Freitag, 29. Oktober 2010

kawenzmann vs. kaventsmann.

Wer war zuerst da? Der Kawenzmann oder der Kaventsmann? Ansichtssache, denn etymologisch habe ich nicht rausgefunden, ob der Mensch an sich zuerst im Bergbau tätig war oder zur See fuhr. 

Im Ruhrgebiet, auf Ruhrdeutsch kannte ich ihn auf jeden Fall zuerst. Und dort heißt er Kawenzmann. So bezeichne ich etwas reichlich Großes, Klobiges. Das kann ein Mensch sein, ein großer Hund, ein enormes Stück Fleisch, ein großes Schiff oder auch ein Berg, ein großer Stein. So richtig festgelegt ist es nicht. Und ganz genau nimmt man es eigentlich sowieso nicht. Schließlich sind wir im Revier entspannt. Egal wie groß der Kawenzmann auch sein mag.

Der Duden sieht das ein wenig anders. Das fängt bereits damit an, dass man dort lediglich den Kaventsmann findet. Kein Verweis auf die Heimat anner Ruhr oder den Kawenzmann

In der Seemannssprache bezeichnet so ein Kaventsmann einen hohen Wellenberg, was für uns ebenfalls gilt. Landschaftlich nennt man einen beleibten Mann, ein Prachtexemplar Kaventsmann. Ist mir völlig klar. Glaube ich Wikipedia, was eher selten vorkommt, geht der Begriff auf Konventsmann zurück und bezeichnet einen in einem Konvent lebenden und recht wohlgenährten Mönch.

wortfeilchen

Kommentare:

Hoppe hat gesagt…

Oh ja, ein sehr gebräuchlicher Begriff im Ruhrgebiet. Musste sofort an meine Großeltern denken. Die sind zwar nicht sonderlich dick gewesen, aber Kawenzmänner haben die überall gesehen. :)
Die Monsterwelle und der Mönch sind mir neu. Bisher kannte ich nur die Erklärung abgeleitet vom lateinischen "cavens" = Bürgender. Da Reichtum in diesen Zeiten auch durch eine ausgiebige Ernährung dargestellt wurde, schließt sich für mich wieder der Kreis zum "fetten Prachtexemplar".

wortfeilchen | barbara piontek hat gesagt…

Darum auch "cave canem"? ;-)))