Dienstag, 6. März 2007

Weglaufen

Es ist faszinierend, bisweilen amüsant. Das Leben ist voller Aufgaben und Geschenke.

Manche Menschen denken, sie können weglaufen. Vor sich selbst. Vor ihrem Leben. Vor anderen Menschen. Sie stolpern durch ihr Dasein, Leben würde ich es nicht nennen wollen, und merken es nicht einmal. Sie wundern sich, dass sie einsam und verloren sind oder sich zumindest manchmal so fühlen, wenn sie es in einer stillen Stunde zulassen. Sie drehen sich nur um sich und verstehen oder bemerken nicht einmal, wie uninteressant und egal sie sich dadurch für andere machen. Sie kratzen an der Oberfläche und suchen krampfhaft nach einem Menschen, nach einem Weg, einem Ort, der ihrem Leben endlich einen Sinn, einen Inhalt gibt und sie glücklich macht. Sie laufen und laufen. Sie suchen und suchen. Sie finden aber nichts. Sie schauen sich überall um, nur nicht in sich selbst. Wer mag schon stetig einen leeren Menschen beweihräuchern, der nur sich selbst wahr nimmt?

Und dann gibt es Menschen, die sich mutig sich selbst und ihrem Leben stellen. Sie erkennen, was falsch läuft. Sie öffnen einem das Herz, die Seele und den Kopf. Sie haben längst verstanden, dass sie es selbst in der Hand haben glücklich zu sein. Sie gehen auf andere Menschen zu. Sie geben statt dauernd zu nehmen. Sie profilieren sich nicht auf dem Rücken anderer. Sie strahlen Wärme aus und haben ein Lachen in den Augen. Sie laufen nicht weg. Sie sehen. Sie erkennen und sie handeln.

Die Erkenntnis? Schmerz ist ein guter Lehrer (Kuss an Ralf), wenn man bereit ist zu sehen, zu erleben und eben nicht verdrängt oder wegläuft. Man sieht sich im Leben immer zweimal.

wortfeilchen, lächelnd in ihrer Mitte

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