Samstag, 3. November 2007

PS

Nein, keine Pferdestärken, sondern das PS, das Postskriptum oder Postskript, das früher, als wir alle noch schreiben konnten, und es auch taten, unter Briefen und Karten stand. Na gut, auch heute lese ich es erfreulicherweise mal in einer E-Mail und lächel ein bisschen wehmütig.

Wie der Name Postskriptum, abgekürzt PS, bereits sagt, steht es hinter bzw. nach einem Text, denn mehr als nach dem Geschriebenen bedeutet es übersetzt gar nicht. Es wird nie ausgeschrieben, sondern immer durch die beiden Buchstaben PS abgekürzt.

Womit ich schon bei der Crux von PS bin! Auch wenn es, genau wie E-Mail, verdächtig oft falsch geschrieben wird, richtiger macht es die Sache nicht, daher:
PS unter einen Text gepackt, schreibt sich PS:, aber nicht P.S. oder PS.: und auch nicht P.S:.

Der Plural von Postskriptum ist Postskripta, aber nicht Postskripten oder Postskriptums, wobei ich mir bei letzterer Möglichkeit nicht sicher bin, ob wir es nicht bald im Duden finden werden.

Will man mehr als einen Nachsatz hinter einen Text setzen, kann man durchaus ein weiteres Postskriptum anfügen; dazu wird einfach jedem weiteren PS ein P hinzugefügt. Das sollte dann so aussehen:
  • Erstes Postskriptum - PS
  • Zweites Postskriptum - PPS
  • Drittes Postskriptum - PPPS
  • und so weiter ...

wortfeilchen



PS: Die DIN-Normen, die auch das Aussehen und die Gestaltung von Texten, Briefen, Postsendungen und noch vielen anderen Dingen regeln, kennen das
Postskriptum gar nicht; also gibt es keine Regel für die Platzierung eines Postskriptums: Man kann es, auch wenn es dem Namen nicht entspricht, an den Anfang, in die Mitte, rechts oder links von einem Text setzen. Falls sich hier etwas geändert haben sollte, bitte ich um eine kurze Nachricht.

PPS: Der Duden aber kennt das Postskript und auch die korrekte Schreibweise; also bitte nicht denken, was nicht in der deutschen Norm zu finden ist, kann man schreiben, wie man will.

Kommentare:

wortfeilchens wahlsister hat gesagt…

Hm ... ich habe es tatsächlich in meiner Schulzeit exakt so gelernt: "P.S."

Na dann werde ich in Zukunft einmal versuchen mit alten Gewohnheiten zu brechen. Lieben Dank für die Information.

PS: Der nächste Adressat meiner neuen Erkenntnisse wird meine inzwischen knapp achtzigjährige Deutschlehrerin sein!

wortfeilchens wahlsister hat gesagt…

PS: Liebe Gruesse von meiner Deutschlehrerin: sie findet die Rechtschreibreform unnoetig!

O-Ton: "Wer damals nicht lernen wollte, lernt auch heute nichts dazu."

Was sollte ich dazu sagen? Nichts!

wortfeilchen hat gesagt…

Sie hat Recht! Wer bisher kein deutsch schreiben konnte, wird es nun auch nicht hinkriegen.

Reformen sind nicht grundsätzlich schlecht, eine Rechtschreibreform auch nicht, es ist halt nur wie immer im Leben: Es kommt darauf an, was und wie man es macht.

PS: Soll ich nun sagen, dass es Grüße sind oder dezent die Klappe halten? Ooops, zu spät ...

Anonym hat gesagt…

Cool. Ich habe mich gerade gefragt, was der Plural von Postskriptum ist (bzw. wie ob Skriptum wirklich o-Deklination ist und nicht etwas gemeines wie Casus).

Eine populäre Suchmaschine fand an zweiter Stelle diesen Eintrag.

Viele Grüße
Phi