Freitag, 29. Januar 2010

sieben sachen.

Manche packen ihr Köfferchen, manche ihre sieben Sachen und ziehen los. Schon mal gefragt, warum das überhaupt so ist?

Ich könnte nun in Mysterien über die magische oder böse Sieben schwelgen. Muss ich aber nicht, denn die Lösung ist ganz einfach:

Damals, als die Gummistiefel noch aus Holz waren, genau gesagt im Mittelalter, frönten wir der Minne und definierten Werte vielleicht ein wenig anders als heute. Ein Mann huldigte der (Frau) Aventiure und um diese Bewährungsproben heil zu überstehen, rüstete er sich. So eine Rüstung bestand aus sieben Teilen: dem Helm, dem Kragen, dem Brustpanzer und jeweils zwei eisernen Teilen für Arme und Beine. Nur wenn er seine sieben Sachen packte, seine Rüstung komplett war, konnte er auf Reisen gehen.

wortfeilchen

PS. Sieben Sachen sieben Sachen: Die offizielle Schreibweise der Redewendung nach Duden lautet Siebensachen packen

Kommentare:

Elsbesen hat gesagt…

Ach so!

tina hat gesagt…

Das ist ja interessant, ich hab doch grad erst gestern oder so den Begriff gelesen ... Danke für die Erklärung!

Aber ich hab natürlich auch noch ne Anmerkung. ;-) Ich kenn das nur als Siebensachen, als ein Wort.

Sie|ben|sa|chen Plur. (ugs. für Habseligkeiten); seine Siebensachen packen

Hm? Passt in jedem Fall ziemlich gut zu meinem Zweitblog. ;-)

wortfeilchen | barbara piontek hat gesagt…

Ja, so! :-)

wortfeilchen | barbara piontek hat gesagt…

@Tina:

War ja klar, dass jemand DAS merkt. Mist, aber auch, ich kenne die falschen Menschen.

Siebensachen geht für mich gar nicht, es sind doch sieben Sachen und nicht Siebensachen. Und dabei ist es mir ziemlich egal, was der Duden sagt. Es lebe die Ignoranz! :-)))

Doro hat gesagt…

interessant dazu wäre doch auch
eine abweichende Erklärung:
Wir haben sieben Sinne (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten, Orientierung und Gleichgewicht) und wenn man die alle besammen hat,kann man losgehen und die Welt erobern. Oder so...

wortfeilchen | barbara piontek hat gesagt…

@Doro:

Möglich, wobei ich mich frage, ob die pragmatische Lösung mit dem Rittergerüst nicht glaubwürdiger ist?

Fraglich, ob man im Mittelalter an die Sinne dachte?

Eigentlich nannte man Dinge beim Namen. Beispiel: Im Mittelalter hatte man keine Worte für Emotionen und umschrieb sie. Jemand wurde blau vor Wut, wackelte vor Liebe und so weiter. Ich frag mal meinen Lieblingsmediävistikprofessor, der weiß das :-)

Szintilla hat gesagt…

Interessante Erklärung, danke dafür. Urlaub ist auch so ein interessantes Wort, wenn man ihm auf den Grund geht. Ich bin auch für die Schreibweise sieben Sachen und halte mich bei Unstimmigkeiten mit dem Duden gern an den Rat eines Deutschlehrers (er unterrichtet Leistungskurse) und vertritt die Meinung: "Der Duden ist ein guter Berater, aber nicht verbindlich!" :-)Wenn er das Gefühl hat, er hat Recht, dann stimmt halt der Duden nicht. *mbg*
Liebe Grüße, Szintilla

Doro hat gesagt…

hmmm, stimmt, sicherlich hast Du recht.
es war ja auch von Sachen die Rede.

ich spinne Gedanken eben manchmal einfach weiter, wie du weisst und habe wahrscheinlich auch nicht alle 7 Tassen im Schrank:-)

wortfeilchen | barbara piontek hat gesagt…

@Szintilla: Ebend, nix wird so heiß gegessen wie et gekocht wird! :-))

@Doro: Witzig wäre, wenn mein Prof Dir zustimmt ;-)