Dienstag, 29. Juni 2010

verwirrung in safran.

Letzte Woche hatte ich den Wunsch Safran zu kaufen. Da man nie so genau weiß, woraus gemahlener Safran besteht - es könnte durchaus alles, nur nicht Safran sein oder sich dabei um mindere Qualität handeln - kaufte ich Safranfäden. Mangels Auswahl wurde es Safran von Ostmann - genauer gesagt, ein kleines, rundes, rotes Plastikdöschen, in dem sich 0,10 Gramm Safranfäden befinden. Es wird in einem kleinen Plastiktütchen eingeschweißt überreicht und ein Infoblatt, ein Faltblatt namens Rezeptheft mit vielen Tipps findet sich ebenfalls.

Der Verkäufer, von dem ich mir die Fäden geben lassen und dies schriftlich quittieren musste, konnte mir leider nichts über die Herkunft der Safranfäden mitteilen. Vielleicht würde ich im Rezeptheft fündig werden? 

Aber dort finde ich nur zwei Rezepte und einen eher allgemeinen Informationsbereich.
 

Also direkt zu Ostmann auf die Webseite, wo ich im Internetshop lande und mir genau das bestellen kann, was vor mir liegt - erneut ohne Informationen über das Herkunftsland, aber mit Rezepten:


Findig und ausdauernd wie ich bin, stoße ich auf das Gewürz-ABC, das mir viele Infos verspricht. Da finde ich etwas über die Herkunft der Safranfäden! Ganz bestimmt! Nicht, denn dort hält man sich eher bedeckt: Als eigentliche Safranheimat gilt Kleinasien, aber auch in vielen südeuropäischen Ländern wurde und wird Safran angebaut. Der Hauptlieferant für Safran ist heute Spanien. Auch in Südfrankreich, im Iran und in Österreich wird Safran kultiviert.


Gut, ich bin nicht auf den Mund gefallen und nutze das Kontaktformular, um Ostmann direkt zu fragen, aus welchem Land die hübschen Safranfäden stammen. 

Die Antwort?

Sehr geehrte Frau Piontek, 

vielen Dank für Ihre Anfrage. Hauplieferant für Safran ist Spanien. Alle Informationen über Gewürze von A-Z können Sie auch über unsere Homepage erfahren. 
 
Mit freundlichen Grüßen 
Ostmann aktiv!

Ja, reicht mir nicht, außerdem war ich im Gewürz-Lexikon doch längst, also frage ich erneut nach, schließlich will ich doch nur ganz genau wissen, woher Ostmann den Safran bezieht und erhalte eine Antwort: 

Sehr geehrte Frau Piontek, 

vielen Dank nochmals für Ihre Mail. Unser Einkauf teilte uns mit, dass wir den Safran zurzeit aus dem Iran beziehen. 

Mit freundlichen Grüßen  
Ostmann aktiv! 

Liegt es an mir, dass ich nun reichlich verwirrt bin und mir irgendwie abgespeist vorkomme?

wortfeilchen  

PS. Lobend möchte ich erwähnen, dass man meinen Namen richtig geschrieben hat und innerhalb von 24 Stunden antwortete. Sie haben sich bemüht.

Kommentare:

Doro hat gesagt…

tja liebe barbara, die Zeiten sind wohl vorbei, in welchen man beim Händler noch genaue Auskunft über Herkunftsländer bekommt. Mein Tipp wäre, besser auf dem Markt bei den Gewürzständen suchen und fragen, könnte mir vorstellen, dass die noch wissen, was sie eintüten.
lieben Gruß aus dem hitzigen Hamburg

wortfeilchen | barbara piontek hat gesagt…

Liebe Doro,

das könnte ich wirklich noch versuchen oder eben einen Bioladen aufsuchen, denn in Bochum gibt es keinen Gewürzhändler mehr :-(

Vielen Dank und ebenfalls erhitzte Grüße!

shafigh shahbazi hat gesagt…

Liebe Barbara, ich bin jetzt zufällig auf deinem Blog gestossen und es hat mirgefallen wie es deine neugirichkeit endlich sich gelöhnt hat, die Wahrheit zu kriegen. Ich würde einfach folgende Infos mitteilen.
Der Iran (ehemaliges Persien) ist mit einem Weltanteil von ca. 90% der Hauptexporteur und Hersteller von Safranfäden. Dies entspricht einer exportierten Menge von ca. 800 Tonnen jährlich, und einer der grossten Käufer von iranischen Safran ist Spanien, aber viele spanische Verpackungsfirmen teilen keine Quelle auf ihre Verpackung mit oder einfach Spanien selbst als Herkunftsland vortäuschen.
Und ich habe vor, iranische Safran, die meistens im Iran auch in sehr schönen orientalischen Verpackungen auf dem Markt kommt, in DE importieren und nicht in Grösse 0.1 Gram, sondern zumindest 1grammische Packungen(wie typisch dort) aber unglaublich günstiger als Produkte von Wagner, Fuchs, Ostmann usw. verteilen.

wortfeilchen | barbara piontek hat gesagt…

Lieber Shafigh oder lautet Dein Vorname doch Shahbazi - entschuldige meine Unkenntnis - danke für Deine Infos und ja, bitte, importiert Safran, so bio wie es geht und lass mich wissen, wo ich zuschlagen kann :-)

shafigh shahbazi hat gesagt…

Liebe Barbara,
richtig gesagt, Shafigh ist mein Vorname.
bitte bitte!
Danke sehr, dass Du auch mich motivierst und für die Hinweise.Ja nur Bio werde ich importieren.
Ich bin diesbezüglich zur Zeit bei Bürokratiesachen beschäftigt und werde in dem ersten Schritt, sie auf meinem Online-Shop zur Verfügung stellen, und ich versuche danach die auf Biomarkte zu bringen.
Ich hätte eine Frage, spielt Verpackungsdesign für Dich eine wichtige Rolle?, genauer gesagt, wenn orientalische Gewürze auch orientalisch verpackt werden oder nicht?


wortfeilchen | barbara piontek hat gesagt…

Lieber Shafigh,

das ist nicht ganz einfach zu beantworten, denn viele Faktoren spielen dabei eine Rolle: Wer ist die Zielgruppe? Was will die? Was willst Du erreichen? Bewusstsein schaffen? Geld verdienen? Authentisch sein?

Ich glaube an Konzepte, die das Produkt bestmöglich vermarkten, wobei die Bezeichnung "Bio" nicht unbedingt ausreicht, weil nachhaltig und bio recht abgenutzt sind.

Mail mir doch einfach und wir reden drüber!

shafigh shahbazi hat gesagt…

Liebe Barbara

ich habe Dir eine Email geschickt.
Lg
Shafigh