Montag, 15. November 2010

die sache mit den angeboten.

Es ist ein Thema. Nicht nur für mich, sondern für fast alle Selbstständigen, die ich kenne. Das Thema heißt Angebote. Ein brisantes Thema, denn man spricht nicht darüber. Alle sind erfolgreich und kompetent. Nun, wenn ich mich mit diesem Artikel in die Nesseln setzen sollte, so nehme ich das in Kauf.

Das Schreiben von Angeboten gehört zum Tagesgeschäft und ist (grundsätzlich) erfreulich. In einem Angebot zähle ich nicht lapidar meine Leistungen und Preise auf, ich schlage Ideen vor, nenne Fakten, berate und konzipiere. Kurz gesagt: Meine Angebote sind ausführlich und hilfreich. Sie erfordern Zeit, bedeuten Aufwand - und bringen Nutzen. Ich setze mich persönlich und detailliert mit der jeweiligen Anfrage auseinander.

Fast immer geht ein schriftliches Angebot aus einem persönliches Gespräch hervor, es ist quasi eine Zusammenfassung, eine Bestätigung. Ich finde dieses Vorgehen optimal, denn auch ein Telefonat klärt recht schnell, ob die Chemie stimmt und die Anforderungen zueinanderpassen.

Auf etwa 80 Prozent der rausgeschickten Angebote erhalte ich nicht nur eine Rückmeldung, sondern auch einen Auftrag. Mir ist klar, dass ich vergleichsweise viel positives Feedback erhalte, aber ich denke, es liegt auch der Qualität meiner Angebote. Denn nicht die Anzahl der verschickten Angebote macht den Unterschied, sondern die Wertschätzung, die ich dem (potentiellen) Kunden durch mein aussagekräftiges Angebot entgegenbringe. 

Unschön, eigentlich unhöflich ist es, wenn aber gar keine Rückmeldung, keine Antwort kommt. Natürlich fragt man im Normalfall nach, aber oftmals erhält man auch dann keine Antwort, wurde vergessen, der mögliche Kunden wusste nicht, dass er sich auf das Angebot melden sollte oder er hat sich für einen Mitbewerber entschieden, der einfach günstiger, aber unter Umständen in diesem Fall auch kompetenter ist. 

Und dann geht es noch mal anders: Denn es gibt sie da draußen, die Sammler von Angeboten. Und es gibt sie, die kurzen Anfragen per Mail, die sich nicht für Inhalte und Leistungen interessieren, sondern lediglich für den Preis. Das zeigt: Manchmal macht man eben nichts falsch und erhält den Auftrag dennoch nicht.

Ich werde auch in Zukunft nicht haufenweise langweilige Angebote verschicken. So arbeite ich nicht. Ich behandel mein Gegenüber genau so, wie ich es mir von ihm auch wünsche. Und bevor ich ein Angebot schreibe, frage ich nach. Ich rufe an oder maile nachfragend zurück - denn so profitieren beide, die Kunden und ich.

wortfeilchen

Kommentare:

Francisco Kuhlmann hat gesagt…

Eine sehr löbliche und vorbildhafte Arbeitsweise, die Du uns da präsentierst. Besonders nervenaufreibend sind ja solche Anfragen im Stile von "Was kostet eine Übersetzung?" Und das als erste Frage, bevor man überhaupt etwas über den Kunden und den Text weiß.
Oder aber Massenmails mit der Anrede "Dear Translator". Da sind alle guten Vorsätze für kompetente und individuelle Angebote für die Katz. Da lohnt es nicht, irgendwelche Zeit zu investieren - gleich in die Rundablage.
ich wünsche Dir, dass Deine hohe Erfolgsquote bei der Angebot-Auftrag-Ratio ewig anhält.
Liebe Grüße,
Francisco

Tina hat gesagt…

Da muss ich mal nachhaken. Wie kommt denn in ein Angebot Beratung rein? In die Liste der Leistungen?

wortfeilchen | barbara piontek hat gesagt…

Eindeutig! Oder Mails: Ich brauche Text, was kostet das? Oder man fragt nach dem Preis pro Wort.

Danke, wünsche ich Dir auch! Immerhin geben wir uns beide eine Menge Mühe!

wortfeilchen | barbara piontek hat gesagt…

Meine Angebote teilen sich in drei Bereiche: Anschreiben mit Tipps und Ideen, ansatzweise halt, es folgt eine Aufzählung der möglichen Leistungen inklusive Preisen und dann das Kleingedruckte. Erklärt das?