Dienstag, 20. Dezember 2011

wortfeiler wünscht weihnachten.

Foto: Pierino Cerliani


2011 war für mich ein aufregendes und schönes Jahr - dafür danke ich vielen Menschen, besonders aber meinem Mann.

Allen Freunden, Bekannten, Geschäftspartnern und ihren Familien wünsche ich angenehme Weihnachtstage und ein neues Jahr, das uns allen viel Freude bereitet.

Wir lesen, sehen und hören uns 2012!

wortfeilchen

Montag, 10. Oktober 2011

etymologische fundstücke: gully.

Man denkt doch nie drüber nach. Zum Beispiel, warum sich der Gully nicht Gulli schreibt und warum er überhaupt Gully heißt?

Die korrekte Rechtschreibung hat Herr Korrekturen.de hier erläutert:


Im Englischen ist ein Gully viel mehr als unser Gully, nämlich nicht nur ein Abzugskanal und ein Einlaufschacht, sondern auch eine enge Schlucht, ein Senkloch, ein Straßenablauf, eine Erosionsrinne, eine schlichte Rinne, ein Schlammfang, eine Saugrinne, ein Schleusenschacht, ein Sinkkasten, ein Schmutzfang, ein Saugwagen, eine Grabeneorsion, eine Wasserfurche - und für alle Leser in der Schweiz, in Süddeutschland und in Österreich auch eine Runse.

Zeit zu schauen, woher das Wort Gully überhaupt kommt:

Unser Gully ist ein noch recht junges Lehnwort aus der englischen Sprache. Eigentlich bedeutet es Rinne - ein weitreichender Begriff, der über unsere Bezeichnung Gully hinausgeht. Es stammt wahrscheinlich von dem altfranzösischen Wort goule/gole, dessen Verkleinerungsform gullet ist und Schlund bedeutet. Der französische Schlund geht zurück auf die lateinische Kehle bzw. die Speiseröhre, nämlich das Wort gula. Gueule - also recht ähnlich - ist das französische Wort für Kehle.

Kehle, verwandt mit dem Kiel, ist ein altes westgermanisches Wort und bedeutet verschlingen, verzehren und auch fressen. Im Mittelalter kannte man noch das Wort kehlen, was so viel wie rinnenartig aushöhlen, aber auch einen Fisch ausnehmen bezeichnet. Wir kennen heute noch das Verb auskehlen. Der Gully verzehrt gnadenlos alles, was ihm vor die Nase kommt, daher passt die Bezeichnung.

Unser Wort Gully hätte gar nicht den Umweg über Italien, Frankreich und England nehmen müssen, sondern gleich zu Hause bleiben und Kehle heißen können.

wortfeilchen

Montag, 26. September 2011

europäischer tag der sprachen.

Seit 2001 findet jährlich der Aktionstag Europäischer Tag der Sprachen statt - natürlich auch heute wieder.

Die Sprachen
23 Amtssprachen und 60 Sprachgemeinschaften in 45 teilnehmenden Ländern. Zu den Regional- und Minderheitensprachen gehören Katalanisch, Samisch, Bretonisch, Ladinisch, Gälisch oder Walisisch.

Die Vision 
Mehr Menschen zum Erlernen von Fremdsprachen motivieren! Jeder soll zwei Fremdsprachen können, sich der Vielfalt der heimischen Sprachen bewusst werden und die sprachliche und kulturelle Fülle pflegen.

wortfeilchen

PS. Mehr Informationen, die lesenswert und spannend sind, findet Ihr hier.

Sonntag, 25. September 2011

fundstück: a liter of light.

Während wir uns Gedanken machen, ob Energiesparlampen gut oder böse sind, Glühbirnen doch nicht so schlecht waren und wie viel Plastikmüll wir produzieren, ist man anderswo auf der Welt dankbar für ein bisschen Licht, das aus PET-Flaschen gewonnen wird:
 


wortfeilchen 

PS. Mehr Informationen und die Welt ein klein wenig heller machen: Hier spenden.

PPS. Via Susanne und Facebook.

Donnerstag, 15. September 2011

altkleider in bochum. eine odyssee.

Früher war alles besser. Oftmals ein blöder Spruch, aber in diesem Fall passt er wie die Faust aufs Auge. Früher gab es nämlich im Bereich der Bochumer Innenstadt Container für Altglas, Altkleider und Schuhe. Seit ein paar Jahren sind diese sang- und klanglos - und ohne Ankündigung - einfach verschwunden.

Mein Altglas muss ich nun sammeln und zum Wertstoffhof bringen oder - wie mir die lokale Müllabfuhr mitteilt - einfach in den Restmüll werfen. Ebenso verfahre ich mit meinen Altkleidern. Container für Altglas, Altkleider und Schuhe gibt es nur noch außerhalb des sogenannten Rings von Bochum. 

Nun habe ich drei Tüten voller Altkleider und möchte diese nicht in die Mülltonne werfen oder umständlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln einen Wertstoffhof aufsuchen. 

Also habe ich die Müllabfuhr in Bochum, den USB Umweltservice Bochum GmbH angerufen. Dort war man nicht nur sehr freundlich und hilfsbereit, sondern erklärte mir ebenfalls, dass man leider nichts unternehmen könne, denn - und nun kommt es - die Bezirksregierung Bochum-Mitte möchte nicht, dass solche Container das Stadtbild verunzieren und Anwohner möchten ebenfalls keine Container in ihrem Wohnumfeld haben. 

Die nächste Altkleidersammelstelle ist in der Nähe des Bergbaumuseums Bochum oder ich müsse einen der beiden Wertstoffhöfe in Bochum aufsuchen oder ich könnte mein Altglas und meine Altkleider in der Restmülltonne entsorgen. Man teilte mir auch mit, dass einige Anwohner in der Innenstadt Bochum sich bereits beschwert hätten, aber sie als Müllentsorger keine Möglichkeiten gegen kommunale Entscheide hätten.

Unzufrieden legte ich auf, dachte nach und rief ein paar lokale karitative Vereine in Bochum an. Vielleicht würden die meine Altkleider nehmen oder wüssten zumindest an wen ich mich wenden kann. Auch dort war man sehr freundlich, konnte mir aber lediglich den Tipp geben, es bei Kirchengemeinden zu versuchen. Natürlich gelangte ich auch dort zu keiner Lösung.

Nun stehe ich hier mit meinen Altkleidern und frage mich, was ich mit denen anstelle?

Ich stelle vermehrt fest, dass die Bochumer Innenstadt sehr wohl dazu geeignet ist, Besucher von außerhalb mit zahllosen Festivitäten anzulocken - um die Anwohner und deren Müll will man sich aber nicht kümmern. 

Umweltfreundlich ist das Vorgehen natürlich auch nicht, schließlich muss ich (natürlich mit dem Auto) zum Wertstoffhof fahren oder mein Altglas und meine Altkleider im Restmüll entsorgen. Aber wie dort hinkommen, wenn man nicht mobil ist? Laut USB fragen nämlich sehr viele Senioren nach Sammelcontainern - und werfen recycelbare Rohstoffe mangels Möglichkeiten in die Mülltonne.

Gut, mich stört es in Zukunft nicht mehr persönlich, ich ziehe um und dort finden sich Container, aber den Bewohnern der Bochumer Innenstadt (und den zahllosen Senioren) und der Umwelt, der sogenannten Nachhaltigkeit ist damit auch nicht geholfen.

Liebe Bezirksregierung, liebe Stadt Bochum, liebe Bochumer,
außen hui, innen pfui - das reicht nicht.

wortfeilchen

40 jahre greenpeace.

Herzlichen Glückwunsch zum vierzigsten Geburtstag, Greenpeace!


Weitermachen!

wortfeilchen

Mittwoch, 14. September 2011

filmtipp & spendenaufruf: oma & bella.




Unbedingt anschauen, wenn möglich bitte spenden oder zumindest verbreiten - damit diese tolle Idee, die ein Stück deutsches Leben und Geschichte dokumentiert, umgesetzt werden kann. 

Hier geht es direkt zur Webseite von Oma & Bella,hier zur Facebook-Seite.

wortfeilchen 

PS. Vielen Dank für den Tipp, Annette.

Dienstag, 6. September 2011

fundstück: twitter ist schneller als ein erdbeben.

Vielleicht in diesem Fall ein wenig makaber, ein Erdbeben ist schließlich eine üble Sache, aber mehr als ein Körnchen Wahrheit steckt schon drin: twitter ist verdammt schnell. Neuigkeiten, egal ob sie wichtig oder nichtig sind, erfährt man weltweit am schnellsten via twitter.

Das zeigt anschaulich folgendes Video, das ich bei der wunderbaren Kollegin Heike Schmidt-Abidi entdeckt und gleich gemopst habe:
 


wortfeilchen

PS. Ebenso schnell, gewitzt und eloquent ist der wunderbare Marcus, der heute seinen 42. Geburtstag feiert. Alles Liebe nach Düsseldorf!

Montag, 5. September 2011

werbung: logos, die misslungen sind.

Das oder der Logo, beides ist laut Duden möglich, ist ein wichtiges Element der Unternehmensidentifikation nach außen und innen: Es setzt ein Zeichen, kann aus Buchstaben, Bildern und Bildelementen oder einer Mischung bestehen.

Es präsentiert das Unternehmen, daher sollte es leicht zu verstehen, unverwechselbar, einprägsam, gut reproduzierbar, gerne auch zeitlos sein und dazu einen hohen Wiedererkennungswert haben.

Es gibt gute Logos, tolle Logos, schlechte Logos, richtig schlechte Logos und Logos, bei denen etwas schiefgelaufen sein muss. Oder wie erklären die jeweiligen Grafiker dies:





wortfeilchen 

Freitag, 2. September 2011

umgangssprache: aus daffke.

Warum ich blogge? Eigentlich aus Daffke. Es gibt so viele Dinge, die mir täglich begegnen und in der Sinn kommen, die lesens- und erwähnenswert sind. Aus Spass anner Freude und einfach so trifft es genau so wie weil ich es kann - eben aus Daffke. Dieses aus Daffke kennt sicherlich nicht jeder von Euch da draußen. Macht nichts, hier kommt die Erklärung:

Aus Daffke ist eine umgangssprachliche Wendung, die hauptsächlich im norddeutschen und Berliner Raum verwendet wird. Es gibt das Wort Daffke in der deutschen Sprache nur in dieser Verbindung, nicht als alleinstehendes Verb, Adjektiv oder sonstiges. 

Macht jemand etwas aus Daffke, so man er oder sie es aus Spaß, nur so, ohne ersichtlichen Grund oder aus/zum Trotz, nun gerade sowie aus Eigensinn.

Die Etymologie von aus Daffke führt uns, wie so oft im Deutschen, über das Jiddische ins Hebräische:

Hebräisch dawqa/daṿḳā bedeutet nur so (und nicht anders), während jiddisch daffke/dafke(s)/davke(s) nun erst recht, nun gerade aussagt.

wortfeilchen

Donnerstag, 1. September 2011

fundstück: nach chefkock-art.



Da kommt wohl davon, wenn man unkonzentriert arbeitet - ein amüsanter Tippfehler. Die Rechtschreibfehler, die in der Speisekarte zu finden sind, habe ich großzügig übersehen. 

wortfeilchen

Dienstag, 23. August 2011

fundstück: fodern statt fordern.


Sicherlich nur ein Tippfehler oder eine Nachlässigkeit, den die Welt in ihrer Online-Ausgabe übersehen hat. Andererseits bedeutet schwedisch foder so viel wie füttern, nähren und weiden ...

wortfeilchen

Freitag, 19. August 2011

hach-moment: hilsen fra danmark.

Dänemark ist mein Land: Es ist flach, scheinbar endlos, von wunderbarer Weite, es ist nicht so warm, dafür ab und an stürmisch, leckere Sachen ohne Ende locken mich, eine schräge Sprache erfreut mich und es gibt ganz viel Meer, Wald und dazu entspannte Menschen, die meiner Mentalität entsprechen.

Tragisch, dass ich viel zu selten dort bin. Unfassbar, dass ich nicht dort wohne, wo ich eigentlich zuhause bin. 

Aber es gibt liebe Menschen, die mir nicht nur ein Foto von Meer, Strand und Himmel schicken, sondern noch viel bessere Ideen haben, mir ein Päckchen schicken - und mir einen Augenblick voller Sehnsucht, Seufzer und Freude schenken. 

Das sieht dann so aus:



wortfeilchen 

PS. Ein riesiges Dankeschön an Francisco

Donnerstag, 11. August 2011

in eigener sache: zuhause gefunden.

Vermelde Erfolg, ein neues Zuhause hat uns gefunden. Wir haben gleich die Qualität der Region getestet:

Foto: Pierino Cerliani

wortfeilchen

PS. Danke für Eure Hilfe!

Mittwoch, 10. August 2011

wissen: 100 dinge über bochum.

Ich bin nicht nur ein echtes Ruhrpottkind, ich bin gebürtige Bochumerin und auch mehr oder weniger stolz darauf. Ja, ich weiß, Bochum ist nicht besonders wichtig, nicht wirklich groß und über die Schönheit lässt sich ebenfalls streiten. Was Punkt 3 angeht, könnte ich nun über andere Ruhrgebietsstädte herziehen, aber sei es drum.

Zurück zu Bochum. Ich habe eindeutig Bildungslücken, was die Geschichte und das Wissen über Bochum angeht. Aus diesem Grund finde ich es sehr schön und kurzweilig, dass derWesten, für mich immer noch die WAZ, eine Serie präsentiert, in der jeweils 100 Dinge über eine Stadt im Ruhrgebiet zu lesen sind. 

Und weil man nie genug nützes und unnützes Wissen haben kann, hier 6 der vielen Dinge, die Ihr über Bochum wissen solltet:







Wem das nicht reicht, hier gibt es 100 Dinge, die Sie über Bochum wissen sollten. Und ja, Dortmund war auch schon dran. Obwohl ich mich frage, warum ich 100 Dinge über Dortmund wissen sollte.

wortfeilchen

PS. Am Layout könnte man ruhig noch arbeiten.

Dienstag, 9. August 2011

wortspielchen: der sprichwortrekombinator.

Ein Sprichwort ist ein kurzer, volkstümlicher Satz, der eine praktische Lebensweisheit enthält. Aber genau da liegt manchmal die Krux. Zumindest für mich, die Konstruktionen wie In Dänemark stimmt was nicht oder Holland in Gefahr fabriziert.

Noch gekonnter mischt der Sprichwortrekombinator alte Sprichwörter zu neuen Ergüssen:



Weitere Kreationen können hier erforscht werden.

wortfeilchen

Donnerstag, 4. August 2011

fundstück: tippfehler oder dialekt?

Quelle: http://www.welt.de/politik/deutschland/article13525808/Arbeitslose-und-Migranten-kriegen-die-meisten-Kinder.html

Hat sich da jemand vertan? Mangelnde Rechtschreibkenntnisse oder zu wenig Zeit? Soll es ein Wortspiel sein oder schlicht vertippt? Klingt für mich gewöhnungsbedürftig, vielleicht hessisch - oder ist mir etwas entgangen?

wortfeilchen

PS. Der ganze Artikel hier.

Dienstag, 2. August 2011

hommage an fensterrentner.

Ich dachte, sie seien eine aussterbende Gattung:

Rentnerinnen und Rentner, die ihre Ellenbogen auf ein Kissen, das auf der Fensterbank des geöffneten Fensters liegt, legen und sich die Welt da draußen interessiert und mit bewundernswerter Ausdauer begucken. Dazu trinken sie manchmal ein Bierchen, rauchen eine Zarette, geben schlicht ab und an bissige Kommentare ab oder schauen sich einfach seelenruhig um. Das Ganze nennt sich Fensterrentner - und ist eine Erfindung des Ruhrgebiets.

Aber ich kann ganz beruhigt sein, Immigranten begeistern sich ebenfalls für unsere uralte Tradition:
 
Foto: Barbara Piontek

wortfeilchen

PS. Gruß an the one and only, the real @FensterRentner.

Montag, 1. August 2011

redewendungen: frieren wie ein schneider.

Auch wenn mir das kühle, nasse Wetter der letzten Wochen ausnehmend gut gefallen hat, so gab es doch einige Beschwerden und laute Rufe nach dem Sommer. Allzu oft fielen die Worte: Ich friere wie ein Schneider!, denn so bitterlich kalt war es manchen Zeitgenossen.

Woher kommt diese Redewendung?

Damals, als unsere Kleidung noch in Handarbeit angefertigt und repariert wurde, gab es einen Handwerksberuf, der sich Schneider nannte. Es war kein sehr angesehener Berufszweig, schließlich handelte es sich dabei zumeist um einen Mann, der den ganzen Tag still in seiner Ecke saß und nähte. Ein Schneider war also ein Stubenhocker, der nicht körperlich arbeitete und dadurch verweichlicht, nicht abgehärtet und überempfindlich war. Daher dachte man, so ein Schneider müsse sehr schnell frieren - und die Redewendung bürgerte sich in unserem Sprachgebrauch ein.

Die andere Theorie besagt, dass ein Schneider ein recht ärmliches Leben führte, denn die genähte oder reparierte Kleidung wurde meist nicht bar bezahlt, sondern erst später. Schneider mussten ihre offenen Rechnungen nicht selten eintreiben, was dazu führte, dass sie ihre Werkstatt oft nicht ausreichend heizen konnten und auch schon mal hungern mussten - um die Zahlungsmoral vieler Kunden war es eher schlecht bestellt. Daher mutmaßte man, ein Schneider sei wegen seines geringen Körpergewichts sehr schwächlich und würde sehr schnell frieren.

Es gibt aber noch weitere Redewendungen, die mit einem Schneider zu tun haben:
 
Herein, wenn es kein Schneider ist! - auch hier gibt es zwei Deutungsmöglichkeiten: Erstens, ein Schneider war als Besucher nicht erwünscht, weil er doch immer seine Rechnungen eintreiben wollte und zweitens, weil es ursprünglich Herein, wenn es kein Schnitter ist! hieß. Der Schnitter war eine Metapher für den Sensenmann, also den Tod. 

Aus dem Schneider sein, sagt man, wenn man einer unangenehmen Situation entkommen ist oder diese vermeiden konnte. Auch hier gibt es wieder mehrere Entstehungstheorien, denn belegt sind sie alle nicht: Weil ein Schneider so erbärmlich dünn war und nicht einmal 30 Lot wiegen würde, ist jeder, der mehr wiegt aus dem Schneider und dementsprechendung fit und gesund. Die Lebenserwartung eines Schneiders war wegen seiner schlechten sozialen Lage nicht besonders hoch, wurde jemand also älter als 30 Jahre, war er aus dem Schneider und hatte gute Chancen alt zu werden.

wortfeilchen

PS. Nein, ich habe nicht rausgefunden wie viel so ein handelsübliches Lot wiegt, Ihr aber vielleicht?

Donnerstag, 28. Juli 2011

fundstück: 29 kreativitätstechniken.

Manchmal klemmt es. Die Gründe sind vielschichtig und können extrem nervend sein. Vielleicht hilft eine dieser 29 Ideen weiter:

Mittwoch, 27. Juli 2011

fundstück: russland in farbe. vor 100 jahren.

Zwischen 1909 und 1912 zog der russische Fotograf Sergei Mikhailovich Prokudin-Gorskii mit Unterstützung des Zaren aus, um Fotos von Russland zu machen. Die Ergebnisse kommen durch eine (für mich) komplizierte Technik zustande. Sie sind erstaunlich und wirken nicht, als seien sie bereits 100 Jahre alt. 

The Boston Globe zeigt 34 dieser Fotos in seiner Online-Ausgabe, eine Auswahl:




Quelle der Fotos und weitere sind hier zu bestaunen: The Boston Globe

wortfeilchen

PS: Der Boston Globe bietet die Übersetzung seiner Texte an. Überraschend sind auch hier die Ergebnisse - ein Vergleich:



Freitag, 22. Juli 2011

frische bücher: design-duden zu deutscher rechtschreibung & grammatik.


Quelle: http://www.duden.de/presse/das-pure-vergnuegen-fuer-den-schreibtisch

Viele Wörter fallen mir spontan zu den beiden Hübschen ein: pur, schlicht, formschön, wunderbare Farben, handliches und praktisches Format, Flexcover mit Prägung, abgerundete Ecken, Banderole und dazu auch noch Wissen - für mich Liebe auf den ersten Blick. Das sind sie, die beiden Design-Duden, die im August erscheinen und uns die Regeln der Rechtschreibung und Grammatik näherbringen.

Duden pur – Deutsches Wörterbuch, so heißt der gelbe Band. Er enthält 47 000 Stichwörter und erklärt in konzentrierter Form die wichtigsten orthografischen Grundregeln anhand von vielen anschaulichen Beispielen und Infokästen.

Duden pur – Deutsche Grammatik, das ist der orange Band. Er erklärt in kompakter Form alles Wichtige zur Grammatik der deutschen Sprache und gibt einen Überblick über gutes und richtiges Deutsch anhand von Tabellen und vielen Beispielen.

Vielleicht liegt es daran, dass ich den Duden täglich zur Hand nehme. Möglicherweise ist es auch meine Schwäche für Bücher. Eigentlich ist es egal, denn ich hatte noch keine Gelegenheit reinzuschauen, den Einband zu streicheln, über die Seiten zu fahren und vielleicht die Typografie zu bewundern. Aber ich werde. Spätestens im August.

wortfeilchen

PS. Werte Frau Alexandra Hahn aus dem Verlagsbereich Wörterbuch und Sachbuch, ich wäre wirklich gar nicht böse, wenn ich vorab ein Rezensionsexemplar erhalten würde - ich kann es nämlich kaum erwarten!

Donnerstag, 21. Juli 2011

rechtschreibung: die sache mit dem knowhow.

Spricht man von Erfahrung, Wissen und Kenntnissen, kann man diese in einem Wort zusammenfassen, nämlich Knowhow. Nimmt man es ganz genau, so versteht man unter Know-how auf Forschung und Erfahrung beruhendes Wissen, wie man eine Sache praktisch umsetzt oder anwendet.

Der Inhalt ist schon mal geklärt, bleibt der Ursprung und die Schreibweise.

Die Herkunft ist einfach zu klären: Knowhow ist ein waschechter Anglizismus, den man mit Wissen, wie etwas zu tun ist übersetzen kann.

Knowhow ist ein Substantiv, weshalb man es natürlich großschreibt. Es bekommt den Artikel das vor die Nase gesetzt, weil es sächlich ist. Üblicherweise wird es in der Einzahl verwendet, also das Knowhow.

Die deutsche Rechtschreibung bietet zwei korrekte Schreibweisen an, nämlich Knowhow und Know-how. Know How ist ebenso falsch wie Know-How oder knowhow, ergo geht es so nicht:


Knowhow wird gerne kombiniert: Knowhowtransfer bzw. Know-how-Transfer, die Übermittlung oder Weitergabe von Wissen ist so ein Beispiel. Auch die vertragliche Vereinbarung, durch die der Lizenzgeber dem Lizenznehmer sein Know-how zur Verfügung stellt, also juristisches Zeug ist eine solche Mischung und ergibt kurz die Knowhowvereinbarung bzw. Know-how-Vereinbarung.

wortfeilchen

PS. Ich könnte Julian von Heyl, den Großmeister von korrekturen.de fragen; denn er weiß bestimmt ganz genau, seit wann sich Knowhow so schreibt und ob es sich jemals anders schrieb.

Sonntag, 17. Juli 2011

fundstück: spiritousen.


In einer gutbürgerlichen Gaststätte, die seit mehr als 60 Jahren eine Institution in Bochum ist, traf ich auf diese Schreibweise des Wortes Spirituosen - lediglich ein Buchstabendreher, hoffe ich zumindest.

Unter Spirituosen versteht man alkoholische, geistige und starke Getränke, Alkohol und Alkoholika. Umgangssprachlich nennt man Spirituosen harte Sachen, scharfe Sachen, Stoff oder Sprit.

Das Wort Spirituosen ist ein Fremdwort, dass im 18. Jahrhundert in unseren Sprachgebrauch kam und anfangs Spirituosa lautete. Es geht auf das lateinische Substantiv Spiritus zurück, was so viel wie Hauch, Lufthauch, Atem, Leben, Seele oder Geist bedeutet. Von dort gelangte es in das Französische, wurde relatinisiert und erreichte deutschsprachige Gefilde.

wortfeilchen

PS. Esprit, Aspirant, Inspiration und Spiritismus sind mit den Spirituosen verwandt.

PPS. Eine anderes Thema ist die Frage, warum sich Uerdinger Wacholder mit Dehnungs-e schreibt, aber ü ausspricht.

Montag, 11. Juli 2011

in eigener sache: neues zuhause in bochum gesucht.


Ruhiges Akademikerpaar (nämlich mein Mann und ich), ohne Kinder, sucht ab 1.9.2011 oder 1.10.2011 eine Wohnung zur Miete oder ein Haus zur Miete in Bochum. Die Wohnung zur Miete in Bochum oder das Haus zur Miete in Bochum sollte mindestens 100 qm und 4,5 Zimmer haben, darf auch gerne größer sein. Eine Wohnküche (ab 15 qm), ein nicht zu kleiner Balkon oder eine Terrasse mit ein wenig Garten, ein Bad mit Badewanne (lieber noch ein Gäste-WC dazu) und eine Garage (mit Stromanschluss) sind ebenfalls wichtig. Wir möchten niemanden über uns wohnen haben, der uns auf dem Kopf rumtrampelt. Wir möchten ruhig, aber zentral (nicht direkt an einer Hauptverkehrsstraße) wohnen und eine gute Anbindung an ÖPNV haben.

Die Zusammenfassung für die Wohnung zur Miete/Mietwohnung oder das Haus zur Miete/Miethaus in Bochum:

Wichtig:
  • 4,5 Zimmer, gerne mehr (ab 100 qm)
  • Bad mit Badewanne, gerne Fenster im Bad
  • Wohnküche (ab 15 qm)
  • Großzügiger Balkon/Terrasse (muss nicht Südseite sein, gerne Westen/Nordwesten)
  • Fußläufige Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel
  • Infrastruktur fußläufig erreichbar
  • Keller/Abstellflächen/Speisekammer/Hauswirtschaftsraum
  • Garage mit Strom
Gerne:
  • Ungewöhnlich und individuell
  • Altbau
  • Hinterhaus
  • Gewerbeobjekt (mit Eisenträgern)
  • Loft/Halle
  • Ehemaliger Betrieb/Handwerksbetrieb
  • Über mehrere Etagen
  • Wohnung mit separatem Büro/Werkstatt
  • Reihenendhaus
  • Doppelhaushälfte
  • Renovierungsbedürftig (Planung/Umbau/Renovierung, weil mein Mann Architekt ist und wir beide was können)
Geht gar nicht:
  • Laminat in der gesamten Wohnung
  • Hellhörig, dünne Wände und Decken
  • Übermäßig hässliche Holzpaneele an Decken und Wänden
  • Laute, feierfreudige Nachbarn
  • Eine reine Maisonette- oder Dachwohnung, wo nur Dachschrägen vorhanden sind
  • Wohnung komplett zu Hauptverkehrsstraße gelegen
  • Eine Kirche nebenan, eine Kneipe im Haus, ein Spielplatz vorm Haus
  • Hochhaus, nicht mehr als 3 Etagen ohne Aufzug
  • Luxusobjekte mit Chichi, Blingbling und ganz viel Komfort
  • Ein Reihenmittelhaus
  • Makler und Courtage
Bevorzugte Stadtteile:
  • Innenstadt/Innenstadtnähe
  • Altenbochum
  • Wiemelhausen
  • Stadtpark
  • Grumme
Auf keinen Fall Langendreer, Werne, Wattenscheid, Stiepel oder sonstige Stadtteile, die weit vom Schuss liegen.

Wann:

Ab September/Oktober 2011

Bitte telefonisch unter 0234 51 646 18 bei mir melden oder gerne auch via E-Mail unter info(at)wortfeiler.de.
 
wortfeilchen

Montag, 4. Juli 2011

aus dem alltag einer deutschschweizerisch-deutschen beziehung: blache.

Gerade flog eine Blache an mir vorbei.
Was?
Es ist total windig, eine Blache fliegt hier rum.
Eine was?
Eine Blache.
Was fürn Ding?
Eine Blache!!
Ja, ich habe Dich verstanden, aber was zum Henker ist eine Blache?
Du kennst keine Blache?

Die Auflösung:

Quelle: http://www.duden.de/suchen/dudenonline/blache

Althochdeutsch blaha und mittelhochdeutsch blahe bezeichnen eine grobe Leinwand, eine Decke oder Wagendecke. Das dänische Wort blaar und das schwedische Wort blånor zeigen heute noch die Verwandtschaft an und bezeichnen Abfall von Hanf oder Flachs bzw. Werg.

Nicht geklärt ist, seit wann das Wort Plane im Sprachgebrauch unterwegs ist. Die Bezeichnung Plane ist noch gar nicht so alt, erst im 19. Jahrhundert hat sie sich in der Schriftsprache durchgesetzt. An sich logisch, dass man in der mittelhochdeutsch geprägten Deutschschweiz sprachlich in vergangenen Zeiten weilt.

wortfeilchen

PS. In Österreich heißt eine Plane übrigens Plache.

Donnerstag, 30. Juni 2011

ruhrgebietsdeutsch: brass.

Wir im Ruhrgebiet haben es gut, wir haben nämlich Brass:

Quelle: http://www.ruhrgebietssprache.de/lexikon/brass.html

Brass haben macht manchmal Spaß, vor allem, wenn man den Brass rauslassen kann, das tut dann ungemein gut. Aber meist ist so ein Brass eher anstrengend, denn man geht sich damit fast immer und am mehrsten selbst auf die Nerven. 

Brass ist angesammelte, aufgestaute Wut oder Ärger, die fast immer einen guten Grund hat. Brass hat man, wenn einem den ganzen Tag nichts gelingt und man zwei linke Hände hat. Brass kann aber auch durch andere Menschen, die einem den letzten Nerv rauben, verursacht werden, was einen dann ärgert - und schon hat man ordentlich Brass. Der Brass kriecht einem durchs Gedärm und ist ein dabei ein hartnäckiges Biest.
 
Quelle: http://www.duden.de/suchen/dudenonline/Brass

Hat man so richtig schön Brass, kann man den auf verschiedene Arten auflösen, das hängt immer von der jeweiligen Veranlagung ab: Manche trinken einen Schnaps und verabschieden den Brass so. Andere gehen eine Runde um den Block und treiben Sport, das mag so ein Brass nicht so wirklich und verschwindet freiwillig. Brüllen, jammern, zetern, lachen, schweigen - die Möglichkeiten sind vielseitig.

Und Ihr da draußen in den deutschsprachigen Landen, kennt Ihr das Wort Brass überhaupt? Oder heißt das bei Euch anders?

wortfeilchen

PS. Warum der Brass Brass heißt und woher er kommt, tja, das habe ich leider nicht raugefunden.

musik: wir werden sehen.

Dienstag, 28. Juni 2011

ein wort mit fünf vokalen: desavouieren.

Vielleicht liegt es an meinem Beruf. Vielleicht auch daran, dass ich täglich mehrfach den Duden konsultiere, sehr viel lese und schreibe. Da fällt mir manchmal das ein oder andere Wort ins Auge - und bleibt daran hängen.  

Solch ein Wunderding, das sage und schreibe fünf Vokale in sich birgt, ist das Wort desavouieren. Zugegeben, ein Wort, das ich eher selten bis gar nicht verwende, und dazu nicht einmal um seine Bedeutung wusste.

Desavouieren bedeutet so viel wie im Stich lassen, bloßstellen, nicht anerkennen, herabwürdigen, verleugnen und in Abrede stellen, blamieren, bloßstellen, kompromittieren, zum Gespött machen oder auch vorführen. Es ist - wie man sicherlich bereits hören kann - lateinisch-französischen Ursprungs.

Erwähnte ich es schon? In dem Wort desavouieren kommen fünf Vokale vor. Und an einer Stelle gleich vier hintereinander! Wow, oder?

wortfeilchen

PS. Nun muss ich nur noch eine Möglichkeit finden, um desavouieren in einem Text unterzubringen oder in einem Gespräch völlig nonchalant fallenzulassen.

Montag, 27. Juni 2011

schweizimpressionen: die insel ufnau im zürisee.

Sie ist mit 112.645 qm die größte Insel der Schweiz. Sie liegt (fast) mitten im Zürichsee und ohne eine sehr geschätzte Frau würde ich sie nicht kennen: die Insel Ufenau oder Ufnau, wie sie ursprünglich heißt.

Kein Wort wird der Insel gerecht, sie ist einfach ein Idyll, ein Kleinod, daher lasse ich Bilder sprechen:

Foto: Barbara Piontek
Foto: Barbara Piontek
Foto: Pierino Cerliani
Foto: Pierino Cerliani
Foto: Barbara Piontek
Foto: Pierino Cerliani
Foto: Barbara Piontek
Foto: Pierino Cerliani
Foto: Pierino Cerliani
wortfeilchen

PS. Mehr Informationen von den Freunden der Insel Ufnau.