Freitag, 5. Januar 2007

So ein Firlefanz!

Ich liebe Sprachen und zwar alle, besonders aber Etymologie hat es mir angetan. Immer wieder laufen mir besonders hübsche Worte über den Weg, die ich dann auseinander nehme, forsche, woher sie kommen und wie sich ihre Bedeutung im Laufe der Jahrhunderte geändert hat. Eine liebe Freundin meint, ich fröne der "geistigen Masturbation".

Bieder ist ein prächtiges Beispiel: ein altes und auch deutsches Adjektiv, im Mittelhochdeutschen u.a. als "biderbe" bekannt. Die Bedeutung: angesehen, tüchtig, tapfer, klug, edel, rechtschaffen und redlich. König Artus wurde als bieder bezeichnet; also war es, im Gegensatz zu heute, durchaus erstrebenswert bieder zu sein! So kann´s kommen!

Heute liebe ich das Wort Firlefanz (= unnötiger Kram, Tand oder Schnickschnack), frage mich aber, woher es kommt und was es eigentlich bedeutet? Der Begriff kommt ursprünglich von dem altfranzösischen "vivrelai/virlei" und bedeutet wahrscheinlich Ringellied. Im Mittelalter machte das Mittelhochdeutsche daraus "fírli fanz", was einen lustigen Springtanz bezeichnete, ergo ist unser Firlefanz aller Wahrscheinlichkeit nach der unnötige Tanz zu einem Lied.

Dazu ein Link: http://www.etymologie.info/~e/d_/de-mittel.html

wortfeilchen

PS: Paul, ich gratuliere Dir zu Deinem 38. Geburtstag!

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