Dienstag, 13. Mai 2008

Kein Schrott!

Muss man offene Rechnungen, Strafen oder Schulden begleichen spricht man von blechen, aber wieso eigentlich? Woher kommt diese Redensart?

Damals, als die Gummistiefel noch aus Holz waren, also genauer gesagt im Mittelalter bestand das Geld bzw. der Taler meist nur aus einem dünnen Blech, zwar Goldblech, aber sehr dünn halt. Musste man dieses Blech rausrücken, also bezahlen, sprach man von blechen. Blech war in der Umgangsprache ein Synonym für Geld. Althochdeutsch hieß es plëh, etwas später mittelhochdeutsch blëch, aber es gab immerhin den uns unbekannten Beruf des blëch-hant-schuocher.


Aber auch die Redewendung Blech reden kann man hiermit verbinden, denn wenn jemand nur wertloses Geschwätz von sich gibt, ist dies noch viel wertloser als die alten Geldmünzen aus dünnem Blech.

wortfeilchen

PS: Wir im Pott blechen ja nicht, wir latzen.

PPS: Wen es interessiert, es gab auch Hackgeld.

Kommentare:

Tina hat gesagt…

Oh, das ist ja interessant! :-) (Übrigens ist da ein Buchstabe zu viel, das mach ich auch immer.)

Aber was ist Hackgeld (ich hab erst Hackengeld gelesen und dachte dabei an Fersengeld, aber das ist es wohl nicht) und warum latzen wir hier? Fragen über Fragen ...

wortfeilchen hat gesagt…

Hallo Tina,
wo ist denn ein Buchstabe zu viel?

Hackgeld sind kleingehackte Geldstücke. Das Material der einzelnen Münzen unterschied sich, es gab ja keine DIN-Norm, und regional gab es überall unterschiedliche Münzen, also wurden die Geldstücke gewogen, ein passendes Stück abgehackt und bezahlt. Funde belegen heute noch Hackgeld ohne Ende.