Donnerstag, 30. Juni 2011

ruhrgebietsdeutsch: brass.

Wir im Ruhrgebiet haben es gut, wir haben nämlich Brass:

Quelle: http://www.ruhrgebietssprache.de/lexikon/brass.html

Brass haben macht manchmal Spaß, vor allem, wenn man den Brass rauslassen kann, das tut dann ungemein gut. Aber meist ist so ein Brass eher anstrengend, denn man geht sich damit fast immer und am mehrsten selbst auf die Nerven. 

Brass ist angesammelte, aufgestaute Wut oder Ärger, die fast immer einen guten Grund hat. Brass hat man, wenn einem den ganzen Tag nichts gelingt und man zwei linke Hände hat. Brass kann aber auch durch andere Menschen, die einem den letzten Nerv rauben, verursacht werden, was einen dann ärgert - und schon hat man ordentlich Brass. Der Brass kriecht einem durchs Gedärm und ist ein dabei ein hartnäckiges Biest.
 
Quelle: http://www.duden.de/suchen/dudenonline/Brass

Hat man so richtig schön Brass, kann man den auf verschiedene Arten auflösen, das hängt immer von der jeweiligen Veranlagung ab: Manche trinken einen Schnaps und verabschieden den Brass so. Andere gehen eine Runde um den Block und treiben Sport, das mag so ein Brass nicht so wirklich und verschwindet freiwillig. Brüllen, jammern, zetern, lachen, schweigen - die Möglichkeiten sind vielseitig.

Und Ihr da draußen in den deutschsprachigen Landen, kennt Ihr das Wort Brass überhaupt? Oder heißt das bei Euch anders?

wortfeilchen

PS. Warum der Brass Brass heißt und woher er kommt, tja, das habe ich leider nicht raugefunden.

Kommentare:

Ulrich hat gesagt…

Mir als gebuertigem Holsteiner ist das Wort durchaus gelaeufig. Sein Verbreitungsgebiet ist laut "Variantenwoerterbuch des Deutschen" Nord- und Mittelwestdeutschland.

Ulrich Schol hat gesagt…

Das "Variantenworterbuch des Deutschen" gibt als Verbreitungsgebiet dieses Wortes Nord- und Mittelwestdeutschland an.Ich bin in Schleswig-Holstein grossgeworden, und es ist mir seit langem gelaeufig.

Ulrich