Freitag, 26. Juni 2009

werbesprache: neger vor hütte

Wieder was gelernt! Dieses Mal danke ich Ben Santo, denn er erwähnte den Begriff nicht nur, er erklärte mir auch Neger vor Hütte. Wie? Kennt Ihr auch nicht?

Na dann:

Laut dieser Quelle saß Ende der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts Erik Spiekermann im Erdkundeunterricht und entdeckte in seinem Schulbuch eine Abbildung, die einen (wahrscheinlich) afrikanischen Menschen zeigte, der vor einer Strohhütte stand. Unter der Abbildung standen die Worte Neger vor Hütte. Damals war diese Formulierung politisch völlig in Ordnung, aber der Punkt ist, dass die Bildunterschrift genau das aussagte, was zu sehen war. Neger vor Hütte ist der werbesprachliche Ausdruck für eine Bildbeschreibung, die eigentlich überflüssig ist, weil doppelt gemoppelt. So eine lahme Ente bringen halt schlechte Werbetexter.

Ein anderes Beispiel (auch von Ben und hoffentlich korrekt wiedergegeben): Wortfeiler wäre ein Neger vor Hütte, wenn eine Feile zu sehen wäre, die an einem Wort feilt und darunter/daneben/etc. Wortfeiler stehen würde. Wobei der Neger vor Hütte eigentlich nicht auf ein Logo angewendet werden kann, daher hier (das linke Foto) ein richtiger Neger vor Hütte -- und bitte unbedingt auf die Bildbeschreibung achten.

wortfeilchen

PS: Erik Spiekermann könnte der Erfinder von Neger vor Hütte sein, muss er aber nicht. Ergo kann sich der mutmaßliche Erfinder gerne melden und wird genannt.

1 Kommentar:

tina hat gesagt…

Ah ja, Neger vor Hütte kannte ich schon (und musste ich leider schon oft verwenden ...). Aber woher das kommt, das wusste ich nicht. Und jetzt weiß ich außerdem auch noch, dass Schwächen meines Golfspiels nicht an der Physik des Balls liegen ... ;-)