Sonntag, 30. September 2007

Wo habe ich den Faden gelassen?

Den Faden verlieren - mitten im Gespräch schweifen die Gedanken ab, man hält inne und weiß nicht weiter. Klar, kennen wir alle, aber woher kommt die Redensart?

Aus Griechenland! Wie? Ja, aus einer griechischen Sage. Im Labyrinth der Insel Knossos lebte der Minotaurus - halb Mensch, halb Stier. Theseus erhielt von König Minos den Auftrag dieses Wesen zu töten. Die Tochter des Königs und kretische Fruchtbarkeitsgöttin Ariadne gab Theseus ein Knäuel rotes Garn. Ein Ende sollte er am Eingang des Labyrinths befestigen, das Knäuel auf seinem Weg abrollen, den Minotaurus töten und mit Hilfe des roten Fadens wieder den Ausgang finden. Eben: Wenn er den Faden nicht verliert, ist er gerettet.
Hat geklappt!

wortfeilchen

Donnerstag, 27. September 2007

Verständnisprobleme

Irgend etwas läuft schief.

An sich dachte ich immer, dass ich Männer prinzipiell verstehe. Stimmt aber nicht. Sie sind mir ein Rätsel. (Ein Rätsel, dass mich selten dazu verlockt, es zu lösen.) Sie haben vielfach Dinge an sich, die mich einfach nur zutiefst erschrecken oder verwundern. Ganz interessant finde ich sie, wenn Damen um sie herum sind - balzende Gockel mit Territorialverhalten sind nichts dagegen.

Manche meinen oft, Männer seien lediglich einfach. Vielleicht ist da der Haken: Ich kann eventuell nicht so einfach denken oder will es auch nicht.

Andererseits: Versetze ich mich ausnahmsweise in ihre scheinbar reduzierte Gedankenwelt, klappt es halbwegs und ich verstehe sie mehr oder weniger, aber will ich das überhaupt? Es könnte ja durchaus auch andersrum versucht werden.

Frauen verstehe ich besser, aber auch nicht immer. Sie sind mir oft viel zu kompliziert und ebenso anstrengend wie Männer. Dazu kommt dann die Stutenbissigkeit, die ich auch nicht mag und teile. Konkurrenzdenken ist einfach nicht meine Welt. Und auch hier kann man immer wieder Veränderungen im Verhalten bemerken - sobald ein balzender Truthahn die Henne umkreist.

Es kann auch nicht am Alter liegen, denn es ist bewiesen, dass ich immer entspannter und einfacher werde - dennoch: Ich verstehe sie nicht. Spinnen die anderen? Werden sie im Alter einfach komischer?

Was heißt das für mich?

Ich bin anscheinend ein Mischwesen. Äußerlich eindeutig voll weiblich, innerlich was-auch-immer. Vielleicht bin ich nur nicht von hier und sollte ganz schnell nach Hause telefonieren? Oder doch einfach Eremitin im erträumten Leuchtturm in der nordischen Pampa werden? Möglichkeiten gibt es viele ...

wortfeilchen

PS: Und ja, es gibt Ausnahmen. Es gibt sie wirklich: Die unkomplizierten, interessanten und humorvollen Menschen, die sich weder auf dem Rücken anderer profilieren müssen, noch übertrieben egozentrisch sind. Ui!

Mittwoch, 26. September 2007

Relaunch

Ja, es ist soweit! Ich habe lange darauf gewartet und bin nun ganz aufgeregt: Die offizielle Webseite von Wortfeiler hat ihren Relaunch!

Sie wurde aufgepeppt, ist eleganter, strahlender, Fehler wurden entfernt und ist nun bereit für Ansturm, Lob, Kritik und Verbesserungsvorschläge - wenn es denn sein muss.;-)

Looos, anschauen: Wortfeiler

wortfeilchen

PS: Danke an Jasmin und mich für die perfekte Zusammenarbeit und das prachtvolle Ergebnis.

Dienstag, 25. September 2007

Smilie - Nachtrag

Danke und lieben Gruß an Marcus:

Der Mann mit Pornobalken oder wie wir im Pott sagen, Mann mit Rotzbremse:

:=)

wortfeilchen

Sonntag, 23. September 2007

25 Jahre :-)

Unsere Kommunikationsmöglichkeiten haben sich durch Handy, Computer und Internet sehr verändert und erweitert. Aber Schriftsprache hat einen Nachteil - man kann nie einschätzen wie das Gegenüber seine Aussagen meint, denn Emotionen und Humor sind schriftlich leider nicht erkennbar

Der Informatikprofessor Scott Elliot Fahlman hatte eine Idee und schickte am 19. September 1982 um 11.44 Uhr eine Online-Nachricht, in der er das wahrscheinlich am häufigsten verwendete Emoticon veröffentlichte: :-) war geboren! Und die Gebrauchsanweisung schickte er hinterher: Ihr müsst es seitlich lesen.

Die Aneinanderreihung von Sonderzeichen fand über andere Universitäten und Firmen Einzug in den Alltag und landete schließlich überall.

Ob Fahlman wirklich Emoticons (emotional icons) erfand, ist nicht bewiesen, aber es gibt auch keine Beweise für das Gegenteil. Es war faszinierend zu beobachten, wie sich dieses Phänomen entwickelt hat, sagte Fahlman. Schließlich habe er die kleine Botschaft in lediglich zehn Minuten entworfen. Ich frage mich manchmal, wie viele Millionen Menschen in den 25 Jahren diese Zeichen getippt haben und wie viele ihren Kopf geneigt haben, um den Smiley zu sehen.

Weil ich diese niedlichen Zeichen natürlich auch nutze, aber nicht alle kenne, hier die wichtigsten und ihre Bedeutung:

:-) lachendes Gesicht
:-( trauriges Gesicht
;-) Augenzwinkern
:-D lautes Lachen
:-P Zunge rausstrecken
:-X Küsschen geben
:-/ skeptisch
:'-( weinen
:-* verliebt küssen

wortfeilchen

Donnerstag, 20. September 2007

Werbedenglisch ...

... meine Lieblingsbegriffe aus der Werbung:

KISS: Keep it simple and stupid - eine sehr wichtige Grundregel für alle Texter.

AIDA -
so funktioniert Werbung:
A: Aufmerksamkeit/Attention mit einer Überschrift, einem Foto oder ähnlichem erregen.
I: Interest/Interesse für das Angebot wecken-
D: Desire, den Wunsch dieses Angebot zu nutzen, dieses Produkt haben zu wollen-
A: Action/Handeln. Eine abschließende Aufforderung das Angebot oder Produkt zu bekommen.

Anapher: Die Wiederholung eines Wortes zu Beginn aufeinanderfolgender Wortgruppen: Wollt Ihr das lesen? Wollt Ihr das wirklich wissen? Wollen wir das so machen?

Flattersatz: Ein Text mit unregelmäßig langen Zeilen, der Gegensatz zum Blocksatz und genauso furchtbar anzusehen.

Neologismen: Sprachliche Neubildungen von Worten.

Piggy Back: Der Schweinehintern, d.h. eine Werbebeilage, die einer Rechnung oder Werbesendung beigefügt ist.

Scratch'n Sniffin: Wir kennen sie alle, diese kleinen Werbemittel, die mit Duftstoffen behandelt sind. Reibt man über eine Fläche werden diese Duftstoffe freigesetzt.

Pay-off: Der Abschluss einer Werbung, in dem das Wichtigste noch einmal einprägsam zusammengefasst wird. Eben Zahltag!

Versalien sind Großbuchstaben, die einprägsam irgendwo prangen und einfach ein schönes Wort.

wortfeilchen

Dienstag, 18. September 2007

Danke ...

... für einen Vater, Freund, Lehrer, Kumpel, Mentor, Vertrauten, Anker, Querdenker, Spaßvogel, Streithammel, Partner, Mutmacher, Verzeiher, Krieger, Frager, Denker, Lachenden, Direkten, Liebevollen, Drill-Instructor, Klugen, Weisen, Kümmerer, Belesenen, Handwerker, Kritiker, Naturliebhaber, Kämpfer, Genießer, Pazifisten ...

Nichts ist für die Ewigkeit, aber die Liebe ist der Sinn der Ewigkeit.
Tata

Man soll über die Liebe nicht sprechen, sondern aus Liebe handeln, in Liebe leben.
Shrî Ramakrishna


wortfeilchen

Montag, 17. September 2007

Unnützes Wissen, die Zweite

Der norwegische Arzt Dr. Arvid Vatle fand in einer Studie heraus, dass leere Tomatensoßen-Gläser die beliebtesten Gefäße für Urinproben sind. Die meisten Patienten benutzen diese Gläser, um ihren Urin zu Testzwecken beim Arzt abzugeben.

Tja, da fragt man sich, ob es nicht schlicht eine verwegene und absolut schlaue Marketingstrategie der Tomatensoßen-Hersteller ist oder der Arzt einfach Langeweile hat?!

wortfeilchen

Freitag, 14. September 2007

Reich´ mir doch mal das Wasser!

Ist jemand im Vergleich zu einem Anderen nicht so gut, kann er ihm das Wasser nicht reichen, aber wieso?

Damals, als die Gummistiefel noch aus Holz waren, also im Mittelalter, gab es noch kein Besteck. Man aß mit den Fingern, wer ein bisschen reicher war, besaß schon mal ein Messer, manchmal auch einen Löffel, Gabeln waren unbekannt. Nunja, Mistgabeln und ähnliches war schon bekannt.

Damals wurde auch nicht so wirklich auf Kalorien geachtet, ergo tropfte das Fett nur so von den Fingern und der Adel verlangte nach Säuberung selbiger. Daher reichten Diener immer wieder kleine Schälchen mit Wasser, in denen sich die Herrschaften ihre Finger säubern konnten.

Selbst bei dieser niedrigen Tätigkeit gab es Unterschiede in der Hierachie, denn nicht jeder beliebige Diener durfte den Damen und Herren das Wasser reichen. Manche standen so tief in dieser Ordnung, dass sie den Herrschaften nicht einmal das Wasser reichen durften. Und schon sind wir beim der uns bekannten Redewendung gelandet.

Der Engländer kennt eine ähnliche Redewendung, dort ist jemand not fit to hold a candle to someone. Im Ruhrpott drückt man sich nicht so fein aus und sagt einfach: Du bist zu doof, um ein Loch in den Schnee zu pissen.

wortfeilchen

Mittwoch, 12. September 2007

Gedanke zum Mittwoch

Das Geheimnis zu langweilen besteht darin, alles zu sagen.

- Voltaire -


wortfeilchen, einfach mal ruhig

Montag, 10. September 2007

Ausgewanderte Worte ...

... oder welche deutschen Worte auf bzw. in der Welt Anwendung finden:

Wir alle nutzen tagtäglich Anglizismen: Wir mailen, downloaden, googeln und mehr, aber wie sieht es andersrum aus? Welche deutschen Wörter haben sich in anderen Ländern eingebürgert?

Beispiele gefällig?

In England und Australien heißen Gebiete im Landesinneren auch heute noch Hinterland.

Das Wort Doppelgänger findet man tatsächlich im neusten Harry-Potter-Roman.

In Italien sagt man Achtung, wenn man Leute vor etwas warnen will.

Eine Abwandlung des deutschen Wortes fertig landete im Türkischen. Das Abfahrtskommando heißt dort, ebenso wie der Zugbegleiter, fertik.

Unser Kindergarten hat auf der ganzen Welt Anklang gefunden.

Will ein Amerikaner als besonders fein gelten, sagt er nicht bless you wie allgemein üblich, sondern Gesundheit!

Der Däne kennt habengut für alle Dinge, die er besitzt und tragen kann, also sein Hab und Gut.

Im anglo-amerikanischen und brasilianischen Raum hat sich der Poltergeist durchgesetzt.

Schnaps gibt es überall, er heißt zwar manchmal Snaps, aber Schnaps bleibt Schnaps.

Der deutsche Weltschmerz ist in seiner Melancholie unübersetzbar und somit weltweit einzigartig.

wortfeilchen

Samstag, 8. September 2007

Der Tag der deutschen Sprache

Heute ist er, der Tag der deutschen Sprache. Es gibt ihn, seit er 2001 vom Verein Deutsche Sprache e.V. ins Leben gerufen wurde. Er findet jedes Jahr am zweiten Samstag im September statt und hat auch eine bzw. mehrere Botschaften:

  • soll ein Sprachbewußtsein schaffen und festigen, das den unkritischen Gebrauch von Fremdwörtern eindämmt bzw. verhindert;
  • soll bei allen Bürgern unseres Landes den Sinn für die Schönheit und Ausdruckskraft der deutschen Sprache wecken;
  • soll der kulturellen Selbstvergessenheit entgegenwirken;
  • soll die Wichtigkeit guter muttersprachlicher Kenntnisse für die Herausforderungen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit hervorheben;
  • soll den Willen verstärken, gutes und verständliches Deutsch in Wort und Schrift zu gebrauchen;
  • soll bewirken, daß wir unsere eigene Sprache schätzen, nur dann wird sie im Ausland ernstgenommen;
  • soll an die Gleichwertigkeit aller Sprachen erinnern;
  • soll ein partnerschaftliches Band zwischen den Freunden der deutschen Sprache im In- und Ausland knüpfen;
  • soll zum Nachdenken und zum persönlichen und öffentlichen Meinungsaustausch über die deutsche Sprache anregen.
(Quelle: Verein Deutsche Sprache e.V.)

Und weil es für alles Abkürzungen gibt, heißt dieser Tag auch total fett TdS.

Ich frage mich, ob wir wirklichen einen solchen Tag brauchen? Aber ein Gang durch die Straßen meiner Stadt zeigt mir oft das Gegenteil; ebenso ein Blick in die Weiten des Internets - beides animiert mich häufig dazu den Duden lauthals zu deklamieren oder zumindest leise kleine Worte in mich zu grummeln.

Also, looooos: sprechen wir, üben wir, schreiben wir!

Einmal deutsch bitte!


wortfeilchen

Donnerstag, 6. September 2007

Komma bei mich bei, die Siebte.

Begrüßungen im Pott:

Wie isset?/Na, wie isset? Standardantwort: Muss. Und selbs?

Alternative: Tach auch. Wie isset? Muss ja. Und selbs? Hauptsache.

Tach! = guten Tag!

Alternative: Tach ey!

Hömma geht immer, um ein Gespräch zu beginnen.

Samma = sag mal, und ebenfalls immer sehr gut, um ein Gespräch zu beginnen.

Mahlzeit! Geht auch immer, selbst mitten in der Nacht.

Wie geht?

Wat is?

Wat machsse?/ Wat machen ...?

Wat gibt Neues?/Gibt was?

Na, wo gehsse?

Verabschiedungen im Pott:

Hau rein!

Mach fertig!

Mach gut!

Tschüsskes!

Machet gut!

Gib Stoff!

Lass knacken!

Schüssikowski!

Lottiwatgotgon!

Ich muss! Manchmal auch: Ich muss! Schüsskes!

Unfreundliche Verabschiedungen:

Putz den Fisch!

Schieß inne Melle!

Mach Abfluch!

Zieh ab!

Mach Dich wech!

wortfeilchen

PS: Einen ganz besonders lieben Geburstagsgruß für Marcus nach Düsseldorf schicke!

Dienstag, 4. September 2007

Wien und wienern?

Heute einmal ein Auftragsblog zum Thema wienern:

Jemanden eine wienern bedeutet umgangssprachlich jemandem eine Ohrfeige zu verpassen. Die andere Bedeutung ist polieren, putzen, bohnern und (ein-)wachsen.

Woher kommt wienern?

Wahrscheinlich ist das Wort aus den Kasernen in die alltägliche Sprache gedrungen. Soldaten, die etwas ausgefressen haben, wurden als Strafarbeit zum Putzen verdonnert.

Damals, als die Gummistiefel noch aus Holz waren, war Wiener Kalk ein beliebtes, rein natürliches Scheuermittel. Es hat nur den Nachteil, dass es viel Kraft- und Zeitaufwand braucht, um Dinge damit zu säubern, somit war es wirklich eine Strafarbeit, die den Beinamen wienern bekam.

wortfeilchen

Sonntag, 2. September 2007

Wochentage: Sonntag

Unsere Bezeichnung Sonntag stammt vom lateinischen dies solis, dem Tag der Sonne. Die wörtliche Übersetzung dieses Sonnentages lautet althochdeutsch sunnûntac und mittelhochdeutsch suntac.

Bereits im 4. Jahrhundert wurde diese heidnische Form im Mittelmeerraum durch den christlichen dies dominica, den Tag des Herrn, verdrängt.

Die romanischen Sprachen übernahmen den Tag des Herrn: französisch dimanche, italienisch domingo. Lediglich in den germanischen Sprachen blieb der vorchristliche Tag der Sonne bestehen. Unsere niederländischen Nachbarn haben den zondag, einmal über den Kanal findet man den sunday.

Auch bei uns wurde versucht, diesen heidnischen Namen zu verbannen. Der althochdeutsche frôntac, Herrentag, ist belegt, hat sich aber ebenso wenig, wie der Tag der Herrn durchgesetzt.

wortfeilchen