Donnerstag, 3. Mai 2007

Leggins, Hüfthosen ...

... und anderes Elend!

Hüfthosen an sich sind vielleicht nicht so hässlich, aber kann mir bitte mal jemand eine Frau zeigen, die in so was gut aussieht? Wo an den Seiten oder vorne oder hinten nichts über- oder herausquillt? Ein apartes Etwas, das darin nicht furchtbar billig aussieht?

Heute habe ich wieder eine zugegeben sehr ranke, schlanke Frau in Hüfthosen gesehen, selbst bei ihr hing ein halber Zentimeter über den Hosenbund. Die Hose hing sehr knapp auf ihren Hüften (wahrscheinlich durch ihre Beckenknochen gehalten), der obligatorische String mit Glitzersteinchen lugte hinten hervor und verdeckte dankenswerterweise Dinge, die ich nie sehen wollte, aber die Vorderansicht ließ mich wirklich staunen: Einen Zentimeter tiefer und ich hätte sicher rausgefunden, was sie heute gegessen hat. Schön war es ingesamt nicht wirklich.

Es geht aber noch schlimmer!

Immer häufiger traue ich meinen Augen nicht, denn immer mehr Mädels laufen umher und haben keine Hose an. Sie lassen sich in buntgemusterte Baumwollschläuche einnähen (so enge hosenähnliche Dinger kann niemand anziehen), drappieren darüber überhaupt nicht dezent einen undefinierbaren Sack, schnallen sich einen Gürtel um die mehr oder weniger vorhandene Taille und wackeln dann in dem "prächtigen" Ensemble sehr ungraziös auf Absätzen, in denen sie nicht laufen können, durch die Gegend. Ja, Leggins sind wieder da!

Ich neige dazu, morgens nicht wirklich schnell und generell schwer wach zu werden und zuerst dachte ich, ui, ich träume, ich bin wieder in den 80ern, aber weit gefehlt: Ich habe ein Alter erreicht, in dem ich Trends ein zweites Mal erlebe! Ich dachte ja auch, es gibt keine schlimmere Kombination als bauchfreies Oberteil, Bauchnabelpiercing, weißer Bauchspeck, Hüfthose und Tanga. Aber doch! Menschen, die am wenigsten gut in Leggins aussehen, tragen sie mit Vorliebe und demonstrativ. Das war in den 80ern auch schon so und auch damals sahen sie bescheiden aus.

Für mich persönlich haben Leggins nur einen Sinn und Zweck: Pfeift der Wind oder ist der Winter kalt, finde ich sie wunderbar - unter einer Hose!

In Gedanken habe ich böse Vorahnungen: Dauergewellte, toupierte Geschöpfe mit blonden Strähnchen (vorne und Seiten kurz, hinten lang), stahlblauem Lidschatten und dazu passender Wimperntusche, immensen Schulterpolstern, weißen Tennissocken und pastellfarbenen Bundfaltenhosen jagen mich durch die Straßen - und vorneweg Nena händchenhaltend mit Michael Jackson.

Hilfe!

wortfeilchen

Kommentare:

chaot35 hat gesagt…

nen tollen blog haben sie hier frau wortfeiler. chapeau!
es grüsst der herr chaot

wortfeilchens wahlsister hat gesagt…

Barb, der Artikel ist mal wieder herrlich analytisch und humorvoll. Ich habe schon überlegt, dir ein paar passende Fotos in der Berliner Innenstadt dazu zu schießen ;)

Barbara Piontek, das wortfeilchen hat gesagt…

Danke Herr Chaot.

Ja, Tina, es ist schon ein Elend, oder? Wenn es wenigstens Punks oder andere klasse gestylte Menschen wären, aber nein, der Durchschnitt übt mal wieder. Schick mir ein Foto! ;-)!

Anonym hat gesagt…

Sehr schön und mir (fast) aus der Seele gesprochen. Allerdings muss ich in einer Sache widersprechen: Nein - es gibt (noch?) nichts Schlimmeres als die Kombination von bauchfrei - Bauchspeck - Bauchnabelpiercing - Hüfthose!!
Auch die Leggins kommen da nicht 'ran. Und der "undefinierbare Sack" erweist sich meist als gnadenreicher Verhüller der Offenbarung.
Komischerweise - in einer Zeit, als Stoffturnschuhe noch nicht Chucks hießen und das Billigste vom Billigen waren, trugen junge Sportler sog. Pantalons. Die waren schwarz, aus reiner Baumwolle, ohne Fuß (also wie Leggins) und wurden unter der kurzen Sporthose getragen. Im Winter eine gute Sache.
Menschen gehobeneren Alters wissen das. ;-)
Was habe ich mich gewundert, als die Dinger violett und rosa wurden und fast ausschließlich von Gegenteilen des Typs "schlanker, junger, männlicher Sportler" getragen wurden :)

Viele Grüße aus Berlin
Jens Fischer