Montag, 20. Juli 2009

Der Mond, Kap Kaminski und mein Vater

Am 20. Juli 1969 war es soweit: Die drei amerikanischen Astronauten der Apollo 11 landeten auf dem Mond. Ja, ich bin mir ziemlich sicher, dass sie wirklich dort waren. Warum?

Dazu muss ich ausholen:

Heinz Kaminski gründete nach dem Krieg im Sinne der Arbeiterbildung und als fachlicher Amateur ohne Universitätbildung an der Bochumer Schiller-Schule ein Mini-Observatorium, die Volkssternwarte Bochum, die wegen des großen Andrangs bald zu klein wurde. Er baute auf einer damals noch freien Wiese in Bochum-Sundern sein Wohnhaus -- und im Einmachkeller eine Funkempfangsstation. Es hatte sich nämlich bereits zuvor herausgestellt, dass die Sicht in den Bochumer Himmel durch die vielen Industriebetriebe ziemlich schlecht war, aber Funksignale konnte man wunderbar empfangen. So gelang es Heinz Kaminski 1957 die Signale des sowjetischen Satelliten Sputnik nicht nur zu hören, sondern auch aufzuzeichnen. Eine Sensation durch die Bochum fast über Nacht berühmt wurde, denn das Signal konnte europaweit kaum jemand empfangen, aber eben Heinz Kaminski!

Heinz Kaminski war ein findiger Hobbyastronom und wusste, wie man Menschen zu Spenden motiviert, daher schaffte er es im Zuge dieser Bekanntheit, dass 1967 auf der Wiese neben seinem Wohnhaus eigentlich eine Parabolantenne von 10 Meter Durchmesser samt passendem Radom gebaut werden sollte. Das war Kaminski zu wenig und er sann über einen Durchmesser von 15 Metern. Es endete mit dem Bau einer Radarantenne mit einem Durchmesser von 20 Metern -- und dem passenden Radom und notwendigen Nebengebäuden. Die Bochumer Sternwarte ward geboren. Obwohl die Bochumer die Sternwarte eigentlich nur Kap Kaminski nennen.

Und nun ratet mal, wer diese Schüssel gebaut und installiert hat? Ja, irgendwie mein Vater, denn Krupp lieferte die Technik und mein Vater, Hans Piontek, halt ein kluger Mann, war mittendrin und ihm ist es zum Teil zu verdanken, dass es bewiesen ist: Wir waren wirklich auf dem Mond. Denn die Jungs um Heinz Kaminski konnten sehr wohl unterscheiden, woher ein Signal kommt und woher eben nicht.

Die Mondlandung fand eindeutig auf dem Mond statt und spannenderweise kam zwischendurch sogar der erste Amerikaner im All, John Glenn auf seiner weltweiten Lesereise in Bochum vorbei und Kaminski zeigte ihm die vielen Fotos, die er aus den Bildübertragungen aus dem All entwickelt hatte -- die Qualität war besser als die der NASA und John Glenn zeigte diese Bochumer Aufnahmen auf der ganzen Welt. Und nun ratet mal, wer ganz viele Fotos vom All, von der Erde aus dem All und vom Mond hat? Genau, ich, denn mein Vater war nicht nur technisch versiert und an der Raumfahrt interessiert, er war auch ein Sammler.

Danke Papa!

wortfeilchen

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

ohhhhhhh, kannst Du uns nicht ein oder zwei scannen und dazu zeigen?
neugierigen Gruß Doro

wortfeilchen | barbara piontek hat gesagt…

Ja, wenn ich sie finde ... der Mann hat viele Dinge gesammelt ;-))

Mario Wiegel hat gesagt…

Das ist mit Abstand die schönste Liebeserklärung einer Tochter an ihren Vater, die ich bisher gelesen habe.

wortfeilchen | barbara piontek hat gesagt…

Ach, Mario, Du treibst mir Pipi in die Augen.

Danke, er fehlt mir auch nach fast vier Jahren immer noch, aber zumindest wusste er immer von meiner tiefen Liebe zu ihm. Wie es ihm gefallen würde sich öffentlich im Netz zu finden? Hm, da gibt es mehrere Möglichkeiten ... ;-))