Mittwoch, 12. August 2009

sowas oder so was?

Diese Frage bekam ich per Mail von Peter, daher hier die Antwort:

Egal ob Na so was oder einfach nur so was, beides scheibt sich getrennt. So was ist die umgangssprachliche Form von so etwas und schreibt sich daher getrennt. Das war vor der Rechtschreibreform so und ist auch so geblieben.

wortfeilchen

Kommentare:

Erklärer hat gesagt…

Man schreibt es getrennt, aber zusammen sieht's schöner aus. Na sowas!

Das Auge liest mit.

Liebe Grüße
K.

wortfeilchen | barbara piontek hat gesagt…

Ja, aber falsch ist halt falsch und dabei ist es ganz egal, was das Auge sagt ;-)))

Anonym hat gesagt…

Hm. Hm. Hm. Google findet 11.500.000 Fundstellen für "Sowas" - Zeit den Dudenterror zu beenden?

wortfeilchen | barbara piontek hat gesagt…

Da kannst Du mal sehen, wie wenige Menschen Ahnung von korrekter Rechtschreibung haben, geschweige denn sich für diese interessieren ;-)

lnx2 hat gesagt…

Also die Treffer von google.de für "so was" sind 18.800.000 die für "sowas" 29.300.000. .

Außerdem gab es sogar mal eine Sendung des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders ZDF, die "Na sowas!" hieß.

Die eigentliche Frage mit der man sich auseinandersetzen sollte ist nicht was ist die "richtige" oder "falsche" Rechtschreibung, sonder was ist der Unterschied zwischen deskriptiver Grammatik und Lexik auf der einen und präskriptiver Grammatik und Lexik auf der anderen Seite.

Anders ausgedrückt muss man entscheiden, ob man der naheliegenden Definition von Sprache, als das was die Sprecher diese Sprache sprechen (und schreiben), wirklich eine Absage erteilen will und Sprache als das definiert was wahlweise die Dudenredaktion oder ein Gesetzgeber vorschreibt.

Allerdings sollte man sich auch bewusst machen was so etwas de facto heißt, nämlich das z.B. ein Text der Neologismen enthält, z.B. die in Fachkreisen kürzlich eingeführte Bezeichnung für ein neues Phänomen, formal als "falsch" zu betrachten wäre.

Ich persönlich für meinen Teil behalte dann doch lieber eine deskriptive Herangehensweise bei.
Schließlich sind die ganzen formalen Regelwerke verbindlich nur für Schulen und Behörden. Nicht für Autoren, Verlage, Redner oder sonst irgendjemanden.

Was übrigens auch das Bundesverfassungsgericht einmal festgestellt hat:

http://www.bverfg.de/entscheidungen/rs19980714_1bvr164097.html

Ich habe auch nie so ganz verstanden, warum viele im deutschen Sprachraum so große Probleme mit verschiedenen Schreibvarianten etc. zu haben scheinen.
Die gesprochene deutsche Sprache ist voll von Dialekten, also Variationen.

In diesem Sinne alle die bisher "so was" geschrieben haben sollen das weiter machen, alle die bisher "sowas" geschrieben haben sollen das auch weiter so machen, dann werden früher oder später auch die Wörterbuch Redaktionen und der Gesetzgeber beide Varianten aufnehmen.
Die Erfahrung lehrt die Macht des Faktischen hat eine stark normative Wirkung auf Normen. ;-)

wortfeilchen | barbara piontek hat gesagt…

Liebes Inx2, ich weiß nicht, ob Du männlich oder weiblich bist, daher wähle ich die neutrale Anrede.

Zu Deinem Kommentar:

Google ist nun wirklich kein Garant für korrekte Angaben, aber ich denke, Du weißt selbst ganz genau, dass Google eine Suchmaschine ist, die lediglich Ergebnisse listet.

Nur weil eine Sendung so hieß, muss es nicht automatisch korrekt sein.

Der Duden veröffentlicht nicht wahllos Neuerungen; Wahrig übrigens auch nicht. Vielleicht magst Du Dich informieren, wie so eine Sache abläuft? Dann weißt Du auch, dass Sprache lebt und Deine Gedanken gehört und umgesetzt werden. Du machst es Dir ein wenig zu leicht, aber Du denkst - danke!

LNx2 hat gesagt…

"Lieber lnx2" wäre wohl der korrekte Genus, aber mir eigentlich dann auch nicht so wichtig.

Aber zum Thema.

Vielleicht ist das nicht richtig rübergekommen google ist nicht deswegen ein Indikator für Rechtschreibung in einer deskriptiven Sprachbeschreibung, weil google zwangsläufig die richtige Antwort auf eine Frage geben würde, sondern weil es die Nutzung dokumentiert.

Und es ist ja nicht nur google.
Es gibt sogar einige Bücher in deren Titel(!) "sowas" verwendet wird.
Und warum genau haben die herausgebenden Verlage dieser Bücher den mit ihrer Schreibung weniger "recht" als der Dudenverlag mit seiner?

Schließlich ist das einzige Regelwerk, das eine juristisch herausgehobene Bedeutung tatsächlich innehat, das offizielle amtliche Regelwerk
(http://rechtschreibrat.ids-mannheim.de/rechtschreibung/regelwerk.html)

Und auch das ist nur wirklich verbindlich für Schulen und Behörden.

Alle anderen können rein rechtlich so schreiben wie sie das wollen.

Allerdings, da die meisten Menschen auch von anderen verstanden sein möchten einerseits, und es natürlich soziale Normenkontrolle andererseits gibt halten sich die meisten Menschen an eine mehr oder weniger einheitliche Rechtschreibung.

Die Umstellung (oder besser Akzeptanz als Alternativschreibweise) von "so was" zu "sowas" ändert an der Verständlichkeit eines Textes nichts bis wenig. Und die soziale Akzeptanz der Schreibung "sowas" scheint zu mindest in den meisten Kontexten auch vorhanden zu sein, wie die zahlreichen Fundstellen belegen.

Wenn man in einem Kontext schreibt in dem eine Hausorthographie einem eine bestimmte Schreibung vorschreibt, dann möge man sich ruhig an diese halten.

Aber sofern man nicht an eine amtliche oder an eine Hausorthographie gebunden ist kann man ruhig auch seine eigene ganz persönliche 'Hausorthographie' aufstellen, solange diese konsequent eingesetzt wird und hinreichend verständlich ist.

Wie in meinem letzten Kommentar schon angedeutet, sollte man nicht den Fehler machen Grammatik- und Rechtschreibregeln mit Naturgesetzen zu verwechseln.

Wenn einem 30 Millionen Deutsche erzählen, dass es Gravitation nicht gibt, dann ändert das an der Gravitation und ihren Wirkungen wenig.

Wenn hingegen 30 Millionen Deutsche einen bestimmten Ausdruck, eine bestimmte Grammatikregel oder eine bestimmte Schreibung verwenden und diese als korrekt akzeptieren, auch wenn sie in keinem 'offiziellen' Regelwerk auftaucht, dann haben sich letztlich die Regelwerke dem Deutschen anzupassen und nicht das Deutsche den Regelwerken.

Das war letztlich schon immer so und wird hoffentlich auch immer so bleiben.

Und in meiner persönlichen Meinung wäre die Aufnahme einer Schreibung, nach dem diese schon in den 80iger Jahren verwendet wurde und 30 Jahre später immer noch verwendet wird, nicht die Aufnahme von "wahllos(en) Neuerungen" sondern ein längst überfälliger Schritt.

qwer hat gesagt…

LNx2, ich stimme dir in jeder hinsicht zu

wortfeilchen, vielleicht magst du ja mal deinen verstand anwenden ? - danke!

wortfeilchen | barbara piontek hat gesagt…

Och, Ihr seid aber putzig! :-))

Anonym hat gesagt…

Sowas kommt von so was.

M.H. hat gesagt…

Der Duden gibt übrigens beide Schreibweisen als Möglichkeiten an, empfiehlt aber "so was".

Jetzt kann es sein, dass dies eine Änderung ist, die erst nach 2009 Einzug in den Duden gefunden hat. Trotzdem ist anscheinend beides mittlerweile richtig.