Ich habe ein Problem. Mit einem Wort, das immer, dauernd und überall in jedem erdenklichen und unmöglichen Zusammenhang auftaucht: ganzheitlich. Grundsätzlich ist es ein harmloses Adjektiv mit der Aussage, dass alles in seiner Ganzheit betrachtet, fächerübergreifend und in einem größeren Zusammenhang dargestellt wird.
Scheint nicht selbstverständlich zu sein, denn es gibt ganzheitliche Medizin, wobei ich immer hoffe, ein Mediziner betrachtet meine gesamte Ganzheit und nicht nur einzelne Bereiche. Ganzheitliche Psychologie und Pädagogik gibt es ebenso wie ganzheitliches Tantra, Ayurveda, Tao und sonstiges esoterisches Brimborium. Begebe ich mich auf die Suche, finde ich ganzheitliches Leben, Lernen, Denken, Handeln, Arbeiten, Tun, Lassen und heute habe ich auch noch ganzheitliches Texten gefunden.
Was will man mir damit sagen oder verkaufen? Ich texte über alle Barrieren? Hinfort mit Regeln und Inhalten? Ich begebe mich in den Lotossitz und warte auf die Eingebung, die mich fächerübergreifend ergreift und den größeren Zusammenhang zwischen Grammatik und Orthografie über mich kommen lässt? Ich kenne den Unterschied zwischen Verben und Adjektiven?
Ich neige zu Unsinn, Kreativität und Abwechslung, also habe ich beschlossen, dass ich nun einen ganz neuen Trend erschaffe: Ich texte nämlich ab sofort holistisch. Ich konzipiere holistisch und bin seit heute die Erfinderin der holistischen Kommunikation und the next big thing ist außerdem holistisches Social Media-Gedöns.
Ist eigentlich nichts anderes als ganzheitlich, klingt aber reichlich exotisch und vielversprechend auch noch. Im Gegensatz zu ganzheitlich ist holistisch eine ganz und gar neue Masche, beschert mir sicherlich traumhafte Umsätze, ist nicht wegen zu häufiger Verwendung völlig abgenutzt und mein alleiniges Alleinstellungsmerkmal par excellence.
Außerdem weiß doch kaum jemand, was Holismus ist und niemand kommt auf die Idee, dass ich vielleicht genau das Gegenteil machen könnte - nämlich reduktionistisch texten. Oder doch ganzheitlich? Man weiß es nicht ganz genau, will man auch nicht, ist doch auch egal: Es lebe das holistische Texten. Nennt mich bitte textende Holistin. Oder so.
Dienstag, 5. Februar 2013
Freitag, 1. Februar 2013
auflösung: bilderrätsel
Ihr habt Euch nicht gerade mit Ruhm und großem Interesse bekleckert und mitgerätselt, dennoch werde ich Euch die Lösung nicht vorenthalten:
Die sieht nämlich so aus und zeigt Bio-Nähgarnreste, die ich von manomama bekommen habe. Einfach so, weil ich gerne nähe und Biogarn so schwierig zu bekommen ist. Außerdem freue ich mich sehr, so ein Stück manomama zu haben und zu tragen.
Und weil ich ungemein stolz und dankbar bin, dass manomama sich mit so viel Mut, Liebe, Freude und Spaß, und dazu auch mit enorm viel Kampfgeist und Durchhaltevermögen für uns alle einsetzt, freue ich mich noch mehr.
Nehmt es hin - und unterstützt Sina und ihre Ladys. Zum Beispiel durch Bestellungen von öko-sozialer Bekleidung.
Die sieht nämlich so aus und zeigt Bio-Nähgarnreste, die ich von manomama bekommen habe. Einfach so, weil ich gerne nähe und Biogarn so schwierig zu bekommen ist. Außerdem freue ich mich sehr, so ein Stück manomama zu haben und zu tragen.
Und weil ich ungemein stolz und dankbar bin, dass manomama sich mit so viel Mut, Liebe, Freude und Spaß, und dazu auch mit enorm viel Kampfgeist und Durchhaltevermögen für uns alle einsetzt, freue ich mich noch mehr.
Nehmt es hin - und unterstützt Sina und ihre Ladys. Zum Beispiel durch Bestellungen von öko-sozialer Bekleidung.
Montag, 21. Januar 2013
etymologische fundstücke: wichsen
Diskussionen überall - sollen und dürfen Kinderbücher umgeschrieben werden? Jein, finde ich, jedenfalls nicht ohne Erklärungen oder Erläuterungen, schließlich bringt es nicht viel, wenn ich Wörter schlichtweg unterschlage, ihre Existenz ignoriere, errötend kichere oder noch schlimmer "Das tut man nicht!" als Erklärung abgebe. Schon gar nicht, wenn ich Wörter auf eine Bedeutung reduziere und ihre Etymologie vernachlässige.
Ja, in dem Buch "Die kleine Hexe" von Otfried Preußler tauchen uns antiquiert erscheinende Wörter auf, die eine Bedeutungsänderung durchlaufen haben - na und? Haben sie nun keine Berechtigung mehr, nur weil sie nicht mehr zeitgemäß sind?
Dann müsste ich den weltbesten Mann mit seinem verqueren, eindeutig mittelhochdeutsch geprägten Schweizer Merkwürdigdeutsch ebenfalls sofort verlassen und die komplette Schweiz sowie große Teile Deutschlands der Sprachzensur unterwerfen. Veränderungen der Sprache sind für mich gang und gäbe, und warum kann man Kindern nicht erklären, was wichsen eigentlich ist? Gut, ich bin keine Pädagogin und auch keine Psychologin, ich bin nicht einmal eine Mutter, aber ich mag unsere alten Wörter.
Ein sehr schönes Beispiel ist das Wort wichsen. Huch, werden nun einige von Euch sagen oder denken, das bedeutet doch onanieren und darüber redet man nicht. Doch, tut man, und man geht noch einen Schritt weiter und bemerkt, dass dieses deutsche Verb seit dem 15. Jahrhundert belegt ist. Es ist Mundart und ich kenne aus einem frühkindlichen, völlig unverfänglichen Zusammenhang, nämlich von meinem Opa, der mir mit hochtrabenden Worten den bedeutungsvollen Vorgang des Schuheputzens erklärte. Das begann mit der Schuhwichse, pardon, der Schuhcreme und endete damit, dass man die Schuhe ordentlich wichsen muss, damit sie wetterbeständig und langlebig sind. Und genau das bedeutet wichsen ursprünglich: mit Wachs bestreichen, wächsen, blank machen oder putzen.
Erst viel später, nämlich im 18. Jahrhundert folgt die zweite Bedeutung - wichsen steht nun umgangssprachlich für prügeln, was allerdings im Ruhrdeutschen eher unter wemmsen oder wemsen läuft. Allerdings steht wemmsen/wemsen hier vor Ort auch für die dritte Bedeutung des Wörtleins wichsen, nämlich onanieren, also umgangssprachlich für die, meist männliche, Selbstbefriedigung. Diese Deutung existiert aber erst seit dem 19., bzw. 20. Jahrhundert und ehrlich gesagt, ich wichse heute noch mit Hingabe Lederschuhe ganz so, wie es mir mein Opa, dessen Vater Schuhmacher war, ausführlich und liebevoll beigebracht hat. Und Hercule Poirot wird sich für mich auf ewige Zeiten dem Ritual des Bartwichsens widmen.
Ja, in dem Buch "Die kleine Hexe" von Otfried Preußler tauchen uns antiquiert erscheinende Wörter auf, die eine Bedeutungsänderung durchlaufen haben - na und? Haben sie nun keine Berechtigung mehr, nur weil sie nicht mehr zeitgemäß sind?
Dann müsste ich den weltbesten Mann mit seinem verqueren, eindeutig mittelhochdeutsch geprägten Schweizer Merkwürdigdeutsch ebenfalls sofort verlassen und die komplette Schweiz sowie große Teile Deutschlands der Sprachzensur unterwerfen. Veränderungen der Sprache sind für mich gang und gäbe, und warum kann man Kindern nicht erklären, was wichsen eigentlich ist? Gut, ich bin keine Pädagogin und auch keine Psychologin, ich bin nicht einmal eine Mutter, aber ich mag unsere alten Wörter.
Ein sehr schönes Beispiel ist das Wort wichsen. Huch, werden nun einige von Euch sagen oder denken, das bedeutet doch onanieren und darüber redet man nicht. Doch, tut man, und man geht noch einen Schritt weiter und bemerkt, dass dieses deutsche Verb seit dem 15. Jahrhundert belegt ist. Es ist Mundart und ich kenne aus einem frühkindlichen, völlig unverfänglichen Zusammenhang, nämlich von meinem Opa, der mir mit hochtrabenden Worten den bedeutungsvollen Vorgang des Schuheputzens erklärte. Das begann mit der Schuhwichse, pardon, der Schuhcreme und endete damit, dass man die Schuhe ordentlich wichsen muss, damit sie wetterbeständig und langlebig sind. Und genau das bedeutet wichsen ursprünglich: mit Wachs bestreichen, wächsen, blank machen oder putzen.
Erst viel später, nämlich im 18. Jahrhundert folgt die zweite Bedeutung - wichsen steht nun umgangssprachlich für prügeln, was allerdings im Ruhrdeutschen eher unter wemmsen oder wemsen läuft. Allerdings steht wemmsen/wemsen hier vor Ort auch für die dritte Bedeutung des Wörtleins wichsen, nämlich onanieren, also umgangssprachlich für die, meist männliche, Selbstbefriedigung. Diese Deutung existiert aber erst seit dem 19., bzw. 20. Jahrhundert und ehrlich gesagt, ich wichse heute noch mit Hingabe Lederschuhe ganz so, wie es mir mein Opa, dessen Vater Schuhmacher war, ausführlich und liebevoll beigebracht hat. Und Hercule Poirot wird sich für mich auf ewige Zeiten dem Ritual des Bartwichsens widmen.
Montag, 14. Januar 2013
ratmal: bilderrätsel
Gut, es ist nicht nett den eigenen Mann zu missbrauchen, und ihn dann noch mit Blitzlicht zu foltern, aber er wollte es nicht anders und zeigt sehr schön den Gegenstand, den es zu erraten gilt!
So, nun aber endlich die große Frage: Was ist das?
Ich gebe Euch netterweise ein paar Stichworte mit auf den Weg: Es hat ganz viel mit Mut, Liebe, Freude und Spaß, aber auch mit Kampfgeist und Durchhaltevermögen zu tun.
Auflösung folgt. Versprochen.


