Donnerstag, 29. Januar 2009

Langeweile, Inkompetenz oder Verzweiflung?

Cerealien? Cerealien! Als ich das erste Mal, zugegeben es war eine TV-Werbung, diesen Ausdruck hörte, kringelten sich bei mir nicht nur ungläubig die widerspenstigen Locken. Was soll das sein? Wer soll das aussprechen können? Und warum überhaupt?
 
In meiner Welt gibt es Müsli, Haferflocken, Kleiekrümel, Leinsamen, Cornflakes - halt viele essbare Dinge, die aus Getreide hergestellt werden - aber Cerealien? Soll das gesund klingen? Oder schlicht trendig?

Heute im Supermarkt durchforstete ich die Regale nach Dingen, die ich sonst nicht esse und die im Entferntesten mit Getreide zu tun haben - und stellte fest, dass Cornflakes ebenso Cerealien sind, wie etliche Müsli- und Schokoladenriegel.
 
Gut, aus dem englischsprachigen Raum sind mir Cereals als jede Art von Frühstücksflocken bekannt, aber ich gehe davon aus, in einer - mehr oder weniger - stillen Minute kam einem - mehr oder weniger - unter Drogen stehendem bzw. verwirrtem Menschen die Idee schlechthin: He, wir deutschen das einfach ein, überzeugen die Hersteller und ab geht es, die Konsumenten werden es schon fressen. Nöö, ich nicht.
 
Eigentlich sind die Cerealien eine ganz andere Geschichte, nämlich ein altrömisches Fest zu Ehren der Ceres, der Göttin des Ackerbaus, während Zerealien, was nicht besser klingt, im Plural genutzt, Getreide, eine Feldfrucht, ein Gericht aus Getreideflocken oder schlicht Getreideflocken bezeichnen.
 
Mein lieber Scholli, da ist der Werbebranche aber so ein richtiger Knaller eingefallen!
 
wortfeilchen

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