Donnerstag, 18. November 2010

ruhrgebietssprache: oschek & oschi.

Für große (und teilweise beeindruckende oder sogar bedrohliche) Dinge, Sachen und Menschen haben wir im Ruhrgebiet verschiedene Ausdrücke; den Kawentsmann habe ich Euch bereits vorgestellt, heute gibt es den Oschek bzw. Oschi, der dem/der Ömmes ähnelt. 

Ein Oschek ist eine imposante Erscheinung, ein beeindruckendes Ding, was nicht unbedingt positiv sein muss. Ein Kawentsmann oder Ömmes hat oft eine Spur Niedlichkeit oder Behäbigkeit in und an sich, die dem Oschek abgeht: Der Oschek wirkt fast immer bedrohlich, teilweise schon gefährlich. Ist er nicht unbedingt, könnte aber sein.

Der Duden kennt den Oschek nicht, wohl aber den Oschi, der dort aber ein wenig falsch und schlicht als großes Ding bzw. große Sache beschrieben wird. In Wahrheit ist ein Oschi nämlich eine Verniedlichungsform, ein Diminutiv von Oschek.

Spannend ist die Etymologie von Oschek und Oschi, denn man denkt spontan, es sind - wie beim Mottek - russische oder polnische Einflüsse im Spiel. Stimmt aber nicht, Oschek stammt aus dem Jiddischen, genauer aus der jüdischen Rechtslehre, wo er den Raub durch Bedrückung und vorenthaltung von fremden Eigentum beschreibt. Allerdings weiß ich nicht, seit wann wir im Ruhrpott den Oschek und Oschi kennen.

wortfeilchen

PS. Solche Dinge lernt man übrigens an der Bochumer Uni bei den Germanisten.

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