Mittwoch, 24. Oktober 2007

Heigeige? Heigeige!

Eine Freundin hört bereits ihr Leben lang ein Schimpfwort, das ihr Vater und ihre Großtante gerne benutzten bzw. immer noch gebrauchen: Die Heigeige.

Wobei sie nie die wirkliche Bedeutung oder den Ursprung des Wortes kannte. Bis heute:

Die Heigeige ist eigentlich eine Heugeige, österreichischen Ursprungs (dort Haigaign) und bezeichnet an sich ein Gestell, um Heu zu trocknen bzw. eine lange Stange, die das Heu auf dem Wagen hielt. Beide Dinge tragen den Namen Heugeige und ähneln äußerlich einer Geige. In Österreich heißt noch jemand so - der Grashüpfer. Im alltäglichen Sprachgebrauch widerfuhr der Heugeige im Laufe der Jahrhunderte eine Bedeutungswandlung und sie wurde zu einer umgangssprachlichen, scherzhaften Bezeichnung für einen großen, hageren Menschen, ein Schimpfwort. Wobei die Geige nicht geschlechterspezifisch ist und ebenso eine große, dünne Frau, wie ein großen, dünnen Mann meinen kann. Alternativen zur Beschimpfung sind Heuharfe oder Hopfenstange.

Die Heugeige ist auch heute noch als Heigeige in vielen Gegenden Österreichs gebräuchlich und ich frage mich eher, wie sie nach Bochum kam?

wortfeilchen

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Liebe Fr. Wortfeiler.

Die liebe Haigain. Wie dieses Wort den Weg nach Bochum fand ist mir genauso ein Rätsel wie Ihnen. Aber so ist das nun einmal mit "Fremdwörtern". Aber der Begriff ist, wie Sie richtig festgestellt haben noch durchaus geläufig im Land der Berge.
Grtulation zu Ihrem Blog.

Ihr Schlawiener

wortfeilchen hat gesagt…

Liebster Herr Gourmet,

wenn das jemand aus Wien sagt, dann vertraue ich Ihnen doch einfach mal und danke für Ihre (bisher lediglich) rege lesende Teilnahme an diesen Blog.

Also, ist die Geige eher für Frauen? Gibt es diesen Grashüpfer? Sagens doch mal, denn südlich von Köln beginnt für uns im Pott Tirol... ;-)

wortfeilchens wahlsister hat gesagt…

Latent mitlesend wage ich mich, zu vermuten, die Wortreise nach Bochum ist der Tatsache zu verdanken, dass auch der ein oder andere Ö-Streicher das Ländle verließ, um den Pott zu bewundern ;-)