Montag, 30. April 2007

Skandinavische Genüsse ...

... die mir immer wieder fehlen!

Generell empfinde ich skandinavische Lebensmittel fast ausnahmslos als viel leckerer und besser. Besonders im Bereich Gemüse, Fleisch und Fisch. Ich fange aber nun nicht mit Essen gehen und kochen in Skandinavien an - es würde den Rahmen mehr als sprengen. Aber es gibt auch andere Kleinigkeiten bzw. Kalorienbomben, die empfehlenswert sind, hier eine Auswahl:
  • Gesalzene Butter: Gut, die bekomme ich auch in Deutschland, aber es bleibt eine andere.
  • Dänische Negerküsse: Ein Geschenk des Himmels, besonders die vom örtlichen Bäcker. Ganz anders in Form und Geschmack als der industrielle Kram, den es in Deutschland gibt.
  • Baiser: Auch die schmecken anders, gibt es als Tortenboden, sind furchtbar süß und kleben übel.
  • Chips: Gut, auch hier hat sich in Deutschland einiges getan, aber, ebenso wie die englischen, fehlen mir die skandinavischen. Besonders die prickelnden Geschmacksrichtungen gehen mir hier ab.
  • Joghurt: Die praktischen 1-Liter-Tetrapacks mit unvergleichbarem Geschmack. Ich liebe Pfirsich und Himbeere.
  • Popkorn: Schmeckt gesalzen einfach besser!
  • Fisch: Dank des schwedischen Möbelhauses ein bisschen besser geworden, aber lokale Fischhändler können darüber nur lakonisch grinsen, weil es kein Vergleich ist.
  • Leberpastete: Ja, frisch aus dem Backofen, unappetitlich aussehend, aber einfach nur lecker!
  • Lakritz aus Holland ist nett, auch deutsches hat was, aber so richtig gut sind skandinavische Lakritzschnüre in allen Farben und Geschmacksrichtungen. Rote mit Erdbeergeschmack würden mich öfter mal erfreuen.
  • Ich würde viel für ein HotDog geben! Eine knallrote Pølser in Wienerbrød. Und nein, auch hier kann das schwedische Möbelhaus nur bedingt mithalten.
  • Klar suppe med köd og melboller og rundboller. Als Suppenfreundin für mich ein Muss in jeder Lebenslage.
  • Dänisches Eis in der warmen Waffel sollte man keinesfalls versäumen. Es wird meistens mit süßem Schaum angeboten, der Füllung von Negerküssen ähnlich und rosa. Oder gleich Softeis.
  • Nicht zu vergessen, der Zungenbrecher: Rødgrød med fløde.
Hilsen fra Bochum!
wortfeilchen

Samstag, 28. April 2007

Olle Schabracke!

Aber nicht doch! Weder ich wurde beschimpft, noch habe ich jemand anderen beschimpft. Ich musste mir einfach die Frage nach der Bedeutung des Wortes Schabracke gefallen lassen - und meine Antwort war nicht wirklich gut. Wobei ich nun noch rätseln könnte, ob ich gefragt wurde, weil mein Gegenüber sein Wissen darstellen oder mich testen wollte oder einfach einen Schalk im Nacken hatte, denn er kennt die Antworf, jedenfalls fast.

Die Schabracke ist ursprünglich einfach ein Überwurf. Leider, mein lieber Marcus, nicht nur eine Decke für ein Pferd (als Sattelunterlage), sondern auch in der Art einer Gardine, eines Querbehanges einer Gardine zur Abdeckung der Gardinenleiste, eines Wandbehangs, eines Theatervorhanges und auch die Bügeleinlage zur Versteifung von Taschen, Hüten und ähnlichem heißt Schabracke.

Und natürlich gibt es noch die olle oder alte Schabracke. Bei uns im Ruhrpott gerne als weibliches Pendants zum Ausdruck Schäbbigen genutzt, bezeichnet es eine ungepflegte oder übertrieben stark geschminkte oder merkwürdig gestylte Frau, der meist jeder persönliche oder sexuelle Reiz abgeht. Synonyme dafür sind Juchtel, Fregatte, Schnatterweib, Waschweib, Schäbbige, Hippe und sicher einiges mehr.

Etymologisch geht das Wort zurück auf ungarisch csábrág (wie heißt es auf finnisch?), türkisch çaprak und polnisch czaprak, wo es überall Pferdedecke, Satteldecke oder Überwurf bedeutet.

Natürlich frage ich mich, wie man von dort zu der umgangssprachlichen, negierenden Bezeichung einer Frau im Ruhrdeutsch kommt? Gefunden habe ich nichts, aber ich gehe davon aus, dass wir es einfach, wie so vieles andere auch, leicht abgewandelt aus dem Polnischen übernommen haben. Möglich ist auch die Verbindung zur Satteldecke oder Gardinenleistenabdeckung. Eine Frau, die Kleidung trägt, die mehr einer Satteldecke oder eben einem Überwurf ähnelt, kann man insgesamt womöglich als Schabracke bezeichnen.

wortfeilchen

Donnerstag, 26. April 2007

Lecker essen!

Als Selbständige kommt man ja ganz schön rum, öfter auch in Restaurants und isst dann auch glatt mal was. Das ist nicht immer erwähnenswert oder eine Freude, aber manchmal eben doch.

Die weltbeste und meine Lieblingseisdiele kenne ich seit ich drei Jahre alt bin und damals für ein Erdbeereis eine Menge angestellt hätte. Gut, ich bin halbwegs mit der jüngsten Tochter der Inhaber aufgewachsen, was eindeutig seine Vorteile hatte und Erdbeereis ist Vanilleeis gewichen, aber Kunde bin ich, so oder so, geblieben. Die Gelateria Gondola ist in Bochum mehr als ein Begriff, es gibt sie nämlich genau so lange wie mich, 37 Jahre, und immer noch lecker Eis, akzeptable Preise und Innovationen. Zu finden übrigens Kortumstraße 133, auf dem Weg zum Museum, zum Stadtpark oder ins Stadion - je nach Präferenz.

Gleich daneben, Kortumstraße 135, ist ein Restaurant mit immer wieder wechselnden Besitzern und Ansprüchen. Seit ein paar Wochen ist es Greece Palace. Vorne findet sich eine Pizzeria (ja, nicht wirklich griechisch), in der Mitte das passende Restaurant und einmal durch die Mitte das griechische Restaurant Dorade mit einem sehr schönen Biergarten. Von den recht konservativen Anwohnern misstrauisch beäugt, führte mich der Weg dann aber dennoch mal hin. Ich liebe griechisches Essen und Mentalität. Und ich wurde nicht enttäuscht. Ein netter Laden, gut erreichbar, klasse Personal, der Chef ist ein griechischer Patron zum Verlieben, frischer Fisch, keine Pommes Frites, viel Gemüse, Lamm und alles frisch.

Ich weiß, wo ich im Sommer öfter mal zu finden bin ... oder nebenan!

wortfeilchen

Montag, 23. April 2007

Kasalla?

Meine liebe Freundin Anja ist gebürtig aus dem Münsterland, liiert mit einem Ur-Düsseldorfer und ebenfalls dort wohnhaft (seitdem mag ich übrigens Düsseldorf und seine Einwohner einigermaßen). Sie sagte bei unserem letzten Treffen etwas, was mich erst immens kichern ließ (und damit mein Bier ernsthaft in Gefahr brachte), dann aber die Frage aufwarf, was das denn sei? Das Wort lautete: Kasalla! Der Satz: Gleich gibt es Kasalla! Verdutztes Lachen auf meiner Seite, verdutzte Ungläubigkeit von Anja.

Ich begab mich auf die Suche nach der Bedeutung und wurde fündig, Kasalla bedeutet:
  • die Androhung jemanden die Ohren lang zu ziehen
  • gleich setzt es was/gibt es Krawall/Ärger/Prügel.
Zum Glück meinte sie nicht mich.

Es gibt aber noch eine zweite Bedeutung, die aussagt, dass man mal die Musik lauter machen soll, also ordentlich Schmackes geben.

wortfeilchen

PS: Anja, konnte ich übrigens auch nicht kennen, da es Umgangssprache aus dem Rheinland ist.

Donnerstag, 19. April 2007

Sumardagurinn fyrsti ...

Der Skandinavier an sich macht meist alles anders und fällt immer wieder angenehm durch Eigenarten auf. Das nur am Rande.

Eine isländische Besonderheit ist ein offizieller Feiertag, der den ersten Sommertag würdigt: Sumardagurinn fyrsti. Für die Isländer bedeutet dies Geschenke für die Kinder und Liebsten und hissen der isländischen Flagge.

Dieser Feiertag fällt auf den ersten Donnerstag nach dem 18. April oder auf den dritten Donnerstag im April; dieses Jahr findet er heute, am 19. April statt. Es ist der erste Tag des ersten Sommermonats harpa. Diese Tradition geht auf den alten isländischen Kalender zurück.

Dazu ein kleiner Exkurs: In Island unterschied man früher lediglich zwischen den Jahreszeiten Sommer und Winter. Zeit- und Altersangaben werden laut der altnordischen Quellen nicht in Jahren, sondern in Wintern angegeben.

Weitere Information dazu hier

Bleibt mir nur noch gleðileg sumar zu wünschen!

wortfeilchen

Dienstag, 17. April 2007

Reisetipp Schottland

Wie viele andere, hätte auch ich gerne Urlaub. Allerdings bevorzuge ich eher rauere Natur und Wind statt blauen Himmel, Sonnenschein und mehr als 25 Grad. Ich mag keine Pauschalreisen, Massenabfertigungen und Betonburgen, sondern pure Natur, Stille und bitte auch kein Freizeitprogramm. Der Norden mit seiner Weite und Gelassenheit hat es mir mehr als angetan.

Es gibt einige wenige Orte, die Geheimtipps sind, einer davon ist Durness in Schottland.
(hier klicken für einen netten Amateur-Film)



Durness liegt in den schottischen Highlands an der Meerenge Kyle of Durness; in der Grafschaft Sutherland, einer extrem dünn besiedelten Landschaft und lediglich zwei einspurige Straßen führen dort hin. Es ist ein Ort hoch im Nordwesten Schottlands. Nein, es ist auch nicht der westlichste oder nördlichste Punkt Schottlands, aber schon sehr weit von jeglicher Zivilisation entfernt.

Es gibt keine großartigen Attraktionen, keine extravaganten Restaurants, keinen Freizeitpark mit Saunalandschaft und auch kein Einkaufszentrum. Man findet, was man zum Leben benötigt - nicht mehr und nicht weniger. Dort leben nicht einmal viele Menschen.

Was gibt es denn da?
Ganz einfach: Natur, Weite, Wind, Stille, unberührte Sandstrände, Steilküsten, Einsamkeit, Seelöwen, Seevögel, manchmal ein Wal, ein paar schottische Einwohner und viele, viele Schafe. Die Meereshöhle Smoo Cave mit ihrem kleinen Fluss und einen unterirdischem Wasserfall kann man sich anschauen. Es lassen sich einige archäologische Spuren der Pikten finden; jenen relativ unbekannten Stämmen, die uns Bildsteine und Stelen hinterlassen haben, die niemand wirklich entziffern kann. Die Pikten verschwanden, starben aus oder wurden von den (irischen) Skoten vernichtet, von denen bekannt ist, dass sie das Land eroberten - und Schottland nannten.

In der Umgebung gibt es hübsche Kleinigkeiten zu besichtigen: Nördlich von Durness kann man eine größere Kolonie von Papageientauchern bestaunen. Östlich von Durness, bei Loch Eriboll, kann man Otter und Minkwale beobachten. Wunderschön sind der alte Friedhof und die Ruine aus dem 17. Jahrhundert, alles in Balnakeil gelegen.

Warum Durness?
Weil es ein sehr pures, schönes und heimeliges Fleckchen Erde ohne viel SchnickSchnack, aber mit sehr viel Charme, ist.

wortfeilchen

Freitag, 13. April 2007

Post aus dem Internet ...

... oder die unzähligen, falschen Schreibweisen von E-Mail.

Ja, es regt mich auf. Ja, es nervt ungemein. Und ja, ich sehe es immer wieder, aber warum? Ist es so schwer E-Mail zu schreiben?

So ziemlich jede Webseite, jeder Flyer, einfach alles, was eine Firma einsetzen kann und von mir korrigiert wird, schafft es nicht E-Mail richtig zu schreiben. Warum? Fehlendes Wissen? Mangelndes Interesse? Ich habe nicht den blassesten Schimmer.

Ich denke, ich habe schon jede Variation des Wortes gesehen: em@ail, email (richtig interessant, dass AOL-Nutzer emails bekommen, aber falsch), emil, eMail, e-Mail, Email (Emaille ist eindeutig etwas ganz anderes) und e-mail (alles klein schreiben ist klasse, dennoch falsch).

Ich verstehe es einfach nicht, denn, auch wenn es um electronic mail geht, kommt in Deutschland dabei E-Mail raus! Anglizismen überschwemmen uns, werden mit Freude genutzt und sind aus unserem Alltag kaum wegzudenken, falsch bleibt jedoch falsch. Korrekt wäre auch die Nutzung der Worte E-Post oder E-Brief, aber wer will das schon?

Das Geschlecht einer E-Mail ist in Deutschland weiblich, es heißt, die E-Mail. In der Schweiz sieht es anders aus, eine E-Mail ist sächlich und geschlechtslos, also nicht wundern, wenn von dort das E-Mail kommt.

Im Endeffekt bitte nur eins merken: Es heißt die E-Mail!

wortfeilchen

Mittwoch, 11. April 2007

Isen, Iser, Isländer oder was?

Die Bewohner der Insel Island nennen wir Isländer bzw. Isländerinnen; aber warum eigentlich nicht Isen, wenn es doch auch Iren gibt? Die kommen doch auch aus einem Land mit einer kleinen Silbe davor und -land dahinter?

Zugegeben, ich habe schon eine Urlaubskarte erhalten, auf der fröhlich notiert war, dass die Irländer ein nettes Völkchen seien und erkenne auch Zähne knirschend an, dass die Bezeichnung Irländer sich anscheinend, mehr oder weniger, einbürgert, aber eine Lösung ist es nicht!

Bleiben wir doch ruhig bei Island: Wir sprechen von Isländern, englisch sprechende Menschen sagen Icelandier, Franzosen Islandais, Spanier Islandés/Islandesa, ergo gibt es weltweit keine Isen. Das Ganze funktioniert mit allen Bewohner von Ländern mit -land hinten dran: Finnland, Schottland, Deutschland, Lettland, Estland und so weiter. Kein Bewohner dieser Länder heißt bei uns Finnländer oder Lettländer. Nun ja, England tanzt auch aus der Reihe, weil wir auch nicht von Engen, sondern von Engländern sprechen und es weiterhin die Option auf Briten gibt. Holland oder die Niederlande sind richtig flexibel, denn es ist völlig in Ordnung von Holländern oder Niederländern zu sprechen. Aber Island. Was nun?

Als studierter Mensch hat man ja seine Quellen und Informanten - aber Pustekuchen! Eine Antwort kann mir so richtig niemand geben. Lediglich meine Lieblingsprofessorin und Kennerin der Germanistik und Skandinavistik bietet mir eine Lösung an, mit der ich halbwegs leben kann:

Beachtet man die historische Entwicklung von Ländern und deren Namen und, dass Island für uns immer sehr sehr weit weg, also isoliert und unwichtig war, ergibt das Ganze einen Sinn. Es hat sich einfach eingebürgert! Island macht sprachlich keine Veränderungen, Modeworte oder Anglizismen mit, warum sollten sie es bei ihren Namen tun? Island gibt es, im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, einfach noch nicht so lange und daher gibt es die Bezeichnung Isländer und eben nicht Isen. Was seit Jahrhunderten prima funktioniert, ändert man nicht! Jedenfalls nicht als Isländer. Dort gibt es ja auch keinen Computer, sondern einen tölva, eine Ableitung des Wortes tala (= Nummer).

Isländer reden von sich als Íslendingur/Íslensk kona, bezeichnen auch sich nicht als Isen, sondern als Isländer. Die Worte Eis und Land ergeben Isländer und die müssen es doch am besten wissen, oder?

Das Auswärtige Amt fördert Ableitungen auf -er, da sie neutral sind. Ältere Formen wie -esen, -ianer und wahrscheinlich auch -länder/-länderinnen sind veraltet, stammen oft aus der Kolonialzeit und sind somit mit einem schlechten Beigeschmack belastet. Ergo wäre Iser, oder eben Isen, politisch und linguistisch korrekt und setzt sich vielleicht irgendwann doch einmal durch?

Kveðja frá Þýskalandi!

wortfeilchen

Montag, 9. April 2007

Geh mir weg!

Immer wieder lese ich von den Gebrüdern Grimm. Warum eigentlich Gebrüder Grimm? Es waren nur zwei und das sind die Brüder Grimm.

Ein sehr beliebter Fehler ist die falsche Nutzung der Silbe Ge-, die aussagt, dass es sich bei dem nachfolgenden Wort um eine undefinierbare, aber zusammenhängende Anzahl von Brüdern, Bergen, etc. handelt.

Zwei Brüder sind, für mich jedenfalls, eindeutig überschaubar und daher sind es die Brüder Grimm. Kann man sich sehr gut an dem schönen Beispiel Gebirge merken. Zwei Berge würde ja auch niemand Gebirge nennen, oder?

Woher kommt der Ausdruck Gebrüder Grimm?
Früher war es durchaus gebräuchlich von Gebrüdern zu sprechen, wenn es um eine besondere Zusammengehörigkeit von Brüdern ging. Dies sieht man an dem Beispiel der Brüder Grimm oder bei altehrwürdigen Firmennamen, die sich damit schmücken. Dennoch falsch ist falsch!

wortfeilchen

PS: Anmerken möchte ich, dass sich die Brüder Grimm nicht nur durch die Zusammenstellung von Märchen auszeichnen, sondern für jeden Germanisten ein kleines Heiligtum sind: Sie sind, zusammen mit Lachmann und Benecke, die Gründerväter der Philologie und Germanistik. Sprachwissenschaftler, die die moderne Etymologie prägten und sehr viele, wichtige Schriften verfassten, besonders erwähnenswert das Deutsche Wörterbuch (hier zu finden).


Mittwoch, 4. April 2007

Skandinavische Ländernamen ... Nachtrag!

Ich habe kein Problem damit, wenn ich mich irre oder jemand etwas besser weiß, im Gegenteil!

Vielen Dank an Fiket - das Blog aus und über Schweden (http://www.fiket.de/) und hier der Nachtrag zur Namensgebung Schwedens:

“Konungariket Sverige” ist die offizielle Staatsbezeichnung Schwedens. Zunächst zur eigentlichen Wortbedeutung: “Konung”, oft auch verkürzt “kung”, bedeutet “König” und “riket” ist die bestimmte Form von “rike”, das “Reich”. Und weil “Sverige” nichts anderes als “Schweden” auf schwedisch ist, bedeutet “Konungariket Sverige” also ganz einfach “das Königreich Schweden”.

Doch halt! So einfach ist es nicht, denn “Sverige” selbst ist eine verschlissene Form von “Svearike”, also das “Svea-Reich”, welches sich auf vormittelalterliche Könige hier in Mittelschweden bezieht, welches noch heute “Svealand” genannt wird. Man kann also getrost vom “Königreich Svea-Reich” sprechen. Doppelt hält wohl besser.

Dass sich Schweden allerdings noch als Königreich bezeichnet, spielt in Wirklichkeit kaum eine Rolle. Der König hat nur rein repräsentative Aufgaben und darf sich nicht einmal zu politischen Themen äußern. Außerdem leidet er an Legasthenie und scheint ein Talent für Fettnäpfchen zu haben, was viele Schweden dazu veranlasst, die Überreste ihrer Monarchie zu belächeln. Die Aufmerksamkeit, die die hiesige Königsfamilie allerdings in der deutschen Klatschpresse erfährt, erzeugt gelegentlich Befremden.

(Quelle: http://www.fiket.de/ )

wortfeilchen

Skandinavische Ländernamen ...

... oder woher haben skandinavische Länder eigentlich ihre Namen?

Es gibt zwei Möglichkeiten, die ich gefunden habe, warum Dänemark Dänemark heißt: Entweder leitet es sich von den Worten Tanne und Mark, also Grenzwald/Grenzland, oder von der indogermanischen Wurzel dhen (= flach) ab. Nachweisbar nutzten die Goten als erste den Namen Dänemark, um damit den Wald zu benennen, der ihr Land von Dänemark trennte. Der offizielle Name ist Kongeriget Danmark (= Königreich Dänemark).

Finnland gehört lediglich geografisch zu Skandinavien, denn sprachlich bestehen keine Gemeinsamkeiten. Hier ist eine Deutung sehr einfach, denn der offizielle Name Suomen Tasavalta geht auf die Worte suo (= Sumpf) und maa (= Land) zurück. Finnland bedeutet Sumpfland.

Island, offizieller Name Lýðveldið Ísland (= Republik Island), heißt Island, weil es wegen der vielen Gletscher und weißen Bergspitzen auf den ersten Blick wie ein Land voller Eis wirkte - die Wikinger waren pragmatisch!

Die Geschichte der Namensgebung von Grönland finde ich persönlich sehr amüsant: Gunnbjörn Ulfsson verfuhr sich auf einer Fahrt von Norwegen nach Island. Er sah eine Küste, die auf ihn sehr unwirtlich wirkte, bestand sie doch nur aus Eisbergen und Schären, was ihn nicht dazu einlud zu landen. Soweit die Vorgeschichte. Eiríkr inn rauði (= Erik der Rote) hatte die Neigung immer wieder in Streitigkeiten zu geraten. Da Island über keine Exekutive verfügte, er aber als vogelfrei erklärt wurde, was so ziemlich jedem das Recht gab ihn umzubringen, erschien es ihm sinnvoll Island, für diesen dreijährigen Zeitraum der Verbannung, besser zu meiden. Er war nicht nur streitlustig, sondern auch von Forscherdrang, (seine Kinder entdeckten Amerika), getrieben und machte sich auf, um sich das von Gunnbjörn gesehene Land anzusehen. Anscheinend gefiel es ihm, denn er nannte es Grönland (= Grünland), siedelte dort und schwärmte von üppigen Weiden und besten Bedingungen, was nicht so ganz der Realität entsprach, aber dennoch die Besiedlung Grönlands einleitete. Geschichten über Erik den Roten sind generell lesenswert und sehr unterhaltsam.

Schweden heißt offiziell Konungariket Sverige (= Königreich Schweden); ausgesprochen klingt es in etwa wie swerje und leitet sich möglicherweise von den Worten von sweba (= frei) und Reich ab. Der altnordische Name Schwedens ist Svithjoth, wobei svi oder sve das Meer, die See bezeichneten. Thjoth hat die gleiche Wurzel wie das Wort deutsch und bedeutet Volk. Schweden wurde lange Zeit auch Scania (= Schonen), nach der südschwedischen Landschaft genannt. Somit ist die Bedeutung des Namens Schweden entweder freies Reich, See-Reich oder eben Schonen.

Norwegen: Nebenbei bemerkt: Nordmen er best!
Der offizielle Staatsname lautet Kongeriket Norge (= Königreich Norwegen). Norge kommt von den nordischen Wörtern northr (= Norden) und rike (= Weg). Die altnordischen Namen Norwegens sind Norðvegr, Norvegr, Noregr, was Nordweg bedeutet.

Färöer oder Føroyar. Vermutlich bedeutet der Name Schafinseln oder ferne Inseln, was ja beides passen würde, da es ferne Inseln sind und dort auch mehr Schafe als Menschen leben. Nebenbei bemerkt sind die Färöer wegen der Kombination aus viel Natur, rauem Klima, wenigen Menschen (45.000) und einer Sprache, die für mich mehr als interessant ist, mein perfektes Reiseziel.

Man kann so alt werden wie eine Kuh, man lernt immer dazu!

wortfeilchen

Montag, 2. April 2007

Schöner, nicht mehr ganz so fremder Mann!

Für alle Neugierigen und alle, die gerne bei mir nachfragen, was denn mit dem schönen, fremden Mann von openbc bzw. xing ist, dem ich vor ein paar Wochen fast schon flehend einen Artikel widmete:

Ja, es gibt ihn und zu seinem tollen Lächeln und seinem schönen Hals kommt auch noch eine sehr angenehme Stimme, ein anscheinend sympathischer Charakter mit Humor, Empathie und mehr ... aber ich kann sehr gut schweigen und lächeln.

wortfeilchen

Sonntag, 1. April 2007

Rot auf Sieg, die Zweite.

Ich finde erstaunlich viel über die Farbe Rot, hier also der zweite Teil:

Rot
ist die Lieblingsfarbe von 20% der Deutschen. Es symbolisiert: Glück, Freude, Energie, Liebe, Haß, Leidenschaft, Impulsiviät, Zorn und Verführung.

Rot ist eine der drei Urfarben. Die erste Farbe, die in der Sprache der Welt benannt wurde. Das ganz reine Rot, ohne Blau- und Gelbanteile wird Magenta genannt.

Rot ist die Farbe des Blutes. Blut ist der Sitz der Seele, Blutopfer helfen gegen Naturkatastrophen, Seuchen und gelten als Dank an die Götter. Hochzeitspaare wie Neugeborene wurden im Blut kräftiger Tiere gebadet, um die Kraft zu übertragen. Frischem Menschenblut wurde große Heilkraft zugesprochen.

Rote Krankheiten wurden mit Blut und anderen roten Elementen behandelt. Die Kraft des Roten sollte Krankheiten wegzaubern. Roter Ausschlag wurde mit dem Auflegen roter Rosenblätter behandelt. Blutstillende Verbände waren rot. Rote Fäden werden im Rahmen des Bindezaubers um kranke Arme oder Beine gebunden. Rote Fäden sollten vor Ungeziefer schützen.

Kleinen Kindern setzte man zum Schutz gegen Dämonen oder Blicken des Neidsein ein rotes Mützchen auf. Rote Kissen oder rote Bänder hatten die gleiche Wirkung. In China tragen heute noch kleine Kinder rot - es ist die Farbe des Glücks.

Es ist die Symbolfarbe des animalischen Lebens. Heute rot - morgen tot.

Rot ist die Symbolfarbe der guten und der schlechten Leidenschaften: das Blut steigt zu Kopf, man wird rot vor Verlegenheit, man schämt sich, man ist zornig, hektische Aufregung, rot sehen. Rosa ist die Liebe und Violett die Sexualität, aber rot nur die Liebe. Je negativer eine Leidenschaft bewertet wird, desto höher ist der Schwarzanteil. Rot kombiniert mit anderen Farben ergibt das Gegenteil von Liebe, den Hass, daher trägt der Teufel rot und schwarz.

Rothaarige waren Hexen oder Huren. Auch rothaarige Männer standen mit dem Teufel im Bund. Verräter wurden häufig mit roten Haaren gemalt. Redewendungen dazu: Rotes Haar - böses Haar. Roter Bart - Teufelsart. Rote Haare - Gott bewahre.

Rot ist nicht nur die Farbe des Blutes und des Krieges, rot gibt Kraft, daher trugen Krieger rot oder bemalten sich mit roter Farbe, da der Glaube besagt, dass die Farbe ihre Eigenschaften überträgt. Als rotes Herr wird das Heer Gottes bezeichnet.

Rot ist die Farbe der Justiz. Blut wurde mit Blut gesühnt. Rote Wimpel wurden im Mittelalter am Gerichtstag gehißt. Mit roter Tinte unterschrieb der Richter Todesurteile und auch der Henker trug rot. Noch heute tragen hohe Richter Talare aus roter Wolle oder roter Seide.

In der Kirche ist rot die Farbe des Blutes Christi. An Passions- und Gedenktagen der Märtyrer sind die katholischen Geistlichen rot gekleidet und die Kirche rot geschmückt. Wieso liebt die Kirche eigentlich Lila, wenn es für Sex steht?

Genau wie der Glaube an die Kraft des Blutes, ist das Feuer die göttliche Kraft. Das Feuer vertreibt die Kälte, es reinigt, indem es vernichtet, es ist mächtig und läßt niemanden widerstehen. Die Flammen streben nach oben gen Himmel. Götter erscheinen in allen Religionen als Feuerwolke, der heilige Geist erscheint als Flamme. Feuer ist Sinnbild des Göttlichen und es ist rot.

Im Orient werden zu festlichen Gelegenheiten Haare und Hände mit Henna rot gefärbt. Die Braut in Ostanatolien trägt am Vorabend der Hochzeit einen roten Schleier und bei der Hochzeit ein rotes Band um die Taille. Braut und Bräutigam werden bei der Zeremonie mit einem roten Band an Händen oder Fingern verbunden.

Rot
als Farbe der Liebe und des Glücks. Ein passendes und schönes Schlusswort zur Farbe rot, oder?

wortfeilchen, die orange noch lieber mag.