Mittwoch, 28. März 2007

Rot auf Sieg, die Erste.

Ich bin latent rothaarig; entweder lieben es Menschen oder können damit gar nichts anfangen. Daher habe ich mich auf die Suche nach der Farbe Rot, ihrer Bedeutung und mehr gemacht:

Menschen mit naturroten Haaren sind selten und sterben aus, weil dunkle Haare (Gene) einfach dominant sind und sich somit langfristig durchsetzen. Rothaarige machen nur etwa 2 % der weiblichen Weltbevölkerung und in Deutschland nur 1% aus. In Schottland und Irland dagegen sind es bis zu zehn Prozent der Einwohner, die rotes Haar haben. Vielleicht ist das einer der Gründe für den Mythos des Geheimnisvollen, Undurchschaubaren oder Verführerischen, der sich um sie rankt, sie sind einfach selten!

Wahr ist vielleicht, dass Rothaarige temperamentvoller sind, denn wir haben ein Gen des Neandertalers, während Nichtrothaarige an dieser Stelle eins des Homo sapiens haben. Neandertaler sind zwar leider ausgestorben, waren aber wild, sehr lebhaft und gute Kämpfer.

Schon immer rankten sich um die Haare eines Menschen und besonders um die Farbe die verschiedensten Vorurteile. Speziell rote Haare galten immer als Zeichen von Boshaftigkeit und Zauberei. Alles Rote wurde mit Blitzen und Feuer verbunden, also mit äußerst unangenehmen Naturerscheinungen. In fast allen Religionen und Epochen waren rote Haare verpönt.

Rothaarigen Frauen wurde nicht getraut, angeblich waren sie sogar Hexen! Schon rotumränderte Augen wurden nicht auf Schlafmangel, sondern auf einen Bund mit dem Teufel zurück geführt. Nur einmal in der Geschichte war es umgekehrt. Als Tacitus in der Germania von den rothaarigen Frauen schwärmte, griffen sogar vornehme Römerinnen zu Färbemitteln um genau so schöne rote Haare, wie die Germaninnen, zu haben.

Die Farbe Rot gilt als Farbe des Feuers oder des Blutes. Im Hebräischen haben die Worte Blut und Rot den gleichen Ursprung: Rot heißt dm und Blut heißt dom. Blut und Feuer besitzen sowohl eine positive, als auch eine negative Besetzung. Dem Hass, dem Krieg, der Aggression und dem Blutvergießen stehen die Kraft, die Liebe, die Wärme und die Leidenschaft gegenüber. Das helle, leuchtende Rot war bei den Griechen und später auch im Christentum mit dem männlichen Prinzip verbunden, es war die Farbe der griechischen Kriegsgötter Phoebus und Ares.

Der biblische Adam wurde aus roter Erde geschaffen. In den frühen Kulturen wurde das dunkle Rot des Blutes jedoch dem Weiblichen zugeordnet. Die Mutter Erde spendete den Völkern der Steinzeit den roten Ocker, dem man lebenserhaltende Kräfte zuschrieb. In Japan wird Rot noch heute eher dem Weiblichen zugeordnet.

wortfeilchen

Kommentare:

Szintilla hat gesagt…

Schön zusammengefasst was es mit dem Rot so alles auf sich hat und sehr interessant, dass ich vielleicht ein Neandertaler-Gen habe. *grübel Nicht zu vergessen, woher kommt denn das Rot zum Färben div. Artikel? Oft aus dem natürlichen Farbstoff Cochenille, den getrockneten "weiblichen" Schildläusen, welche auf Kakteen z.B. Opuntia coccinellifera leben. Die Kanarischen Inseln sind ein wichtiger Lieferant für die Cochenille. Als färbende Substanz wird Cochenille u.a. in Lippenstiften, zur Färbung von Ostereiern, in der Mikroskopie zur Färbung von Zellkernen und sogar im roten Campari verwendet. Eine kleine Ergänzung zum Rot von Szintilla (ebenfalls latent rot) ;-)

wortfeilchen | barbara piontek hat gesagt…

Danke, das ist spannend! Wo wir überall Schildläuse haben, eigentlich ein wenig eklig, oder? ;-)