Mittwoch, 9. Mai 2007

Höhepunkte ...

... oder der Tag des Orgasmus.

Ja, es gibt ihn wirklich! Nein, ich spreche nicht vom Orgasmus an sich, sondern vom Tag des Orgasmus. In einem kleinen, nordostbrasilianischen Ort namens Esperantina feiern jedes Jahr ca. 34.000 Einwohner den Tag des Orgasmus.

Das Motto des Tages lautet: Härte zeigen, ohne die Warmherzigkeit zu verlieren!

Dieser Feiertag beruht auf einer realen Umfrage, die ergab, dass 73 % aller Frauen nie einen Orgasmus haben. Der Tag des Orgasmus tritt für das Recht auf einen Orgasmus für alle, besonders aber für Frauen, ein. Esperantina setzt mit diesem Feiertag ein Zeichen gegen den Machismo.

Begrüßenswert und wünschenswert - sollte es überall geben!

Ich frage mich lediglich, was ich sagen soll: Herzlichen Glückwunsch zum Orgasmus? Mögen weitere folgen?

wortfeilchen

Montag, 7. Mai 2007

Wikinger, die Erste.

Warum es diesen Ausdruck eigentlich nicht gibt und weitere Ammenmärchen über Wikinger.

Nein, es gibt keine Wikinger, jedenfalls nicht dem Namen nach. Der Begriff Wikinger stammt nicht von ihnen, denn sie selbst nannten sich Nordmänner und lebten in verschiedenen, unzusammenhängenden Stämmen und Völkern über ganz Skandinavien verteilt - und nicht als eine Einheit von Wikingern.

Auch die Deutung des Wikinger-Lebens passt nicht ganz zu der so oft dargestellten: Die Nordmänner führten in den Gebieten der heutigen Länder Dänemark, Schweden und Norwegen, ein recht hartes Leben. Zumeist waren sie Bauern oder Fischer und lebten in der Nähe der Küste. Betrachtet man z.B. das bergige Norwegen, ist klar warum: Die Wohngebiete sollten vom Meer aus einfach und gut zugänglich sein, denn eins zeichnete die Nordmänner aus: Sie waren dem damaligen Rest der Welt in Schiffbau und -fahrt weit überlegen.

Warum nennen wir die Nordmänner dann eigentlich Wikinger?

Ein Blick ins Altnordische Wörterbuch erklärt es:

Der Ausdruck leitet sich wahrscheinlich von dem altnordischen Wort vík ab. Es bedeutet Bucht, biegen, winden, sich wenden, weichen, Wechsel und Abwechslung. Somit ist ein Wikinger jemand, der wendig in einer Bucht lebt, was auch zutrifft, da die Nordmänner dort lebten, wo sie überleben konnten und sich halt schon einmal neue Gebiete suchten. Die neuhochdeutsche Interpretation des Wortes Wikinger als Seeräuber oder jemand, der auf Beutezug ist, entstand im Laufe der Jahrhunderte, die ursprüngliche Bedeutung ist es nicht.

Ging ein Nordmann auf Víking, denn daher stammt der Ausdruck Wikinger, so hieß das, es gab eine schlechte oder gar keine Ernte, das Vieh verstarb oder die Fische blieben aus. Er musste aus Hunger losfahren. Die Not trieb ihn. Aber Nordmänner waren auch abenteuer- und reiselustig und sie hatten erstaunlich schnelle und wendige Schiffe. Was also tun, wenn man in der Heimat zu verhungern droht? Man fährt los und schaut, wo man Essen auftreiben kann - das ist ein Wikinger im ursprünglichen Sinn.

Mehr im zweiten Teil.

wortfeilchen

Samstag, 5. Mai 2007

Komma bei mich bei, die Vierte.

Schimpfwörter sind nicht einfach Schimpfwörter, sie zeugen von Kreativität. Der Ruhrpott ist sehr kreativ und wie immer direkt, herzerfrischend und bodenständig.

Daher heute Beschimpfungen, immer nützlich und teilweise nett verpackt als Redewendung oder Spruch und selbst mit derben Inhalten wie gehäufter Fäkalsprache immer noch voller Charme:
  • Du bis doch zu doof, um en Loch innen Schnee zu pissn! (Danke Tina!)
  • Wat hass Du den für Schaumlöffel und sieh ma zu, datte die Schenkelbürste trimms! = Du hast aber große, abstehende Ohren und bitte rasier Dich!
  • Nehm sofot Deinen Kletschkopp von dat Soffakissen! = Bitte erhebe Deine fettigen Haare vom Chaiselonguekissen.
  • Gleich krisse nen Glatzenhobel! = Es folgt ein Schlag auf den Kopf.
  • Kauf Dich ja nich widda sone Schlammbuchse! = Bitte ersteh keine Hose, die aussieht, als wäre sie vom Müll und bitte auch eine, die nicht acht Nummern zu groß ist.
  • Du bis hier nich im Hammawerch! = Bitte sprich etwas leiser.
  • Gleich krisse ein vorn Tabernakel! = Androhung eines Schlages ins Gesicht.
  • Kette schmeckn? Aber mit die öligen Seite? = Androhung, unübersetzbar.
  • Und ein paar kleine Schimpfworte für die tägliche Ansprache: Pissnelke, Schlapafka, Lausearsch, Dreckschüppengesicht, Paselacke, Trulla, Zitterpiss, Kackstelze, Vollpfosten, Tütenkasper, Schmierlapp, Gerüstkellner, Schlickefänger, Fiesnickel, Dullek, Rabattentrampler, Heiopei, Bratarsch, dem doof sein Sohn, Dämlack, Kroppzeug, Tittendachs, Zeckenzüchter ...
Manch übel klingender Ausdruck ist aber gar nicht so böse gemeint wie er auf ersten Blick klingt. Sprach meine Omma von uns als Furzknoten, Rotzige oder Blagen, so war das durchaus nett gemeint. Ein zärtliches Pissflitsche oder liebevoll lächelndes Korinthenkacker von meinem Vater entsprach einem Kompliment.

wortfeilchen

Donnerstag, 3. Mai 2007

Leggins, Hüfthosen ...

... und anderes Elend!

Hüfthosen an sich sind vielleicht nicht so hässlich, aber kann mir bitte mal jemand eine Frau zeigen, die in so was gut aussieht? Wo an den Seiten oder vorne oder hinten nichts über- oder herausquillt? Ein apartes Etwas, das darin nicht furchtbar billig aussieht?

Heute habe ich wieder eine zugegeben sehr ranke, schlanke Frau in Hüfthosen gesehen, selbst bei ihr hing ein halber Zentimeter über den Hosenbund. Die Hose hing sehr knapp auf ihren Hüften (wahrscheinlich durch ihre Beckenknochen gehalten), der obligatorische String mit Glitzersteinchen lugte hinten hervor und verdeckte dankenswerterweise Dinge, die ich nie sehen wollte, aber die Vorderansicht ließ mich wirklich staunen: Einen Zentimeter tiefer und ich hätte sicher rausgefunden, was sie heute gegessen hat. Schön war es ingesamt nicht wirklich.

Es geht aber noch schlimmer!

Immer häufiger traue ich meinen Augen nicht, denn immer mehr Mädels laufen umher und haben keine Hose an. Sie lassen sich in buntgemusterte Baumwollschläuche einnähen (so enge hosenähnliche Dinger kann niemand anziehen), drappieren darüber überhaupt nicht dezent einen undefinierbaren Sack, schnallen sich einen Gürtel um die mehr oder weniger vorhandene Taille und wackeln dann in dem "prächtigen" Ensemble sehr ungraziös auf Absätzen, in denen sie nicht laufen können, durch die Gegend. Ja, Leggins sind wieder da!

Ich neige dazu, morgens nicht wirklich schnell und generell schwer wach zu werden und zuerst dachte ich, ui, ich träume, ich bin wieder in den 80ern, aber weit gefehlt: Ich habe ein Alter erreicht, in dem ich Trends ein zweites Mal erlebe! Ich dachte ja auch, es gibt keine schlimmere Kombination als bauchfreies Oberteil, Bauchnabelpiercing, weißer Bauchspeck, Hüfthose und Tanga. Aber doch! Menschen, die am wenigsten gut in Leggins aussehen, tragen sie mit Vorliebe und demonstrativ. Das war in den 80ern auch schon so und auch damals sahen sie bescheiden aus.

Für mich persönlich haben Leggins nur einen Sinn und Zweck: Pfeift der Wind oder ist der Winter kalt, finde ich sie wunderbar - unter einer Hose!

In Gedanken habe ich böse Vorahnungen: Dauergewellte, toupierte Geschöpfe mit blonden Strähnchen (vorne und Seiten kurz, hinten lang), stahlblauem Lidschatten und dazu passender Wimperntusche, immensen Schulterpolstern, weißen Tennissocken und pastellfarbenen Bundfaltenhosen jagen mich durch die Straßen - und vorneweg Nena händchenhaltend mit Michael Jackson.

Hilfe!

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