Montag, 22. Oktober 2007

Lieferung frei Haus ...

... oder wieso bringt der Storch die Kinder?

Genau genommen soll es der Weißstorch mit dem roten Schnabel sein, der die Kinder bringt. Wollten Kinder es ganz genau wissen, wurde ihnen gesagt, dass Meister Adebar (so sein Märchenname) die Kinder aus dem Brunnen holt, der zukünftigen Mutter ins Bein beißt und ihr anschließend das Baby ins Bett legt.
Aufklärung jugendfrei!

Der Hintergrund?
Störche sind liebevolle Eltern, die ihrem Partner ein Leben lang treu bleiben und sich äußerst intensiv um ihren Nachwuchs und auch um alte oder kranke Störche kümmern.
Im alten Rom gab es sogar das Storchengesetz (Lex Ciconaria); ein Gesetz, dass Kinder dazu verpflichtet sich um ihre Eltern zu kümmern. Störche leben oft in der Nähe von Teichen, Seen, Sümpfen und Mooren, wo sich laut Volksglauben die Seelen ungeborener Kinder aufhalten. Sie sind aber auch als Frühlingsboten und Glücksbringer bekannt und werden vielleicht deswegen mit Kindersegen in Verbindung gebracht?

Dann gibt es noch die sogenannten Storchschnabelgewächse, zu denen auch Pelargonien gehören. Viele sind als Heilkräuter bekannt und eine von diesen Pflanzen soll sich, als Tee getrunken, auf den Hormonspiegel auswirken und so die Fruchtbarkeit der Frau beeinflussen.

wortfeilchen

PS: Bei mir war es übrigens ganz anders. Mein Vater fragte sich als Kind natürlich auch, woher die Kinder kommen und fragte dummerweise seine Mutter. Die verwies ihn auf einen Teich in der Nähe, wo mein Vater daraufhin stundenlang am Ufer saß und auf Babys warte. Da er sich im Nachhinein über seine Leichtgläubigkeit ärgerte, verpasste er mir diese Geschichte natürlich auch, ergo kommen Kinder aus dem Poggeteich, nicht vom Storch.

1 Kommentar:

HerbstFrauenPower hat gesagt…

Was tun manche Eltern nicht alles, um sich um die Aufklärung ihrer Kinder zu drücken!
ich habe auch an das Märchen geglaubt. man zeigte mir sogar ein Muttermal am bein meiner Mutter und wies es als Storchenbiss aus!
Ich bekam einen Bruder. Und ich wünschte mir so sehr eine Schwester ! Dafür hatte ich Tag für Tag Zucker auf das Fensterbrett gestreut und inbrünstig gerufen: "Storch Storch Bester, bring mir eine Schwester!"
Tja,und unsere Kinder wollten "im Rahmen der Aufklärungsstunde" nicht glauben, dass ihr Vater "dafür" wirklich all seine Sachen abgelagt hat;-)))