur gleichzeitig, sondern auch passend und inklusive Ferse stricken konnte. Aus reiner Wolle. 


Auch wenn es vielleicht nur Socken sind, die ich nun stricken kann, beweisen genau diese schlichten, einfachen Wollsocken eines: 

Mach doch einfach. Lauf nicht weg. Lauf drumherum. Nimm Umwege, aber gib nicht auf. Niemals. Such Dir Deinen Weg. Es gibt nämlich nie nur einen. Es gibt Möglichkeiten. Und wenn etwas für mich und zu mir nicht passt, heißt das noch lange nicht, ich bin unfähig oder blöd. Es bedeutet nur, da ist mehr. Und es gibt immer einen Weg. Und es muss nicht immer der sein, den alle nehmen.

Mittwoch, 13. November 2013

lokales: alles käse.

Früher war dort ein stinknormaler Supermarkt, der nicht besonders gut und auch nicht besonders schlecht war. Heute ist dort ein relativ unscheinbarer Bio-Supermarkt names Biokauf - eine feine Sache! Was die Sache aber noch viel feiner macht, ist Karsten Buhr, der dort nämlich mit 12 Metern Länge die längste Bio-Käse-Theke Deutschlands führt. 

Obwohl, führen ist der falsche Ausdruck, denn Karsten lebt und liebt Käse. Das merkt man ganz schnell. Ja, er lässt probieren und hat eine immense Auswahl der verschiedenen Käsesorten der Welt, aber er ist noch ein bisschen netter, freundlicher, herzlicher, offener - und er lächelt mehr als andere. 

Gut, es liegt natürlich auch an seinen Produkten: Vielleicht liegt es daran, dass er einer der wenigen ist, der außerhalb der Schweiz einen feinen Gruyère anbietet, der nach etwas schmeckt (weil er mindestens 12 Monate reifen durfte) und die vielen kleinen, von mir so geliebten Salzkristalle hat. Und Karsten mag, im Gegensatz zum weltbesten Mann, Emmentaler, weil er die schönsten Löcher. Karsten brachte uns auf den Geschmack eines Käses, der Via Mala heißt, und er bietet den vom weltbesten Mann so sehr geliebten Taleggio feil. Eben, gar nicht so einfach bei so vielen Sorten nicht alle mitzunehmen. 

So kannte ich Karsten bisher. Aber er hat ein Geheimnis, von dem niemand wusste. Und das bekam der weltbeste Mann gestern zur Käsetüte, so sieht es aus:



Welche Umtriebe begegnen Karsten, wenn er nicht in Sachen Käse unterwegs ist? Wir werden erfahren, denn Die Käse-Konnektion geht weiter!

Mehr Infos über Bio-Käse, Bio-Käse Bochum, Karsten Buhr und Die Käse-Konnektion findet Ihr, wenn Ihr auf die jeweiligen verlinkten Begriffe klickt. Ein bisschen Pech habt Ihr, wenn Ihr nicht bei Facebook seid, dann verpasst Ihr nämlich die Fortsetzung von Die Käse-Konnektion. Oder noch besser: Ihr geht direkt in den Laden an der Wittener Straße 111 in Bochum, kauft eine Menge Käse und könnt weiterlesen. Geöffnet ist Biokauf montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr sowie samstags von 8 bis 18 Uhr.

Mittwoch, 6. November 2013

fundsache: der vollständige hausdoktor und die wechseljahre.

Wechseljahre, Klimakterium - irgendwann holt die Zeit Frau und auch Mann ein, bzw. der Verfall ist auf dem Weg. Geht für den einen gut, für den anderen nicht so. 

Um 1900 gab es auch zu diesem Thema einen Absatz in dem damals sehr beliebten Buch Der vollständige Hausdoktor. Bewährte Hausmittel gegen die meist vorkommenden Krankheiten der Menschen. Mit einem Anhang: Behandlung von Frauen- und Kinderkrankheiten und Kost für Kranke.



Auch eine Sichtweise. Die Sache mit der vorausgehenden Krankheit macht mir gewaltig Gedanken. Und wie ich mich im Wasser gelinde abhärte. Wässern wir uns!

PS: Ich bin gespannt, was das Frollein Doktor dazu sagen würde. Sie weiß es nämlich sehr viel besser und schreibt darüber sehr lesenswerte, hilfreiche und amüsante Bücher. Auch eines über Wechseljahre. Und hat eine Menge sehr guter Tipps und Ratschläge. Zum Beispiel: Alles entspannt angehen.

Montag, 8. Juli 2013

versuchsküche: meeresbohnen bzw. meeresspargel.

Gesehen habe ich das Grünzeug in der Gemüseabteilung bereits im Winter, damals hieß das Gemüse Meeresspargel. Allerdings hätte ich eine ganze Kiste, sprich mehr als ein Kilo nehmen müssen, weshalb nur eine Rohkostprobe stattfand, die durchweg positiv, wenn auch nicht aussagekräftig ausfiel. Nun heißt es Meeresbohnen, wird aber in kleinen Döschen verkauft - perfekte Grundlage, um das Futter zu testen.



Roh sieht der europäische Queller, das Fuchsschwanzgewächs (Amaranthaceae) so aus und kann durchaus als Salat gegessen werden. Er riecht nach Meeresbrise und schmeckt knackig, salzig, ein klein wenig pfeffrig wie Radieschen, weist vielleicht eine gewisse Ähnlichkeit mit grünem Spargel oder Buschbohnen auf und ist sehr lecker.



Die Haricots de Mer, so der französische Name, standen im Großmarkt zwischen Pulpo und Kieler Sprotten, also im Fischbedarf, wozu sie sicherlich auch sehr gut passen.Wir haben Grashalme und holzig erscheinende Enden entfernt, gewaschen und ihn mit ein wenig Knoblauch in Olivenöl kurz angebraten. Sehr lecker und durchaus vorstellbar mit Scampi und Pasta oder als Salat oder in Essig eingelegt, wie oft im Internet empfohlen.



PS. Gruß aus der Küche an Heidi Hensges, die übrigens eindeutig kauf- und lesbare Bücher schreibt.

Sonntag, 2. Juni 2013

kauft endlich bio-tampons!

Der monatlichen Menstruation ist jede Frau mehr oder weniger früh und lange ausgesetzt. Manche reden nicht drüber, manche haben Schmerzen, eine Sache teilen wir alle: Wir brauchen sogenannte Hygieneartikel, wobei das Wort an sich schon eine Beleidigung ist, wir benötigen Binden oder Tampons doch nicht zur Körperpflege. Das ist auch nicht der Punkt an dieser Stelle, der liegt hier: Eine Frau verbraucht in ihrem Leben ca. 10.000 Tampons, so sie denn welche verwendet und nicht andere Produkte bevorzugt.

Konventionelle Tampons bestanden früher aus Baumwolle, heute zum größten Teil aus Viskose. Viskose ist eine glänzende Chemiefaser, die aus Zellulose gewonnen wird. Dazu werden meist Sägespäne aus Holz mit Chemikalien, z. B. Natriumlauge, gekocht. Die entstehende Masse wird mit u. a. mit Natronlauge und Schwefelkohlenstoff vermischt, eine Kunststofffolie wird ebenfalls im Tampon verschweißt oder verklebt - ach, verkürzen wir die Sache: Tampons werden mit Hilfe von sehr viel Chemie hergestellt. Das kostet Rohstoffe, die durchaus mit Pestiziden oder anderen Schadstoffen belastet sein können, verbraucht eine Menge unnötiger Energie und belastet die Umwelt, denn Tampons sind biologisch nicht abbaubar. Hier ein Artikel von Ökotest zum Thema Tampons.

Jetzt bitte kurz überlegen: Etwa 5 Jahre lang trägt Frau so ein Chemie-Produkt in sich umher. Ein Produkt, das bereits bei der Herstellung nachweislich bedenkliche Stoffe beinhalten kann und für unsere Welt so gar nicht gut ist. Ihr glaubt das nicht, dann schaut mal auf eine Packung herkömmlicher Tampons und Ihr findet raus, dass lediglich die Verpackung, wenn überhaupt nachhaltig und abbaubar ist:



Ich möchte das nicht, also mussten Bio-Tampons her. Gar nicht so einfach, denn ich zahle zwar gerne etwas mehr für mich, aber die Preise von Bio-Tampons im Bioladen, Reformhaus oder Versand sind im Vergleich zu konventionellen Tampons schon ziemlich happig. Und Tampons, die grau wie altes, zermatschtes Zeitungspapier aussehen, möchte ich auch nicht. 

Aber es gibt sie, echte Bio-Tampons, die genauso günstig und reinlich weiß wie die bösen aus dem Drogeriemarkt und zudem nachhaltig und abbaubar sind:



Ich habe sie bestellt, per Vorkasse und Überweisung bezahlt, sie waren schnell da und auch noch sehr gut verpackt, d. h. für mich sicher, für andere dezent verpackt. Sie erfüllen ihren Zweck und ich fühle mich nicht merkwürdiger als sonst während der Menstruation. Im Gegenteil, ich trage keine Chemie in mir spazieren und weiß, meine benutzten Tampons brauchen nicht 12 Millionen Jahre um zu verrotten.


In diesem Shop sind meine Bio-Tampons problemlos und bequem zu bekommen. Neben ganz vielen Informationen zum Thema. Wer Rede- oder Like-Bedarf hat, kann dies bei pure bio.tampons via Facebook tun.


PS. Nein, ich bin nicht mit Christine Weinbach verwandt, verschwägert, adoptiert, sie ist keine Kundin von mir und ich bekomme auch keine Provision in Form von Gratis-Stöpseln.

Montag, 20. Mai 2013

fundstück: mein uropa und die buchhaltung.


Die Abneigung gegen Zahlen scheint in der Familie zu liegen. Gut, dass aus mir eine Philologin mit Taschenrechner wurde.

Donnerstag, 28. März 2013

wonnige werbung: astra - im bett ne flasche.

Gute Werbung braucht nicht viele Worte. Aber eine Idee und ein Konzept. Und so kann das Ergebnis aussehen - wonnig eben:


PS. Dieses und weitere Motive kann man runterladen oder bestellen: hier.

Mittwoch, 27. März 2013

in eigener sache: neues zuhause in bochum gesucht.

Wir haben ein halbes Jahr nach unserem Einzug und ausgiebigen Renovierungen unsererseits eine Kündigung wegen Eigenbedarf erhalten. Ich erspare Euch die Details und bitte Euch, uns bei der Suche nach einem neuen Zuhause zu helfen: 


Haus/Wohnung in Bochum gesucht!


Wir (Texterin und Architekt - beide selbstständig) suchen Wohn- und Arbeitsraum (ca. 120 bis 150 qm) maximal 2 Kilometer vom Hbf. Bochum entfernt. Gerne Altbau, Hinterhaus, Ladenlokal, Praxis etc. mit Terrasse/Garten zur Miete oder zum Kauf. 

Wer etwas weiß, hat, jemanden kennt, Details erfahren möchte oder schlicht weitersagen mag und sich gerne bei mir melden will: info(at)wortfeiler.de oder anrufen unter 0234 - 51 646 18.

Wir versprechen auch gerne eine großzügige Einladung zum Menü nach Wunsch. (Wer uns kennt, weiß, das lohnt sich! :-))

Vielen Dank!

Samstag, 23. März 2013

earth hour 2013: heute zwischen 20.30 und 21.30 uhr - licht aus!

Quelle: http://www.wwf.de/earth-hour-2013/mache-earth-hour-bekannt/


Earth Hour: Eine Stunde für unseren Planeten


Letztes Jahr haben 6.525 Städte in 150 Ländern an der WWF Earth Hour teilgenommen und damit an einer der weltweit größten Umweltaktionen. Big Ben, Eiffelturm, Kölner Dom, Brandenburger Tor - und viele weitere Sehenswürdigkeiten, Gebäude und Millionen von Menschen rund um den Globus machen auch dieses Jahr wieder mit und zwischen 20.30 und 21.30 Uhr für 60 Minuten das Licht aus.


Licht aus: Ein Zeichen für den Schutz des Klimas, der Umwelt und uns


Das Motto lautet Deine Stunde für unseren Planeten und zeigt, dass es auf jeden einzelnen Menschen ankommt, denn wir können alle etwas bewegen. Hoffentlich nicht nur heute für eine Stunde, sondern täglich und immer wieder. Los!


Montag, 4. Juni 2012

fundstück: was frauen wirklich glücklich macht.

Reebok hat eine Umfrage durchgeführt oder durchführen lassen. So ganz genau kann man das nicht sagen - denn die Angaben sind ein wenig lückenhaft. Der Sportartikelhersteller ließ in Deutschland, England, Frankreich, Italien und Spanien 3.000 Frauen im Alter von 18 bis 39 Jahren befragen. 

Die Frage: Was macht Sie glücklich? 

  • 74 % macht es gemeinsames Lachen mit Freunden außerordentlich glücklich.
  • 71 % gaben an, dass Fitness und Gesundheit ihr Glück ausmachen.
  • 65 % der befragten Frauen macht ein tolles Sexleben glücklich. 
  • Ebenfalls 65 % erfüllt ein frisch bezogenes Bett mit enormen Glücksgefühlen.
  • Weitere 65 % sind wirklich glücklich, wenn ihre Wohnung bzw. ihr Haus sauber ist.
  • Und noch einmal 65 % erbeben vor Glück, wenn sie Zeit mit ihrer Familie verbringen. 
  • Es folgen Musikhören (58 %), Blumengeschenke (59 %) und zu vielen Partys eingeladen werden (27 %).

Sind Frauen wirklich so einfach oder hat man rein zufällig 3.000 sehr simple Geschöpfe erwischt? Sind meine Ansprüche vergleichsweise groß oder schlicht viel zu gering? 

Ich bin eine Frau, dennoch bin ich draußen, denn ich gehöre laut Soziodemographie nicht zur befragten Altersklasse, somit nicht zur Zielgruppe von Reebok!? Vielleicht bin ich aber doch keine Frau, denn meine Glücksmomente werden nicht unbedingt durch die oben genannten Aspekte ausgelöst. 

Also, jetzt mal ehrlich: Machen Euch solche Sachen so richtig und wirklich glücklich?

Donnerstag, 28. April 2011

frühlingsimpression aus hamburg.


Vielen Dank an Doro und meine beste Freundin!

wortfeilchen

Montag, 18. April 2011

manche dinge müssen mal gesagt werden.


Facebooknutzer wissen ganz genau, was ich meine.

wortfeilchen

PS. Das hübsche Dingen ist nicht von mir, sondern von ihm hier. Und hier als Download für Mac- und Windowszeugs.

PPS. Nein, die Rechtschreibfehler korrigiere ich nicht, ich verbuche sie in diesem Fall ausnahmsweise unter künstlerischer Freiheit.

PPPS. Samstag hat er geheiratet, heute Geburtstag - Glückwünsche und Küsschen, lieber Ralf!

Dienstag, 29. März 2011

leistung für lau. oder seltenes aus dem alltag einer werbetexterin.

Es kommt selten vor, aber es kommt vor: Eine Geschichte, wie ich sie letzte Woche erlebt habe:

Über eine Business-Plattform im Internet kam er. Und angeblich über eine Freundin, was nicht bewiesen ist. Er, ein Coach, wurde mein Kontakt - und schickte mir zwei Tage später eine recht formlose und unfreundliche E-Mail (ohne Signatur) mit einem sehr langem Text. Dabei handelte es sich um einen Werbetext, der natürlich für ihn werben soll. Ich solle den Text doch mal lesen, schauen, wie er auf mich wirkt und ob ich ihn verstehe. Ich überflog den Text, schüttelte mit dem Kopf und widmete mich meinem reichlich vollen Schreibtisch.

Weitere zwei Tage später klingelte das Telefon, eine männliche Stimme teilte mir recht barsch einen Namen mit und fragte, ob ich seine Mail bekommen habe. Kein guter Einstieg - und besonders freundlich auch nicht. Ich entschuldigte mich und teilte ihm mit, dass ich krank sei und unbedingt wieder ins Bett müsse, wir könnten demnächst gerne mal reden.

Das interessierte den Herrn Berater kaum, er kam gleich zu seinem Text, der - seiner Ansicht nach - die Welt verändert. Ich erklärte ihm kurz und sehr höflich, dass ich ganz viele Rechtschreibfehler gefunden habe, eine Formatierung sowie Überschriften nicht vorhanden seien, der Text zu lang und unübersichtlich sei - kurz, die Lesefreundlichkeit ist nicht gegegeben, aber über den Inhalt könne ich wenig sagen.

Seine Antwort? Er polterte ungehalten los: Sein Rechtschreibprogramm findet ALLE Rechtschreibfehler, das könne schon mal gar nicht sein. Na, aber sicher, aber warum weiß die Rechtschreibprüfung dann nicht, dass man Anlass mit ss schreibt? Und warum versagt sie bei den Feinheiten und kann nicht zwischen effektiv und effizient unterscheiden? Es schien, als wolle er meine Meinung nicht hören, sondern schlicht bestätigt haben, wie toll er schreibe und wie wunderbar sein Text sei.

Es ging aber weiter: Um mein Können zu zeigen, wäre es doch angebracht, dass ich den Text einfach mal eben kostenlos überarbeite, so seine nächste Aussage. Nein, lautete meine freundliche, aber bestimmte Antwort, ich arbeite nicht kostenlos, auch nicht zur Probe. Werbetexte kosten Geld - und ich nannte meine Preise. 

Ob er denn mal meine Webseite gesehen hätte oder mein Blog gelesen hätte und überhaupt wisse, wer ich bin und was ich mache? Nein, natürlich nicht, und es schien durch, dass es doch wohl meine Aufgabe sein IHN zu informieren und zu überzeugen.

Grundsätzlich nicht falsch, aber ein wenig Interesse, Freundlichkeit, Höflichkeit und eine gute Portion der von Beratern so oft gerühmten Soft Skills, zu denen doch auch Empathie gehört, wäre von seiner Seite angebracht. Man kann nicht Kundenorientierung, Dienstleistung und Service erwarten, wenn man selbst nichts davon bietet. Man sollte auch zuhören, denn wenn mein Gegenüber mir mitteilt, sie sei krank, habe Schmerzen und den Text nur überflogen, fragt man, wann es passt, wünscht gute Besserung und legt auf.

Ja, Werbetexterei ist mein Beruf - und dafür werde ich bezahlt. Fragt man nach meiner Meinung, gehört diese zur Sparte Werbeberatung - und kostet Geld. Natürlich nicht die Erstberatung sowie der ein oder andere Tipp, aber die hatte ich ihm bereits geschenkt.

Zuhören ist für Werbetexter ganz wichtig, aber nicht zu Wort kommen, überrannt werden und selbst nicht gehört werden, nein, so läuft das nicht.

Ein Berater, der weder E-Mails verfassen noch telefonieren kann? Ganz schlechte Voraussetzung. Ich war dann doch ein wenig neugierig und machte mich auf die Suche nach seiner Webseite - und war geschockt, denn die ist optisch und inhaltlich schrecklich - und völlig unprofessionell.

Ich könnte ihm beibringen, wie die Sache mit der Werbung grundsätzlich funktioniert, dass eine Webseite eine Aussage haben sollte, dazu bitte übersichtlich ist und Kundennutzen beinhaltet - und Kontaktdaten in eine E-Mail gehören und nicht über ein Business-Plattform abgerufen werden müssen. Werbetexte sollen Kunden ansprechen, abholen und informieren - Texte sind der Wurm, der dem Fisch und nicht dem Angler schmecken muss. 

Ich bin mir ganz sicher, wenn ich den Herrn frage, wer seine Zielgruppe ist und wie er sein Alleinstellungsmerkmal definiert, hat er keine Antwort. Eine gesunde Basis, ein ausgefeiltes Konzept, einen professionellen Webdesigner, eine kompetente Texterin? Ach was, braucht er alles nicht. Er weiß das doch alles schon, kann alles und braucht nur jemanden, der ihm devot und kostenlos huldigt - danke, aber nicht mit mir. 

Lieber Coach, ich wünsche Dir ganz viel Erfolg und Glück - Du wirst es brauchen!

wortfeilchen 

PS. Manchmal passt es nicht, dann stimmt die Chemie nicht und man sollte von einem Projekt die Finger lassen. Das merkt man - und lässt es.

Mittwoch, 9. März 2011

in eigener sache: kulinarisches.

Drei Wochen Zürich. Wunderwonneschön war es. Aufregend und auch ein wenig irritierend. Aber das würde zu weit in die eigenen Sachen führen.

Manche schicken Postkarten, andere knipsen Sehenswürdigkeiten - wir fotografieren, was wir kochen - wenn es wir es nicht ganz schnell verputzen.

In der Schweiz erfunden, munkelt man, aber auf jeden Fall sind diese Baiser enorm groß - und riesig lecker. Hier kaufbar.

Foto: Barbara Piontek

Kann man auch mit verführerischer Mousse au chocolat, natürlich vom Maître persönlich hergestellt, servieren und essen.

Foto: Pierino Cerliani

Das Lamm im Gemüsebett. Und im Römertopf. Es duftete und mundete unnachahmlich.

Foto: Barbara Piontek

Eine Quiche mit Lauch und viel gutem Schweizer Käse gab es auch.

Foto: Barbara Piontek

Ein Familienrezept namens Moby Dick - eine Fischpastete.

Foto: Pierino Cerliani

wortfeilchen

PS. Das typische Schweizer Käse-Fondue war zu schnell im Magen; für ein Foto reichte es - wie so oft - leider nicht.

PPS. Nein, ich habe nicht zugenommen, ich habe sogar vier Kilo abgenommen.

Dienstag, 8. März 2011

dinge, die in deutschland fehlen: schweppes zitrone.

Zugegeben, es sind nicht viele, aber immerhin gibt es doch ein paar Dinge, die man in einem handelsüblichen Supermarkt in der Schweiz kaufen kann, die ich in Deutschland nicht bekomme. 
Schweppes bietet so ein Produkt an: Schweppes Lemon bzw. Schweppes Lemon Fusion. Natürliche Inhaltsstoffe, nicht zu viel Zucker, dazu wunderbar erfrischend und lecker. 

Nein, ich mag kein Bitter Lemon und andere krude Getränke, aber das, das mag ich. Aber warum ist Schweppes Lemon nicht in Deutschland erhältlich?


... denn bisher nur in der Schweiz entdeckt. Leider!

wortfeilchen

PS. Ja, ich weiß, keine weltbewegende Sache, aber einfach mal probieren und dann urteilen.

Dienstag, 15. Februar 2011

kindheitserinnerungen: majala.

Damals, in den 70ern, vielleicht auch noch in den 80ern des letzten Jahrhunderts gab es eine Nachspeise, einen Pudding, der sehr lecker und fluffig war. Es gab ihn in den Geschmacksrichtungen Orange und Zitrone. Auf der Packung sah man eine spanisch oder südländisch anmutende Szenerie: Ein kleiner, niedlicher Esel war dort zu sehen, er war halbwegs vor einen kleinen Wagen gespannt, der ein Dach aus gestreiftem Stoff hatte. Auf dem Wägelchen, also in der Auslage, waren - je nach Sorte - Orangen oder Zitronen drapiert.

Es wurde Wasser mit Zucker gekocht, das Puddingpulver, in dem eine kleine Kapsel mit Fruchtöl oder so zu finden war, mit einem Eigelb vermischt und in das kochende Zuckerwasser gerührt. In der Zwischenzeit das Eiweiß geschlagen und unter den aufgekochten Pudding gehoben. Dann brauchte man Geduld, denn der Pudding musste etwa zwei Stunden abkühlen.

Leider gibt es Majala wohl nicht mehr. Obwohl die Marke bei Unilever vertreten ist.


Nicht nur ich vermisse Majala, denn nach Internetrecherchen stieß ich auf die Erfrischungsspeise von Ruf. Abenteuerlustig machte ich mich auf die Suche - und wurde fündig:


Leider gibt es die Erfrischungsspeise nur in der Geschmacksrichtung Zitrone, aber besser als nichts. Die Zubereitung funktioniert genauso wie damals mit Majala - und er schmeckt ebenso lecker, locker und fruchtig wie damals.

wortfeilchen

PS. Ja, die Rechtschreibung auf der Verpackung ist verbesserungswürdig; so schreibt man Erfrischungsspeise eigentlich in einem Wort oder mit Bindestrich und nach dem Bindestrich klein. Bei dem Wort Zitronengeschmack verhält es sich übrigens nicht anders.

PPS. Der liebe Herr Gedankenkosmos hat bei ebay eine Packung majala gefunden, die zum Kauf angeboten wird. Hier der Link und ein Screenshot:


Und der Herr Hoppe hat auch noch ein Bild gefunden: