Mittwoch, 28. Februar 2007

Böse Träume ...

... oder doch alles nur ein Alptraum?

Auch wenn der Alptraum nichts mit den Alpen zu tun hat, laut neuer Rechtschreibung schreiben wir nun Alb- oder Alptraum, je nach Gusto. Verwirrung pur!

Die Begründung für diese Änderung ist sogar halbwegs logisch:
Es geht nicht um die Alpen, sondern um Alben, womit weder Schallplatten (ja, ich habe noch Vinyl) oder Fotoalben, sondern die geisterhaften Wesen, auch als Elben oder Elfen bekannt, gemeint sind; wobei diese Geschöpfe wahrscheinlich nicht das sind, was die Kirche im Laufe der Jahrhunderte aus ihnen gemacht hat. Die Kirche, wahrscheinlich die katholische, machte aus ihnen Dämonen oder Gehilfen des Teufels, die sich schlafenden Menschen auf die Brust setzen und den sogenannten Alpdruck (auch hier dürfen wir nun Albdruck schreiben) auslösen, worauf wiederum Alp-/Albträume basieren.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden daraus Elfen oder Elben, zurückgehend auf den Zwerg Alberich, was ich persönlich bezweifle. Bestes Beispiel dafür ist Tolkiens "Herr der Ringe", das auf keltischen, germanischen und sicher noch weiteren Mythen, Sagen und Erzählungen basiert. Warum sollte ich so sagenumwobene, phantastische Wesen wie Elfen für Träume, die nicht wirklich angenehm sind, verantwortlich machen? Erscheint mir paradox!

Im Endeffekt kann ich das Dilemma Albtraum zu schreiben nur elegant umschiffen, indem ich von bösen Träumen, schlechten Träumen, furchtbaren Träumen, etc. spreche.

wortfeilchen

Montag, 26. Februar 2007

Haben Länder ein Geschlecht?

Warum heißt es die Slowakei, die Schweiz, etc.; während andere Länder, wie Island, Dänemark und Frankreich, keinen Artikel, also kein Geschlecht haben? Es handelt sich anscheinend einfach um Länderbezeichnungen.

Aber, es gibt auch männliche Länder, z.B. der Sudan, der Kongo, der Iran, sogar der Vatikan (wobei ich hier ausnahmsweise nachvollziehen kann, warum der männlich ist).

Länder, die im Plural stehen, haben auch einen Artikel, wie z.B. die Niederlande, die Bahamas, die USA. An sich nachvollziehbar, weil es Zusammenschlüsse von mehreren Staaten sind, aber haben sie darum ein Anrecht auf einen Artikel?

Und warum ist das so? Es gibt keine Regel, die das Geschlecht und den passenden Artikel vorschreibt. Länder mögen in ihren Landessprachen ein Geschlecht oder einen Artikel haben, die deutsche Sprache sieht es nicht vor.

Und warum werden Länder, die bisher ohne Artikel waren, plötzlich zum Neutrum, wenn ein Adjektiv dazu kommt? Schließlich gibt es das schöne Norwegen oder das regnerische Großbritannien.

Andererseits: Will ich hören, dass ich aus der, die oder das Deutschland komme?

wortfeilchen

Freitag, 23. Februar 2007

Komma bei mich bei, die Zweite!

Erneut schallte es an mein Ohr und empörte mich maßlos, dabei muss ich es doch mittlerweile gewohnt sein! Oder doch nicht?

Worte hallten durch die, mehr oder weniger, ehrwürdigen Örtlichkeiten und das Echo blieb, natürlich, bei mir hängen:

Person A:
Ich muss noch bei Aldi! (wahlweise ersetzbar durch andere Geschäfte)
Antwort des Gegenübers:
Kerr, dat heißt, ich muss in Aldi! (erneut ersetzbar durch andere Geschäfte)

Ich war ganz knapp davor, mich erbost zu erheben, meinen Stuhl dramatisch durch das Restaurant zu pfeffern und laut Das heißt zu Aldi! (auch hier ersetzbar durch andere Geschäfte) zu brüllen. Aber meine gute Erziehung oder was-auch-immer, hielt mich davon ab, ich schüttelte lediglich dezent mit dem Kopf und zischte kaum vernehmbar: Ihr könnt nur zu Aldi gehen! (dito, ersetzbar durch andere Geschäfte)

wortfeilchen

Donnerstag, 22. Februar 2007

Best-off Wortspielchen

Ich liebe Wortspielereien und Rhetorik über alles; also habe ich eine kleine Liste mit Wortkreationen zusammen gestellt, deren Auslegung mehr oder weniger eindeutig ist:

  • Der Klassiker: Danke fürs Gespräch! Synonym zu danke für nichts.
  • Gleich gibt es Randale: Robustes peacekeeping!
  • Empathische Dilettanten entspricht dem Begriff Eltern.
  • grobmotorisch veranlagt = tolpatschig ohne Ende.
  • bedarfsblond
  • Intelligenz-Verweigerer
  • So kanns kommen! Passt eigentlich immer und ist fies, weil auf den ersten Blick immer Verwirrung stiftend, während auf den zweiten das Aha-Erlebnis folgt!

wortfeilchen

Dienstag, 20. Februar 2007

Lieblingsgetränke aus aller Welt ...

... oder besser gesagt, aus meiner Welt - der nördlichen Hemisphäre.

Schottland

Ja, es ist nicht nur ein wunderschönes Land mit einem, wie ich finde, sehr erotischen Dialekt und seinen Eigenheiten; es gibt auch eine leckere, koffeinhaltige, gelb-orange Limonade: Irn Bru (http://www.irn-bru.co.uk/). Wie schmeckt es? Hm, schwierig zu beschreiben, denn es ist süß und erinnert ein wenig an Hustensaft, einfach anders, halt schottisch!

Großbritannien
Auf hier findet sich etwas, was ich vorher nicht kannte: Shandy! Mittelbraun bis dunkelbraun in der Farbe, eine etwas dickere Konsistenz als handelsübliche Limonaden, erinnert irgendwie an Bier mit Limonade (Alster? Krefelder?), ist es aber doch nicht, denn Shandy schmeckt nach Bier mit Ingwer, wobei die Mischung aus Bier und Inwer variiert - mal mehr Bier, mal mehr Ingwer oder mal mehr Alkohol, mal weniger. Ich liebe Ingwer, also liebe ich Shandy!

Dänemark
Hier gibt es für mich zwei Gewinner:
Faxe Kondi (http://www.kondi.dk/) erinnert in der Farbe eindeutig an Urin, beeinhaltet Traubenzucker (für den kleinen Kick zwischendurch), schmeckt aber einfach lecker. Irgendwie süß, aber nicht super süß, irgendwie zitronig, aber auch nicht sauer, auf jeden Fall erfrischend. Einfach testen!

Die Produkte der Firma Jolly (http://www.jolly.dk/), die Cola und weitere Limonaden anbietet. Die Zusammensetzung ist mir unbekannt, vielleicht auch besser so, weil allein die Orangenlimonade im Dunkeln leuchten könnte. Eine liebe Kindheitserinnerung für mich.

wortfeilchen

Sonntag, 18. Februar 2007

woher kommt der name steak?

Habt Ihr Euch schon einmal gefragt, warum ein Steak Steak heißt? Nein? Ich schon!

Man mag es kaum glauben, aber das, was wir als Steak bezeichnen, stammt aus dem Altnordischen. Die ursprüngliche Bedeutung, auch heute noch in Island gebräuchlich, ist steik = Braten, zu steikja = am Spieß braten, also Fleisch aufgespießt am offenen Feuer braten.

Meins bitte medium oder lieber gleich Lamm!

wortfeilchen

Freitag, 16. Februar 2007

Saga-Land oder gibt es auf Island Schmetterlinge?

Ich lese viel und gerne. Ja, richtige Bücher. Als leidenschaftliche Skandinavistin natürlich noch lieber Bücher über den Norden. Derzeit ist es "Saga-Land" von Lawrence Millman. Ein Amerikaner, der sich auf die Spuren der Entdeckungsreisen der Wikinger begibt - von Norwegen über Färöer, Island, Grönland nach Neufundland. Dazu die Anmerkung, dass sich meine Magisterarbeit mit den Amerikafahrten der Wikinger anhand der altnordischen Quellen befasst, also genau mein Thema. Ich habe selten ein so spannendes und witziges Buch gelesen, das es auch noch schafft, gut recherchiert zu sein.

Er erwähnt den übellaunigen Bericht einer Schmetterlingskundlerin/Entomologin namens Ida Pfeiffer, die im neunzehnten Jahrhundert einen Reisebericht "Reise nach dem skandinavischen Norden und der Insel Island im Jahre 1845" veröffentlichte; der aufdeckt, dass es auf Island keine Schmetterlinge gibt und sie dementsprechend schlecht gelaunt war, allein die Strapazen, die sie auf sich nahm und dann findet sie keinen Schmetterling.

Also begab ich mich auf die Suche. Google sei Dank!

Ich habe einen Schmetterling gefunden, der Einöde bevorzugt und sich manchmal nach Island verläuft (http://www.faeriewars.com/light_butterfly_pu.asp?bf=peacock).
Aber sonst? Scheint, als gäbe es wirklich keine Schmetterlinge auf Island!?

Aber Frau Pfeiffer, eine für ihre Zeit sehr mutige und aufgeschlossene Frau, ist im Internet sehr gut vertreten, z.B.: http://de.wikipedia.org/wiki/Ida_Pfeiffer.

Ihr ahnt, was ich als nächstes lesen werde?!

wortfeilchen

Mittwoch, 14. Februar 2007

Valentinstag

Ja, heute war Valentinstag und überall leuchteten meine persönlichen Hass-Farben pink und rosa auf.

Männer huschten Schweiß durchnässt, Angst erfüllt und mit skurrilen Dingen bepackt durch die Straßen. Frauen verzogen missbilligend oder seufzend ihre Gesichter.

Mich persönlich tangieren solche Rituale nicht wirklich. Geschenke sind mir nicht wichtig. Tote Blumen stelle ich mir auch nicht hin. Schokolade, Pralinen und so mag ich selten und wenn schon, dann lieber importiert. Schmuck gehört an den Tannenbaum. Aber gegen ein bisschen männliche Aufmerksamkeit habe ich nichts einzuwenden.

Und? Geht doch! Danke Christoph! Danke Urs!

wortfeilchen

PS: Zwei, die am gleichen Tag Geburtstag haben, kamen noch nach. Danke! Sehr charmant!

Dienstag, 13. Februar 2007

Bisse meschugge?

..oder jiddische Worte im Ruhrdeutsch!

Die Sprache des Ruhrgebiets zeigt spürbare Einflüsse des Jiddischen, die mittlerweile in den Alltag übernommen wurden.

Beispiele hierfür sind:

  • Maloche = die hebräische Grundbedeutung von "melaka" ist Arbeit, Schwerstarbeit
  • Ische = Freundin, Frau stammt von "ischa" = Frau
  • Kies = Geld, zurück gehend auf "kis" = Geldbeutel
  • Massel = Glück, hebräisch "mazzal" = Stern, Schicksal
  • meschugge = verrückt, abgeleitet von dem hebräischen Wort "meshuga" = hin und her schwankend
  • Mischpoke = Bande, Familie, Gesellschaft stammt von hebräisch "mischpacha"
  • Schmonzes = Unsinn, abgeleitet von hebräisch "Schmoo"
  • tofte = gut, prima von "tov, tovet" mit gleicher Bedeutung
  • tinnef = Blödsinn, Mist, das zurück geht auf das aramäische Wort "tinnuf" = Kot, Schmutz, Nachgeburt
wortfeilchen

Montag, 12. Februar 2007

Frauen sind die besseren Menschen!

Oder warum lerne ich so viel öfter faszinierende, kluge, offene und humorvolle Frauen als Männer kennen?

  • Frauen, mit denen es so einfach ist, eine Kommunikationsebene zu haben.
  • Frauen, die über sich selbst und frauenverachtende Sprüche lachen können und einfach Humor haben.
  • Frauen, die sich nicht über ihr Aussehen, ihren Körper, ihren Job, ihre Statussymbole oder den Partner an ihrer Seite definieren.
  • Frauen, die wissen, wer sie sind und zu sich stehen.
  • Frauen, die ihre Stärken und ebenso wie ihre Schwächen definieren und leben können.
  • Frauen, die frei, ehrlich und offen über Sex reden.
  • Frauen, die stark und schwach zugleich sind und damit super klar kommen.
  • Frauen, die andere Menschen einfach schätzen und annehmen können und dies auch ausdrücken.
  • Frauen, die einfach Wärme und Intellekt haben.
  • Frauen, die Komplimente machen, die einfach wunderbar und ehrlich sind.

Nein, Sex kommt nicht dazwischen. Ich denke, es gibt einfach wenige Männer, die so sind wie sie sind und sich selbst leben, mit allen Konsequenzen. Männer, die wirklich authentisch und nicht bemüht sind. Warum nur? Erziehung? Erfahrungen? Gesellschaft?

Ja, es gibt sie, diese Männer. Ich kenne wenige, viel zu wenige, der seltenen, reflektierenden, männlichen Exemplare und hüte sie wie einen Schatz, der sie auch sind. Sie laufen keiner Vorgabe hinterher, sie haben ihr Hirn nicht 50- 60 Zentimeter unter dem Kopf. Sie sehen nicht nur sich, sondern auch ihr Gegenüber. Sie schauen Dir in die Augen. Sie sind echte Männer, ohne auf Definitionen oder Auslegungen des selbigen zu achten.

Ist es wirklich so einfach? Sind Frauen die besseren Menschen? Der Mann, das Wesen voller Defizite?!

wortfeilchen

Samstag, 10. Februar 2007

Komma bei mich bei!

So, nun geht es aber endlich weiter mit der Sprache des Ruhrpotts.

Heute gibt es eine erste Auswahl von Redensarten und Sprüchen der Region und ihre Bedeutung:

  • Mutta, hol´mich vonne Zeche, ich kann dat Schwatte von die Kohle nich mehr sehn! = Es reicht, ich kann nicht mehr!
  • Wennse weiß, watte wills, musse machn, datte hinkomms! = selbsterklärend
  • Ich zeich Dich ma, wo der Frosch die Locken hat! = Ich erläutere Dir den Ernst der Lage./ Ich kenne mich aus.
  • Egal is 88! = Die Zahl 88 sieht von oben, unten, rechts und links betrachtet immer gleich aus.
  • Getz is abba Matthäi am Letztn! = Gleich gibt es Ärger!
  • Mein lieber Scholli! = Ausruf der Bewunderung/Verwunderung oder Ermahnung.
  • Kerr, wat knallt der Lorenz! = Die Sonne/der Mond brennt/strahlt. (Praller Lorenz = Säufersonne)
  • Lass uns ma einen verkasematuckeln! = Lass uns etwas trinken/essen/Streich spielen.
  • Kerr, Du komms abba von Höcksken auf Stöcksken! = Du springst aber von einem Thema zum nächsten.
  • Dat is am meimeln/plästern! = Es regnet!
- to be continued -

wortfeilchen

Donnerstag, 8. Februar 2007

Exkurs: Empathie

Empathie beinhaltet für mich das Einfühlen/Eingehen in/auf die Emotionen, Gedanken und Sichtweisen eines anderen - schlicht, aktives Interesse an meinem Gegenüber, das nicht nur an der Oberfläche kratzt.

Es geht nicht darum, Menschen zu werten oder Meinungen zu übernehmen, es geht einfach um Respekt; denn nur, wer die Ansichten, Wünsche und Gedanken seines Gesprächspartner wahrnimmt und respektiert, ist in der Lage, selbst als Mensch wahr genommen zu werden und Respekt bzw. Interesse zu erfahren.

Wer aufmerksam zuhört, einfühlsam ist, Verständnis und Interesse zeigt, und sich nicht nur um sich, sein Weltbild, seine Angelegenheiten, seine Bedürfnisse und Gedanken kümmert, ist ein soziales Wesen und kann auch Empathie von anderen für sich beanspruchen.

Es gibt privat und beruflich immer wieder Menschen, denen diese Fähigkeit fehlt, oder die Empathie nicht nutzen wollen bzw. können.

Dazu gehören (pseudo-) dominante Wesen, die der Meinung sind, ihre Rolle, z.B. als Führungskraft, impliziert eine solche Macht, dass sie ungefragt belohnen, bestrafen oder befehlen dürfen und dies auch tun. Sie bestimmen, wo es lang geht. Wobei sie vergessen, dass, um ein solches Verhalten zu rechtfertigen, eine im Laufe der Zeit durch Kompetenz, Vertrauen, Kommunikaktion, Respekt und eben Empathie aufgebaute Beziehung erforderlich ist.

Eine weitere "Sorte" sind technisch, hochversierte Menschen, die sich durch ihre Fachkompetenz durchaus auszeichnen und klare Fakten bevorzugen, aber menschlich gesehen oft in den Kinderschuhen stecken geblieben sind.

Dabei kann es so einfach sein:
  • Hört aufmerksam und aktiv Euren Gesprächspartnern zu. Zeigt Respekt!
  • Versucht Motive, Ansichten und Wünsche zu erfahren.
  • Schaut auf die Körpersprache, sie sagt oft mehr als viele Worte.
  • Seid offen und nehmt Euch ein wenig zurück.
  • Akzeptiert und urteilt nicht!
...und staunt, was zurück kommt!


wortfeilchen

Mittwoch, 7. Februar 2007

Manche Augenblicke sind unendlich..

... egal, wie kurz sie sind.

Manch ein Moment erscheint flüchtig und bleibt dennoch unvergessen.

Zwei oder drei Herzschläge lassen staunen, auch mit der Gewissheit, sie nie wieder zu hören.

Augenblicke, die man wie ein Geschenk dankbar annehmen oder ablehnen kann.

Wenige Stunden sind eine Erinnerung wert, aber bemerkenswerte Momente.

Einfach danke, Du dreijähriger, blasierter Schnösel ... ich werde immer ein Lächeln für Dich haben.

Sei gegenwärtig in allem, was du tust, die einzige Wirklichkeit ist jetzt.
Solange du Vergangenem nachhängst oder Zukünftigem nachstellst,
bist du nicht wirklich hier, am Leben.

(Aus dem Zen-Buddhismus)

wortfeilchen

Samstag, 3. Februar 2007

Donnerstag, 1. Februar 2007

Einführung in die allgemein gebräuchliche Kommunikation des Ruhrgebietes anhand ausgewählter Beispiele

Jede Region hat ihre eigenen sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten und -gewohnheiten; so auch das Ruhrgebiet. Wer nicht miteinander kommuniziert, prügelt sich. Wir im Revier prügeln uns, wenn überhaupt, eher verbal. Unsere direkte, unverblümte Art ist durchaus in der Lage zartbesaiteten Menschen einen gehörigen Schreck einzujagen, der nur kurzweilig ist, da unsere Liebenswürdigkeit einfach für uns spricht.

Die Geschichte bzw. das Bild meiner Heimat ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Unsere sprachlichen und kulturellen Gepflogenheiten bedürfen der Aufklärungsarbeit!

Der Pott ist längst nicht so industriell und schmutzig wie weitläufig behauptet wird. Kommse mal bei mich bei, werdense sehn!

Bedingt durch die jahrhundertelange Einwanderung arbeitsfreudiger Menschen aus aller Herren Länder, entstanden ungeahnte, sprachliche Ausdrucksmöglichkeiten, die Sprachwissen- und Sozialwissenschaftler frohlocken lassen oder zumindest sollten. Viele Sprachen werden hier gesprochen und wir kommen alle ziemlich prima miteinander aus.

Wir ziehen Worte zusammen ("Hömma"), lassen Vokale und Konsonanten weg, pfeifen auf jegliche Satzstruktur (Subjekt, Prädikat, Objekt), vermeiden die korrekte Anwendung von Genitiv und Dativ ("dem Hans seine Tochter/ihrse"), Verben nutzen wir anders ("ich bin am tun/machen dran") und fügen bevorzugt Satzendungen wie "woll", "ey" oder "ne" ein oder beginnen Sätze mit solchen Ausdrücken (Alternativen: "Hömma", "Boah", "Sach ma", etc.).

Dazu ein Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Ruhrdeutsch

Bald mehr!

wortfeilchen