Montag, 29. Januar 2007

Boah ey!

Und wieder erwischte es mich vom Nebentisch beim Italiener! Beinahe hätte ich meinen wunderbaren Vanille-Milchshake (ohne Sahne) über den Tisch gespuckt!

Eine schrille Stimme schrie: "Justiiiiiiiiiiiin, Du bist in Schuld, dass...!"

Den Rest habe ich vor Lautstärke und Schreck vergessen. Mir fiel auf, dass Menschen ihren Kindern oft scheußliche Namen geben und dann gibt es furchtbar viele Justins, Jaquelines und wie sie sich noch schimpfen; meist fremdsprachige Namen, die dann von den Erzeugern, oder deren Angehörigen, weder ausgesprochen werden können und noch zum Nachnamen passen. Ich würde wetten, Justin heißt mit Nachnamen Schebulski.

Warum schreien Menschen ihre Kinder an? Warum schreien Menschen generell? Bringt doch auch nichts!

Schlimmer noch ist die unsachgemäße Verwendung von Schuld:
Es gibt kein "Du bist das in Schuld!"!

Mann kann an etwas Schuld haben, jemanden Schuld geben, Schuld tragen, zu Schulden oder zuschulden kommen lassen und Schulden haben. Punkt! Oder wie wir im Ruhrpott sagen: Arsch lecken 3,50, Dachdecker umme Ecke!

wortfeilchen, leicht echauffiert..

Kommentare:

wortfeilchens wahlsister hat gesagt…

Warum schreien Menschen? Eine interessante Frage.

Ich stelle immer wieder fest, dass ich bei vielen Gelegenheiten an meine verstorbene Großmutter denke. Sie war eine ruhige, ausgeglichene Persönlichkeit, die in der Regel nicht viele Worte machte und nie ihre Stimme erhob, sondern stets mit einem kleinen, beinahe unmerklichen Lächeln, ihre Kommentare zu bestimmten Situationen kund tat.

Wenn jemand schrie und tobte, pflegte meine Großmutter zu sagen: „Wer im Unrecht ist, neigt dazu zu schreien und dennoch wird aus der Lüge dann keine Wahrheit.“ Zu mir gewandt fügte sie oft an: „Hör halt weg mein Kind, es lohnt nicht.“

Wie recht sie doch hatte. Menschen schreien aus Schmerz, aus Verzweiflung, manchmal aus Wut, aber auch oft, wenn sie im Unrecht sind und dennoch versuchen, sich mit ihren falschen „Argumenten“ durchzusetzen oder, wenn sie einfach gar keine Argumente mehr haben. Schmerz, Verzweiflung, Trauer und Wut sind Gefühle, von denen sich wohl niemand wirklich freimachen kann, denen man hilflos ausgeliefert ist. Doch weit schlimmer muss es sein, wenn einem die Argumente ausgehen und man schreit, um genau das zu überspielen und seinen Willen durchzusetzen, wie unsinnig er auch immer sein mag.


Zum Thema Schuld muss ich unbedingt noch etwas los werden ...

Wie sagte eine polnische Zwangsarbeiterin des 2. Weltkrieges einmal so treffend:

„Man kann alles erben, des Vaters Nase, das Kinn der Mutter ...
Nur Schuld, Schuld kann man nicht erben.“

Eine weise Frau, vor deren Kraft, mit der Vergangenheit umzugehen, ich den Hut ziehe!

Immer, wenn ich das Wort Schuld höre oder lese, fällt mir diese alte Dame ein. Wie gerne würde ich sie wissen lassen, wie sehr ich sie für diese Worte bewundere.

herbstfrau hat gesagt…

Der Kommentar gefällt mir ausnehmend gut.
Da will ich gar nichts hinzufügen . Höchstens eine Nicken.