Donnerstag, 17. Mai 2007

Haare und Zähne ...

... oder warum hat man eigentlich Haare auf den Zähnen?

Ich kenne schon ein paar Menschen, zumeist Frauen, die Haare auf den Zähnen haben. Es bedeutet, dass Frau verbal, manchmal planlos, um sich schlägt, rigoros ihr Recht verteidigt oder eben ziemlich schlagfertig ist. Wirklich positiv erscheint mir der Ausdruck nicht. Aber wie kam es zu dieser Redensart?

Im Altertum wurden jedem Körperteil symbolisch Eigenschaften zugeordnet, so auch den Haaren. Volles, kräftiges Haar war ein Zeichen von Gesundheit, Kraft und Stärke, vergleichbar mit der Mähne eines Löwen. Die absolute Steigerung dieser Vorstellung wäre Haare auf den Zähnen.

Lange Haare galten bei Männern als Zeichen von Stärke und Männlichkeit. Samson verdankte seine außergewöhnliche Stärke (und seine außergewöhnlich heftigen Wutausbrüche) seinen kräftigen Haaren und wir wissen alle, was passierte, als er diese verlor.

Der Ausdruck ein haariger Kerl zu sein bedeutet, dass Mann ein durchsetzungsfähiger, tapferer, ganzer Mann ist. Also, je mehr Haare am Mann, desto männlicher ist er. So jedenfalls der Ausdruck seit Jahrhunderten. Was bezogen auf Bartwuchs und Körperbehaarung auch zutrifft; allerdings haben Untersuchungen bewiesen, dass Männer mit spärlichen oder keinen Haaren auf dem Kopf über mehr Testosteron verfügen, als Männer mit vollem Haar.

An sich attestiert dieses Sprichwort also Frauen männliche Fähigkeiten.

Wobei ich mich frage, ob es erstrebenswert ist, männliche Eigenschaften zu besitzen? Gönnen wir ihnen einfach auch die Haare auf den Zähnen und überall sonst.

Warum spricht man eigentlich nicht mehr von Männern mit Haaren auf den Zähnen? Ausgefallen?

wortfeilchen


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