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Montag, 27. August 2018

ende, aus, vorbei. oder: blog-umzug - kommen sie mit!

Seit 12 Jahren gibt es wortfeiler | barbara piontek, seit 11,5 Jahren dieses Blog. Es ist recht prall gefüllt und bleibt daher bestehen. Neue Artikel und Blogbeiträge wird es in diesem Blog nicht geben.

Ich könnte eine lange Liste mit vielen Gründen posten: Ich wollte längst von der Datenkrake Google weg und habe eine Domain übrig, das sind vielleicht die beiden wichtigsten.

Darum gibt es ein neues Blog, das sich kaum von dem alten unterscheidet. Es sieht vielleicht ein wenig anders aus, ist noch nicht ganz fertig (was daran liegt, dass meine berufliche Website auch erneuert wird und das neue Blog bis dahin als Platzhalter dient) und die Sache mit den Kommentaren und der DSGVO ist ebenfalls noch nicht vollständig geklärt - dennoch:


  • Es ist ein neus Blog. (Die Sache mit den Anfängen und dem Zauber.)
  • Es ist, genau wie dieses hier, werbefrei, kostenlos und dort sind und werden keine bezahlten Artikel und Beiträge zu finden sein. 
  • Es ist, bzw. wird langfristig ein privates Blog, in dem ich alle meine Interessen auslebe. 

Ich freue mich über Anregungen, Fragen, Kommentare und Nachrichten. Via twitter, via Facebook, als Anruf oder Mail!

Ich habe den Weg sicher gestaltet und er führt direkt zum neuen wortfeiler-Blog. Wir lesen uns!

Freitag, 3. November 2017

etymologie | huhau und hottehü. von französischen pferden und deutschen fuhrmännern.

Foto: pixabay
In einer lauen Sommernacht des Jahres 1815 bereitet der französische Maître Marie-Antoine Carême in der Küche eines feudalen Hauses in Paris einige seiner berühmten Delikatessen zu. Napoleon Bonapartes Niederlage bei Waterloo liegt 3 Wochen zurück, der selbstgekrönte Kaiser ist längst auf die Insel Elba verbannt, das Volk ist unruhig und zieht wütend durch die Straßen der französischen Hauptstadt. Das Wetter - es ist schwül, die Luft schwer - taugt nicht, um den Mob zu besänftigen. 

Carême ist für einige Wochen in den (ehemaligen) Pariser Palast Napoleons zurückgekehrt und kocht ein exquisites Menü für zwei Personen: Außenminister Charles-Maurice de Talleyrand, der gerade die Bourbonen auf den Wiener Kongress vertreten und dabei geschickt günstige Bedingungen für Frankreich ausgehandelt hat, und Polizeiminister Joseph Fouché. Diese beiden hatten die Geschicke des Landes seit der Revolution in der Hand und wollen heute über die Zukunft der Nation entscheiden. Die Frage lautet: Monarchie oder Rückkehr Napoleons? 

Die Diener stecken noch in den Vorbereitungen für das Treffen, während sich Fouchés Kutsche ihren Weg durch aufgeregte Menschenansammlungen bahnt. Fouché denkt opportunistisch: Während er auf der einen Seite eine mögliche Rückkehr Napoleons plant, kommt er gerade aus Gent, wo er mit Ludwig XVIII. und Metternich konspirierte, falls die Rückkehr Napoleons nicht glücken würde oder nicht von langer Dauer wäre. Unruhe herrscht im Volk, mit Fackeln und Stöcken bewaffnet streifen sie durch die Straßen und Gassen, immer auf der Suche nach einem Verantwortlichen. Die Kutsche holpert über das grobe Kopfsteinpflaster, der Kutscher treibt seine Pferde durch die marodierenden Massen und intoniert energisch Üüü Üüü! 

Welch Pathos! Die dramatische Situation ist hin! Die aufgeladene Atmosphäre verpufft! Ich schaue erstaunt auf – und lache. Der spannende Filmanfang, den ich eben beschrieben habe, wandelt sich für mich in ausuferndes Kichern. Natürlich klingt es nur so, die französische Sprache schreibt Hue und nicht Üüü.

Warum rufen Franzosen ihren Pferden Hü zu? Auf zur Suche! 

Donnerstag, 1. September 2016

helvetismen: warum die mieze in der schweiz ein büsi ist.

Achtung, Cat-Content! Ungewohnte Worte von mir, mag ich doch lieber Hunde als Katzen, dennoch: Es geht um Katzen, bzw. Chatz und Chätzli. Richtig, es geht um Helvetismen!

Was dem Deutschen die Miez, die Miezekatze und die Muschi, ist dem Deutschschweizer das Büsi. Und das/die Bus, Buus, Büsel und Büseli. (So ganz komme ich mit den alemannischen, bzw. helvetischen Artikeln nicht klar, daher bin ich mir nicht sicher, ob es die oder doch das heißt.) Wie kommt ein dermaßen sprachlicher Unterschied zustande? Und warum überhaupt Büsi?

Bratbär Spike the bump - Foto & Katze: Carola Heine

Etymologisches: Von der Katze zur Mieze

Um mir einen Überblick zu verschaffen, habe ich zuerst recherchiert, wie das Wort Katze in den verschiedenen Gegenden Europas und in heimischen Gefilden damals lautet und lautete. Grimms Wörterbuch war, wie immer, eine Quelle des Wissens: Die Herkunft des Wanderwortes Katze ist nicht gekrt, das Wort klingt überall ähnlich. Wir kamen über das althochdeutsche Wort kazza, bzw. chazza zum mittelhochdeutschen Wort Katze, das wir beibehalten haben. In den Niederlanden heißt es kat, im angelsächsischen Raum cat, im dänischen kat, bzw. hunkat (Katze) und hankat (Kater), im französischen chat, im spanischen gata und gato.

Spannender wird es, wenn es um Koseformen, wie Miezekatze oder eben Büsi geht. Die Schmeichelnamen entstanden aus dem Lockruf für die Samtpfote - ich denke, jeder kennt Miez, Miez, Miez oder miezmiez. Wie erwähnt, kenne ich mich mit Katzen nicht gut aus, daher kann ich nicht sagen, ob es sich wirklich so verhält: ... wie alle dergleichen lockrufe, lautmalend nach der stimme des thieres; es hat sich nachher als schmeichelname der katze selbst ergeben, die miez und die mieze, auch verdeutlichend die miezekatze ... (Quelle: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm

Während wir im deutschen Gebiet fast alle durch Miauen, Maunzen und Mauen von dem Wort Katze zu den mehr oder weniger ähnlichen Koseformen Miez, Mieze und Miezekätzchen kamen, sieht das in den uns umgebenden Ländern anders aus: In England gibt es puss, in Norwegen puse, im Elsass bise und bize, im Schwabenland buse und in der Schweiz busi und büsi. Sagt Grimms Wörterbuch, und denen glaube ich. Die Ähnlichkeiten sind vorhanden, außer zum Deutschen, woran immer das nun wieder liegen mag.

Dort, im Wörterbuch, wird allerdings ebenfalls erwähnt, dass mit bus und busch in der Deutschschweiz auch Kälbchen angelockt werden und ein Kalb auch buschi, buscheli, buseli oder büseli genannt wird, was wiederum gleichfalls für andere junge Tiere gelten kann. Denn, wie könnte es anders sein, natürlich gibt es in der Deutschschweiz immer einen oder mehrere Diminutive. Es ist wohl etwas kompliziert!

Spike, seines Zeichens Bratbär. Foto, Kater und Erklärungen zum Wort Bratbär: Carola Heine
 
(Keine) Ausnahme Alemannien

Jedenfalls machen wir es alle, in allen Sprachen: Wir (ich eher nicht, aber ihr) rufen und locken Katzen. Der Engländer ruft zum Beispiel puss, puss, puss!. Von dort, und möglicherweise von unserem Kosenamen Muschi, kommen wir vielleicht in den alemannischen Sprachraum, wo die Katze mit den Wortlauten bus bus! oder büs-büs! angelockt wird. (Grüße von der Lautverschiebung!)

Das wäre die Erklärung! Allerdings gehen die Schweizer etwas weiter, denn dort gibt Redewendungen und Phrasen, in denen die Mieze vorkommt. Beispiele:

Em Chätzli Büseli sääge bedeutet Beleidigungen mit Schmeicheleien zu verbinden.

S Isch Büse was Bäse bedeutet das beides gleich schlimm ist.

Büsele-bäsele, Büseli-Bauseli mache bedeutet (übertrieben) rücksichtsvoll mit jemanden verfahren.

Und dann kommt auch wieder das Kalb ins Spiel: Tue wien es Buseli steht für mutwilliges Herumtollen.  

Haben wir so etwas auch? Mir fällt nicht viel ein, außer vielleicht abgehen wie Schmidts Katze

Exkurs: Flaum und Flausch - vielleicht eine Erklärung
  
Ich frage mich, ob eine deutsche Katze miezt, eine englische pusst und eine Schweizer büst oder wir uns das nur einreden? Und ich bin mir in Sachen Lautmalerei und Miezekatze nicht ganz sicher und mutmaße frohgemut, dass die Koseformen vielleicht mit dem Flauschigen der Katze zu tun haben, denn Büsel und Büseli bezeichnen in Deutschschweizer Dialekten auch etwas Flockiges, Zottiges, oft von kugeliger Form, eine Troddel oder Quaste, zum Beispiel Samenfederchen des Löwenzahns oder Blütenkätzchen der Weide oder Haselnuss. Und Büseli wird dort auch ein breitblättriges Wollgras genannt. Buslig bedeutet wollig und flockig - könnte das vielleicht von der Katze ausgehen oder andersrum, die Katze wurde nach der Natur bekost? Ich weiß es nicht. Was ich aber weiß, dass die Busle, im Vergleich zum Büsi, große Katze oder dicke Frau bedeutet. 

Na bitte, wieder ein Rätsel.

PS: Entnommen habe ich die Redewendungen und Satzglieder der letzten beiden Absätze dem Zürichdeutschen Wörterbuch, das der Mann mit in die Ehe brachte.

PPS: Und wer mehr über die Herkunft der Bezeichnung Muschi wissen möchte, empfehle ich diesen schönen Artikel zum Thema: Muschi gesucht

Dienstag, 16. August 2016

schibbolethe & helvetismen: so richtig schoppen.

Jau, ganz richtig gelesen und auch kein Tippfehler! Es geht ums Schoppen, was lediglich im entfernten Sinne mit dem Shoppen zu tun hat und auch nichts mit dem Schoppen Wein oder Bier. Shoppen mache ich nur, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Beim Schoppen sieht es anders aus. Wenn auch nicht viel. Dem Schoppen gehen wir alle ab und an nach, denke ich.

Schibbolethe sind schön! 

Ich fange besser vorne an. Mit dem Schibboleth. Das ist nämlich ein Erkennungszeichen, ein Losungswort und ein Merkmal. Letzteres trifft in diesem Fall zu, denn so ein Schibboleth kennzeichnet die sprachliche Herkunft, bzw. die sprachliche Besonderheit, mit der sich ein Sprecher einer regionalen oder/und sozialen Gruppe zuordnen lässt. Oder anders: Unsere Aussprache und unsere Wortwahl verraten unsere Herkunft. Schibbolethe können wir nämlich nicht einfach abstellen, meist wissen wir nicht einmal, dass wir welche haben. 

Sie sind international und in allen Sprachen, bei allen Menschen und an allen Orten der Welt zu finden. Meine Abstammung ist gemischt, d. h. meine Schibbolethe kann ich zumeist im Ruhrgebiet verorten, was zuweilen deutlich hör- und erkennbar ist. Der Name der Nachbarstadt Dortmund ist so ein Beispiel, denn ich sage Doatmund. Immer. Oder Bannhoff, und nicht Bahnhof.

In der Schweiz! In der Schweiz! In der Schweiz!

Der weltbeste Mann, der eindeutig, nachweislich und auf jeden Fall meiner ist, ist Schweizer - und verfügt daher über eine Fülle von Schibbolethen. Von Haus aus und ohne große Anstrengung. Gut, er spricht nicht Deutsch wie Emil, der übrigens eine Schweizer Variante des ganz gewöhnlichen Standarddeutschen oder Schweizer Hochdeutsch spricht und nicht, wie wir oftmals glauben, einen Schweizer Dialekt zur Schau trägt - dennoch schimmert selbst bei meinem Gespons der helvetische Einschlag durch. Zum Beispiel bei der Betonung und der Aussprache - und bei der Wortwahl und der Wortbedeutung, womit wir bei den Helvetismen sind. 

Schweizerdeutsch, das es so gar nicht gibt, nennt einen überreichen Schatz an Wörtern sein Eigen, die wir hier im Norden gar nicht kennen. Ja, richtig gehört, für ziemliche viele Schweizer bin ich als Bochumerin eine Norddeutsche, was daran liegt, dass alles südlich von, hm, sagen wir mal Karlsruhe sprachlich immer fremder wird. Das liegt wiederum daran, dass das Schweizer Standarddeutsch und die Schweizer Dialekte dem Alemannischen entstammen und keine eigene Sprache sind. Bevor die Empörung der Helveten über mich kommt, wechsel ich nonchalant zum Wort und Verb schoppen.
 
Rein oder raus: Schoppen im Süden und im Norden

Während ich, wenn ich schoppe, zum Beispiel ein T-Shirt ein wenig aus der Hose ziehe oder die Socken locker nach unten drappiere, sieht das bei meinem Herzallerliebsten ganz anders aus: Wenn er schoppt, stopft er Kleidung in Kleidung hinein. Wenn er sein T-Shirt schoppt, engt es ihn nicht wie bei mir ein und sitzt zu stramm - es hängt an ihm herum und er stopft es in die Hose. Ich ziehe rein, er heraus. Ich bausche (auf), er stopft (hinein). Bayern, Österreicher und Schweizer gehen dem Hineinstopfen nach, wir anderen dem Bauschen, alle schoppen wir.

Etymologisch kommt schoppen aus dem Mittelhochdeutschen und zwar von dem mittelhochdeutschen Verb schoppen, einer Intensivbildung des Verbes schieben. Interessanterweise lautete der althochdeutsche Vorgänger scioban und der gotische tiuhan - Sprache lebt. Wie und wann es zur genauen Bedeutungsänderung des Wortes schoppen gekommen ist, wie weit die 2. Lautverschiebung, die die Deutschschweizer Dialekte nur bedingt mitgemacht haben, damit zu tun hat - nun, das würde vielleicht zu weit führen. 

Also, schnell das Deutscherschweizer Idiotikon, das Wörterbuch der Schweizer Mundarten, und das deutsche Pendant, Grimms Wörterbuch, aufgeschlagen und nachgeschaut. Und tada:

deutschschweizer dialekte helvetismen
 
schoppen hochdeutsch deutsch

Belassen wir es dabei, dass alle, die Deutsch sprechen, Kleidung schieben. Manche rein, manche raus. So ist das halt mit den Schibbolethen. Und nun denke ich über gesmokte Blusen und das Smoken an sich nach ...

Dienstag, 9. August 2016

schwedische textfüße mit aha-effekt.

Meine Kollegin im doppelten Sinne - arbeitstechnisch und vom Studienfach her - Gesa Füßle oder auch Frau Textfuß hat mit dem Buske-Verlag einen Schwedisch-Sprachkalender verfasst und geschrieben. Nett wie sie ist, hat sie Belegexemplare verschenkt. Und ich hatte Glück! Ich habe einen Sprachkalender Schwedisch für 2017! Ich freue mich und danke Gesa.


Geneigte Leserinnen und Leser wissen natürlich, dass ich Skandinavistik studiert habe und daher über Vorkenntnisse verfüge. Über mannigfaltige Kenntnisse skandinavischer Sprachen sogar. Allerdings mit einer Einschränkung: Ich habe nie Schwedisch gelernt. Ergo bin ich (in Bereich der neuen skandinavischen Sprachen) ziemlich im Norwegischen und Dänischen verhaftet; vielleicht hänge ich da sogar fest. Das zeigt sich spätestens in der Aussprache und grundsätzlich bei der Grammatik. 

Auch daran haben Gesa und der Buske-Verlag gedacht: Der Kalender ist nicht nur hübsch anzusehen, also angenehm in der sogenannten Optik, Farbwahl, Schriftart und Haptik, er ist auch ungemein praktisch - was Ihr anhand dieser Fotos auf den ersten Blick seht.



Auf dem jeweiligen, täglichen neuem Blatt finde ich alle relevanten Angaben, die einen Kalender ausmachen - und lerne nebenbei Schwedisch. Jedes Kalenderblatt beinhaltet nämlich eine kurzweilige Aufgabe, deren Lösung sehr hilfreich und in deutscher Sprache auf der Rückseite zu finden ist. Abwechslungsreich und lebensnah (und nicht merkwürdig theoretisch) ist das Ganze auch noch, denn Gesa paukt mir keine drögen und langweiligen Phrasen ein und fragt sie stoisch ab, nöö, es macht Spaß. So viel, dass vielleicht doch mal ein Urlaub in Schweden ansteht - und nicht immer in Norwegen oder Dänemark. 

Eine Einschränkung muss ich machen. Eigentlich sogar zwei, die recht klein sind. Beide haben rein gar nichts mit Gesa, dem Buske-Verlag oder dem Schwedisch-Sprachkalender zu tun: 

1. Da ich die Neigung zu Besonderheit und Erbsenzählerei habe und von Haus aus Philologin bin, bemühe ich dennoch ab und an eine Suchmaschine, um die korrekte Aussprache zu finden und vergleiche Verbformen, Adjektive, Schreibweisen und weiteren Klimbim zwischen den einzelnen skandinavischen Sprachen. So ist das halt, wenn man, wie ich, Gedrucktes in der Hand haben möchte und keine App. 

2. Für Anfänger ist der Kalender nur bedingt geeignet, er setzt (mindestens) Grundkenntnisse (im besten Fall) des Schwedischen, oder (wie es bei mir ist und aufgrund der Ähnlichkeit der Sprachen) anderer skandinavischer Sprachen voraus. 

Obwohl ich die heikle Ahnung habe, in Schweden werde ich rein sprachlich für eine mehr oder weniger gelungene deutsch-dänisch-norwegische Wundertüte gehalten. Aber dafür kann schließlich Gesa nichts! Im Gegenteil! Frau Textfuß gehört kräftig gelobt! Für ihren Elan, ihren Fleiß und ihre Freude!

Und nun entschuldigt mich bitte und kauft zuhauf den Schwedisch Sprachkalender 2017 oder schaut Euch an, was Gesa so macht. Oder anders: Heja, Sverige!

Montag, 6. Mai 2013

fundstück werbung: meister niedlich.

Kennt Ihr noch: "Meister Proper putzt so sauber, dass man sich drin spiegeln kann." Werbung und Worte, so dumm sie auch erscheinen mögen, bleiben im Ohr. Funktioniert mit mir und Meister Proper trefflich. 

Aber warum heißt das Reinigungsmittel auswärts auch Meister Niedlich/Hübsch/Putzig?

Mittwoch, 24. April 2013

nicht-wonnige werbung: mcdonalds's.


Dieses Plakat stach mir in Altenbochum in die Augen. Wortwörtlich. Und die Frage nach dem Sinn der Sache:

Ein verunglücktes Wortspiel aus stillos und ohne Stiel? Soll das witzig sein? Muss ich mir dabei was denken? Kein Stiel und auch kein Stil, aber guter Geschmack? Ein Beispiel mangelhafter Grammatik- und Interpunktionskenntnisse? Ist das Kunst oder kann das weg?

Kann weg, meine ich, ganz weit weg.

Montag, 22. April 2013

wonnige werbung: volvo.

Quelle: http://de.webfail.com/4b28beb861e

Keine Einwände, aber auch gar keine. Einfach richtig, richtig gut. Und vorbildlich. Und witzig. Mehr davon!

Donnerstag, 11. April 2013

wonnige werbung: brot für die welt.

Werbung muss nicht laut, übertrieben und werbisch sein. Ein Widerspruch, schließlich ist es doch Reklame? Nöö, es braucht nicht unbedingt viele, aber treffende Worte. Und jemanden, der es kann. Ich mag es klar, direkt und schlicht. Besonders, wenn es zur Aussage passt: Weniger ist mehr. 

Ein gutes Beispiel:

Donnerstag, 28. März 2013

wonnige werbung: astra - im bett ne flasche.

Gute Werbung braucht nicht viele Worte. Aber eine Idee und ein Konzept. Und so kann das Ergebnis aussehen - wonnig eben:


PS. Dieses und weitere Motive kann man runterladen oder bestellen: hier.

Montag, 25. März 2013

ein wort, mehrere bedeutungen: astra.

ASTRA - das war bisher für mich ein Bier. Vielleicht noch ein Satellit. Aber eigentlich ein Bier aus Hamburg. Und lecker dazu. Das meint auch Google:


Entsprechend dumm aus der Wäsche habe ich geschaut, als ich diesen Artikel las:



In der Schweiz ist ASTRA nämlich das Bundesamt für Strassen (ohne ß, weil es das in der Schweiz nicht gibt). Sagt auch Google:



Logische Konsequenz - aus Bundesamt für Strassen Astra zu machen? Ist das der Grund, warum es in der Schweiz kein Astra-Bier gibt? Oder gibt es das doch? Wie sieht es mit Markenschutz aus? Es ist das alte Spiel: Meine Verwirrung steigt, die Fragen nehmen kein Ende, die Lösung ist auch nicht in Sicht und überhaupt ... Astra ist doch ein Bier!

Dienstag, 19. März 2013

holger steffens: in omnia paratus, airtramper.

Der Dortmunder Journalist Holger Steffens hat bereits so einige abstruse Flausen und Ideen umgesetzt: Verwegen trampte er mit dem Tandem, dem Sulky, der Ape, mit dem Schiff, dem Fahrrad und sogar mit dem ÖPNV. Nachzulesen sind die Reportagen übrigens hier.

Man mag davon halten, was man will, aber langweilig ist anders und man fragt sich insgeheim, was er als nächstes ausheckt. Und genau das tut er. Dieses Mal verliert er wortwörtlich den Boden unter den Füßen und will mit Luftfahrzeugen quer durch Europa nach Lissabon. Nee, nicht mit dem Zug, Bus, Fahrrad, Moped oder Auto fahren, laufen oder schwimmen - er trampt mit Luftfahrzeugen! 

Und es folgt, was folgen muss - das siebte und letzte Abenteuer, der schrägsten Anhalterfahrten:



 

Airtramper: Support & Aktuelles 

Mehr Informationen, der genaue Termin, wie Ihr den Airtramper unterstützen könnt und allerlei Dönnekes erfahrt Ihr:
  1. Hier bei mir
  2. Auf der Webseite des Airtrampers
  3. Auf der Facebook-Seite des Airtrampers
  4. Per Crowdfunding bei Krautreporter
In omnia paratus - zu allem bereit, sagt Holger Steffens. Heidewitzka, sage ich. 

PS: Zwei Jubiläen freuen sich heute: Dem wunderbaren Francisco alles Liebe zum Geburtstag und viele schöne Aufträge als Übersetzer. Das zweite ist privat, aber nicht minder wunderbar.

Montag, 18. Februar 2013

ruhrdeutsch + die bochumer polizei = rollanden

An sich, also ganz grundsätzlich, und bis auf Ausnahmen, schätze ich die Polizei und sehe sie als meinen Freund & Helfer. In Bochum habe ich bisher immer nur sehr freundliche, nette und sympathische Ordnungshüter und -hüterinnen angetroffen, die hilfreich sind. Ausnahmen mögen die Regel bestätigen. Gepaart mit dem Wissenswert, meiner Neugier und dem Folgen des Polizeitickers der Polizei Bochum bei Facebook ergibt das meist vergnügliche Kurzweil.

Klingt vielleicht ein wenig merkwürdig, schließlich geht es doch immer um Verbrechen, Gewalt, Diebe, Einbrecher und viele andere Dinge, die man nicht erleben möchte und die mich auch nicht anziehen. Aber die verwendete Sprache ist oftmals eine wahre Wonne: Da tauchen Ganoven auf, die brachial und dreist vorgehen. Hach, wunderschöne Worte, die Seltenheitswert haben und mich erfreuen. 

Letztes Wochenende ging es in Bochum übrigens fast so zu wie in einer richtigen Stadt; sagt jedenfalls die Meldung. Schaut man genauer hin, liest man dies:


Na und, wird der geneigte Leser sagen, ein Tippfehler halt. Aber nein, sage ich, lasst mir die Freude! Denn die guten alten Rinderrouladen heißen umgangssprachlich in ruhrgebietlichen Gefilden schon mal Rollanden. 


Wer mehr lesen und informiert sein mag, hier der Link zum Presseportal der Polizei Bochum und hier der Link zum Facebook-Polizeiticker der Polizei Bochum.

Dienstag, 5. Februar 2013

abgenutzte worte: ganzheitlich.

Ich habe ein Problem. Mit einem Wort, das immer, dauernd und überall in jedem erdenklichen und unmöglichen Zusammenhang auftaucht: ganzheitlich. Grundsätzlich ist es ein harmloses Adjektiv mit der Aussage, dass alles in seiner Ganzheit betrachtet, fächerübergreifend und in einem größeren Zusammenhang dargestellt wird. 

Scheint nicht selbstverständlich zu sein, denn es gibt ganzheitliche Medizin, wobei ich immer hoffe, ein Mediziner betrachtet meine gesamte Ganzheit und nicht nur einzelne Bereiche. Ganzheitliche Psychologie und Pädagogik gibt es ebenso wie ganzheitliches Tantra, Ayurveda, Tao und sonstiges esoterisches Brimborium. Begebe ich mich auf die Suche, finde ich ganzheitliches Leben, Lernen, Denken, Handeln, Arbeiten, Tun, Lassen und heute habe ich auch noch ganzheitliches Texten gefunden. 

Was will man mir damit sagen oder verkaufen? Ich texte über alle Barrieren? Hinfort mit Regeln und Inhalten? Ich begebe mich in den Lotossitz und warte auf die Eingebung, die mich fächerübergreifend ergreift und den größeren Zusammenhang zwischen Grammatik und Orthografie über mich kommen lässt? Ich kenne den Unterschied zwischen Verben und Adjektiven?

Ich neige zu Unsinn, Kreativität und Abwechslung, also habe ich beschlossen, dass ich nun einen ganz neuen Trend erschaffe: Ich texte nämlich ab sofort holistisch. Ich konzipiere holistisch und bin seit heute die Erfinderin der holistischen Kommunikation und the next big thing ist außerdem holistisches Social Media-Gedöns.

Ist eigentlich nichts anderes als ganzheitlich, klingt aber reichlich exotisch und vielversprechend auch noch. Im Gegensatz zu ganzheitlich ist holistisch eine ganz und gar neue Masche, beschert mir sicherlich traumhafte Umsätze, ist nicht wegen zu häufiger Verwendung völlig abgenutzt und mein alleiniges Alleinstellungsmerkmal par excellence. 

Außerdem weiß doch kaum jemand, was Holismus ist und niemand kommt auf die Idee, dass ich vielleicht genau das Gegenteil machen könnte - nämlich reduktionistisch texten. Oder doch ganzheitlich? Man weiß es nicht ganz genau, will man auch nicht, ist doch auch egal: Es lebe das holistische Texten. Nennt mich bitte textende Holistin. Oder so.

Montag, 13. August 2012

werbung: be offensive.

Neckermann hatte es in letzter Zeit nicht leicht. Das nervt möglicherweise Kunden und Mitarbeiter - damit muss man umgehen können. Nun geht Neckermann auf der Startseite in die Offensive:


Und die FAQ werden auch gleich geklärt:


Ich finde, eine gelungene Sache - und Ihr?