Mittwoch, 25. Mai 2011

angeprangert: geplante obsoleszenz.

Es begann mit der Massenproduktion, erlebte einen unglaublichen Aufschwung während des Wirtschaftswachstums der 1950er Jahre - und machte aus uns eine Konsumgesellschaft mit Wegwegmentalität: die geplante Obsoleszenz.

Unter geplanter Obsoleszenz versteht man die Manipulation der Lebensdauer von Produkten, um so den Kauf von neuen Produkten zu beschleunigen und das Wachstum der Wirtschaft zu fördern. Schwachstellen werden eingebaut oder minderwertige Materialien benutzt, woraufhin ein Schaden oder Fehler beim Produkt auftritt - es muss ersetzt werden. Mehr Konsum ergibt mehr Wirtschaftswachstum. 

Das Prinzip funktioniert mit fast allen Produkten: Drucker, die man nicht reparieren soll, auch wenn man kann, und stattdessen lieber einen neuen Drucker kaufen soll. Handys, deren Lebensdauer vom Hersteller begrenzt wird, damit wir alle paar Monate ein neues kaufen. Kleidung, die nach ein paar Waschgängen ausfärbt, ausleiert und durchscheuert.

Die Folgen der geplanten Obsoleszenz sind weitreichend und negativ: wachsende Müllberge, geringe Nachhaltigkeit, wenig bis keine Umweltverträglichkeit, Verschwendung von Rohstoffen, hohe Logistikkosten, Verhinderung von Innovationen und nicht zuletzt eine ethisch nicht vertretbare Manipulationen von Verbrauchern und soziale Konsequenzen für viele Menschen. 

Mehr wissenswerte Informationen bietet dieser aufschlussreiche arte-Film:


Die Lösung? Bewusstsein, Reflektion und Wachstumsrücknahme.

Ein gutes Beispiel ist manomama:

manomama stellt ökosoziale Kleidung her und verkauft sie auch. Ökosozial ist hier keine Marketingstrategie, sondern bedeutet die Nutzung von komplett ökologischen Materialien; das heißt jeder Faden, jeder Knopf und auch das pflanzlich gegerbte Leder stammen aus einem lokalen Umkreis von 250 Kilometer rund um den Standort Augsburg.

Schnittmuster, Farben - alle für Nutzer relevanten Maßgaben sind nicht einer Bekleidungsnorm unterworfen, sie richten sich nach dem Wünschen und Bedürfnissen der künftigen Träger.

manomama tut aber noch mehr: Weben und Spinnen - traditionelle Handwerke, die in Deutschland fast als schon ausgestorben galten, werden durch manomama wiederentdeckt, gefördert und genutzt. Produziert wird ebenfalls vor Ort in Deutschland - zu überdurchschnittlichen Löhnen. Und nicht zuletzt sind Produkte von manomana von ihrer Zusammensetzung bis zur Preisgestaltung transparent.

manomama wendet keine geplante Obsoleszenz an: Die Kleidung ist so konzipiert, dass sie möglichlichst lange hält - und wenn ein Shirt, eine Hose oder ein Kleid doch mal entsorgt werden muss, kann dies umweltverträglich und nachhaltig über den Komposthaufen geschehen. Ein Kreislauf, der funktioniert.

wortfeilchen

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