Mittwoch, 20. Februar 2013

ein bissen wikinger.

Wikinger - was wisst Ihr eigentlich darüber? Wickie und die starken Männer, Asterix oder olle Hollywoodschinken? Meist stammt das Wissen daher - und ist mehr als mangelhaft. Findet jedenfalls die Altskandinavistin, also ich, die über Wikinger viel mehr weiß und daher diesen kleinen Artikel names 10 Things You May Not Know About The Vikings sehr mag.

An erster Stelle die Sache mit den Helmen, an denen rechts und links ein Horn zu finden war. Völliger Blödsinn, denn die Wikinger waren in erster Linie Bauern, manchmal Fischer und Händler und zogen eher aus Not auf Viking, wo sie dann als trunkene, marodierende Piraten in christlichen Gefilden für Angst und Schrecken sorgten. Helme hatten sie, zum Schutz im Kampf, wo Hörner doch gestört hätten. Hörner hatten sie auch - und tranken bei festlichen Anlässen und Zeremonien daraus, ansonsten wurden Hörner genutzt, um daraus Kämme, Besteck etc. zu fertigen.

Womit wir beim zweiten Punkt des Artikels sind: Wikinger waren im Gegensatz zu anderen Völkern recht reinlich - sie badeten, rasierten sich und betrieben Haarpflege. Während wir dachten, ein Bad mache anfällig für Krankheiten, sei völlig sinnfrei, was für feine Leute und sowieso eine böse Sache, plantschten Wikinger fröhlich in Bottichen, heißen Quellen, Seen und Flüssen. Lag aber auch vielleicht daran, dass sie meist schwimmen konnten.

Wikinger ist eine Sammelbezeichnung, was so nicht ganz richtig ist, denn es gab dänische, schwedische, norwegische, etwas später auch isländische Wikinger - und dazu regional verschiedene Runen, die Schriftzeichen der Wikinger. Die Unterscheidungen waren eigentlich noch viel feiner, aber lassen wir es dabei.

Die Wikinger kamen rum - und hielten sich auch Sklaven, so waren zum Beispiel Iren gern gesehen, weil sie so schnell laufen konnten. Damals, als sie in Vinland unterwegs waren, gehörte ein irisches Paar dazu und diente als Kundschafter. Wikinger waren sowas wie die damaligen Schweizer, denn sie verdingten sich auf Zeit als begehrte Söldner, zum Beispiel in nordafrikanischen Ländern, wo sie - hellhäutig und -haarig - ziemlich auffielen und dazu noch größer als der Durchschnitt waren und somit reichlich beeindruckend waren. 

Wikinger-Frauen waren ihrer Zeit weit voraus und empanzipiert - und keinesfalls so rechtlos wie die meisten der damaligen Frauen. Man mag darüber denken, was man will, aber im Falle von Ehebruch war es absolut berechtigt, dass eine Wikingerfrau ihren Mann nackt durchs Dorf trieb. Sie konnte Titel, Grundbesitz und Geld erben und gingen mit auf Viking, so auch die Tochter von Erik dem Roten, die Vinland entdeckte. Wo wir gerade bei Erik dem Roten, den mutmaßlichen Besiedler Grönlands sind: Seine Frau verweigerte ihm das eheliche Recht des Beischlafes, bis sie eine christliche Kirche errichten durfte.

Das soll erst einmal genügen, aber eine kleine Anmerkung noch: Die Idealisierung und Mythosbildung, die zum Beispiel durch das Dritte Reich propagiert wurden, sind ebenso übertrieben wie falsch und dumm. Gilt auch heute noch: Wenn man keine Ahnung, einfach mal ... Ihr wisst schon.

Wer mehr erfahren mag, dem empfehle ich das Buch Die Abenteuer des Röde Orm von Frans G. Bengtsson, ein sehr schönes Buch, das dazu auch kurzweilig ist und den Film Der 13. Krieger, der anschaulich Einblicke in das Wikinger-Leben gibt. Weitere Kurz-Fakten kann man in dem kleinen, oben erwähnten Artikel nachlesen.

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