Samstag, 5. Mai 2007

Komma bei mich bei, die Vierte.

Schimpfwörter sind nicht einfach Schimpfwörter, sie zeugen von Kreativität. Der Ruhrpott ist sehr kreativ und wie immer direkt, herzerfrischend und bodenständig.

Daher heute Beschimpfungen, immer nützlich und teilweise nett verpackt als Redewendung oder Spruch und selbst mit derben Inhalten wie gehäufter Fäkalsprache immer noch voller Charme:
  • Du bis doch zu doof, um en Loch innen Schnee zu pissn! (Danke Tina!)
  • Wat hass Du den für Schaumlöffel und sieh ma zu, datte die Schenkelbürste trimms! = Du hast aber große, abstehende Ohren und bitte rasier Dich!
  • Nehm sofot Deinen Kletschkopp von dat Soffakissen! = Bitte erhebe Deine fettigen Haare vom Chaiselonguekissen.
  • Gleich krisse nen Glatzenhobel! = Es folgt ein Schlag auf den Kopf.
  • Kauf Dich ja nich widda sone Schlammbuchse! = Bitte ersteh keine Hose, die aussieht, als wäre sie vom Müll und bitte auch eine, die nicht acht Nummern zu groß ist.
  • Du bis hier nich im Hammawerch! = Bitte sprich etwas leiser.
  • Gleich krisse ein vorn Tabernakel! = Androhung eines Schlages ins Gesicht.
  • Kette schmeckn? Aber mit die öligen Seite? = Androhung, unübersetzbar.
  • Und ein paar kleine Schimpfworte für die tägliche Ansprache: Pissnelke, Schlapafka, Lausearsch, Dreckschüppengesicht, Paselacke, Trulla, Zitterpiss, Kackstelze, Vollpfosten, Tütenkasper, Schmierlapp, Gerüstkellner, Schlickefänger, Fiesnickel, Dullek, Rabattentrampler, Heiopei, Bratarsch, dem doof sein Sohn, Dämlack, Kroppzeug, Tittendachs, Zeckenzüchter ...
Manch übel klingender Ausdruck ist aber gar nicht so böse gemeint wie er auf ersten Blick klingt. Sprach meine Omma von uns als Furzknoten, Rotzige oder Blagen, so war das durchaus nett gemeint. Ein zärtliches Pissflitsche oder liebevoll lächelndes Korinthenkacker von meinem Vater entsprach einem Kompliment.

wortfeilchen

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